- 18.09.2020, 09:00:02
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ASciNA Awards 2020: BMBWF zeichnet exzellente österreichische Forschende in den USA aus
Daniel Schramek, Martin W. Breuss und Thomas Pölzler für außerordentliche Forschungsleistungen ausgezeichnet.
Utl.: Daniel Schramek, Martin W. Breuss und Thomas Pölzler für
außerordentliche Forschungsleistungen ausgezeichnet. =
AT/USA (OTS) - „Auch heuer würdigen wir wieder herausragende
Leistungen österreichischer Wissenschaftler. Mit ihrer Tätigkeit an
prominenten nordamerikanischen Universitäten und ihren Publikationen
in renommierten Journalen sind Daniel Schramek, Martin W. Breuss und
Thomas Pölzler wichtige Botschafter unseres Landes und unserer
Hochschulen sowie der Beweis, dass die Möglichkeit an ausländischen
Forschungsinstitutionen zu arbeiten, eine wesentliche Voraussetzung
für Spitzenleistungen und Fortschritte in Wissenschaft und Forschung
ist. Die ASciNA Awards heben die Bedeutung der internationalen
Mobilität einmal mehr hervor. Ich gratuliere den Preisträgern
herzlich“, so Wissenschaftsminister Heinz Faßmann.
Die ASciNA Awards werden in den Kategorien „Junior Principal
Investigator“ (JPI) sowie „Young Scientist“ (YS) vergeben und
zeichnen exzellente wissenschaftliche Publikationen junger
österreichischer Forscherinnen und Forscher aus, die diese während
und nach ihrem Aufenthalt in Nordamerika in renommierten
Fachzeitschriften publiziert haben. Sie werden vom ASciNA-Netzwerk
ausgeschrieben und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft
und Forschung mit einem Preisgeld von 10.000 Euro (JPI) sowie zwei
Mal 7.500 Euro (YS) dotiert. Die Auswahl der Preisträgerinnen und
Preisträger erfolgt durch den österreichischen Wissenschaftsfonds FWF
auf Basis einer internationalen Begutachtung.
Dieses Jahr wurde Daniel Schramek in der Kategorie „Junior Principal
Investigator“ ausgezeichnet. Seine Publikation „Rare driver mutations
in head and neck squamous cell carcinomas converge on NOTCH
signalling” erschien in der Fachzeitschrift Science. Mittels high end
CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindronic Repeats)
Screen wurden mehrere Tumorsuppressorgene identifiziert, welche den
NOTCH-Signalweg (nach dem Rezeptor “Notch” benannt) beeinflussen. Die
Ergebnisse der Studie ermöglichen es nun, den NOTCH-Signalweg bei der
Behandlung des Plattenepithelkarzinoms als Therapieoption zu
untersuchen. Da damit eine neue Methode etabliert wurde, welche
Signalwege in Zusammenhang mit tumorassoziierten Mutationen
identifizieren kann, hat die Publikation eine weitreichende
wissenschaftliche Bedeutung.
Daniel Schramek absolvierte sein Masterstudium im Bereich
Molekularbiologie an der Universität Wien und der Universität Sydney.
Für seinen PhD im Bereich Genetik kehrte er an die Universität Wien
zurück, wo ihm Josef Penninger als Supervisor zur Seite stand. Daniel
Schrameks wissenschaftliche Arbeit wurde bereits mit zahlreichen
hochdotierten Grants ausgezeichnet. Derzeit ist er als
Assistenzprofessor an der Universität Toronto tätig.
In der Kategorie „Young Scientist“ wurden Martin W. Breuss und Thomas
Pölzler ausgezeichnet.
Martin W. Breuss studierte Molekularbiologie an der Universität Wien.
Seinen PhD absolvierte er am Forschungsinstitut für Molekulare
Pathologie (IMP) ebenfalls in Wien. Sein Wunsch, wissenschaftlich zu
arbeiten, führte ihn an die Universität San Diego, wo er sich mit dem
Fachgebiet Neurogenetik beschäftigt. Die ausgezeichnete Publikation
„Autism risk in offspring can be assessed through quantification of
male sperm mosaicism“ erschien in der Fachzeitschrift Nature Medicine
und setzt sich mit der Vererbbarkeit von Autismus auseinander.
Autismus wird in einem Teil der diagnostizierten Fälle durch eine
spontane Mutation verursacht. Der wichtigste Schluss der Studie ist,
dass im Zuge einer Untersuchung des Spermas mit hochsensitiven
Methoden festgestellt werden kann, wie hoch das Risiko ist, die vom
Vater vererbte Mutation ein weiteres Mal weiter zu geben.
Thomas Pölzler studierte Philosophie im Diplom- und Doktoratsstudium
an der Universität Graz und absolvierte das interdisziplinäre
Masterstudium in Political, Economic and Legal Philosophy an der
Universität Graz und der Universität New Brunswick. Mit dem Erwin
Schrödinger Fellowship des FWF verbrachte er ein Jahr am Psychology
Department des College of Charleston. Derzeit arbeitet er als
Post-Doc und Dozent an der Universität Graz. Seine Publikation
„Anti-Realist Pluralism: a New Approach to Folk Metaethics” erschien
im Fachjournal Springer, Review of Philosophy and Psychology. Der
Artikel entwickelt ein neuartiges experimentelles Design zur Messung
der metaethischen Intuitionen von philosophischen Laien. Im Gegensatz
zu früheren Studien legt die Anwendung dieses Designs nahe, dass
philosophische Laien die Objektivität der meisten moralischen Urteile
ablehnen. Sie haben vielmehr die Intuition, dass die Wahrheit dieser
Urteile von ihren eigenen oder kulturell geteilten moralischen
Überzeugungen abhängt.
„Die ASciNA Awards, die wir jährlich vergeben, setzen ein sichtbares
Zeichen der Anerkennung für die herausragenden wissenschaftlichen
Leistungen junger österreichischer Forschender in Nordamerika“,
beschreibt Barbara Weitgruber, Leiterin der Sektion für
Wissenschaftliche Forschung und Internationale Angelegenheiten im
BMBWF, die Relevanz der ASciNA Awards. „Ziel der Awards ist es, die
wissenschaftliche Brücke zwischen Österreich und Nordamerika zu
festigen. Vor allem in Krisenzeiten ist diese internationale
Verbindung von besonderer Bedeutung. Das ASciNA Netzwerk in
Nordamerika ist ein langjähriger engagierter Partner des
Wissenschaftsressorts – es trägt in vielfältiger Weise zur Vernetzung
der österreichischen Forschenden in Nordamerika bei und bildet ein
wichtiges Verbindungsglied zur Forschungscommunity in Österreich und
Europa.“
Das Netzwerk österreichischer Forschender in Nordamerika ASciNA wurde
2002 in Washington D.C. gegründet und hat weltweit über 1200
Mitglieder. Neben den ASciNA Awards stellen das ASciNA
Mentoring-Programm und die lokale Vernetzung in den ASciNA Chaptern
in den USA, Kanada und Mexiko zentrale Aktivitäten des Netzwerkes
dar.
Aufgrund der Corona Pandemie wurde der diesjährige Austrian Research
and Innovation Talk (ARIT) virtuell abgehalten. Die ASciNA Awards
Preisverleihung, welche im Rahmen des virtuellen ARIT 2020
stattgefunden hat, wird am 17. September um 18h MEZ unter folgendem
Link verfügbar sein: https://www.youtube.com/watch?v=hv-bMzfrXCA
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