Internationaler Tag des Übersetzens: Sprachprofis erbringen in Krisenzeiten lebenswichtige sprachmittlerische Leistungen

Translatorische Berufsverbände fordern mehr Unterstützung durch die österreichische Regierung

Wien (OTS) - Am 30. September feiern ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen weltweit „ihren“ Tag, den von der UNO anerkannten Tag des Übersetzens. Wie die entsprechende UNO-Resolution festhält, sind professionelle Übersetzungs- und Dolmetschleistungen in allen Lebensbereichen unverzichtbar. Im internationalen öffentlichen Diskurs und in der zwischenmenschlichen Kommunikation ermöglichen sie Klarheit, Barrierefreiheit, Inklusion, ein positives Klima und Produktivität. Im kulturellen Bereich eröffnen sie den Zugang zu anderen Denk- und Gestaltungswelten und tragen wesentlich zum Austausch und zu einer vielfältigen Kulturlandschaft in Literatur, Theater, Film und darüber hinaus bei.

In Krisenzeiten wird die Relevanz professionell erbrachter Übersetzungs- und Dolmetschleistungen offensichtlicher denn je, denn korrekte Information in der Muttersprache kann Leben retten: So etwa sorgen professionelle TranslatorInnen dafür, dass lebenswichtige Informationen über das Coronavirus und die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen Menschen in ihrer Muttersprache erreichen. Dies gilt ebenso für die Übersetzung medizinischer Forschungsergebnisse und die Dolmetschung bei zentralen Ankündigungen seitens der Regierungen. Die Vermittlung solcher Informationen in barrierefreier Form, etwa durch Gebärdensprache und Schriftdolmetschen, ist ebenfalls von essenzieller Bedeutung.

Zum Tag des Übersetzens am 30. September appellieren die in der „Translationsplattform“ (www.translationsplattform.at) vereinten translatorischen Berufsverbände in Österreich an die Regierung, angesichts der anhaltenden schlechten Auftragslage infolge der Wirtschaftskrise und der starken Einschränkungen für Veranstaltungen, bei denen normalerweise Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen anfallen, die Unterstützung an die überwiegend freiberuflichen ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen zu erhöhen.

Besonders schlimm trifft es in Österreich die GerichtsdolmetscherInnen. Sie bemühen sich seit mittlerweile 14 Jahren ergebnislos um eine Tarif- und Inflationsanpassung der Sätze des Gebührenanspruchsgesetzes 1975 – stattdessen sahen sie sich mit der Absage sämtlicher Gerichtsverhandlungen konfrontiert. Wie soll unter so prekären Bedingungen die Rechtsstaatlichkeit aufrecht erhalten werden?

Auch die GebärdensprachdolmetscherInnen streben seit langem eine faire Bezahlung für ihre anspruchsvolle Tätigkeit an, die zwecks Kontrolle und Unterstützung zudem in Zweier-Teams erbracht werden sollte.

Die weiteren Forderungen der Translationsplattform: die Berücksichtigung von ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen im geplanten Unterstützungspaket für die Kongress- und Veranstaltungsbranche, die Vergabe öffentlicher sprachmittlerischer Leistungen an professionelle DienstleisterInnen in Österreich inklusive Abgehen vom Billigstbieterprinzip sowie die Verlängerung des Härtefall-Fonds und des für künstlerische Tätigkeiten eingerichteten Unterstützungsfonds bis Ende 2021.

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