Energiewende – Gewessler und Brunner präsentieren mit EAG Meilenstein für 100 Prozent sauberen Strom für Österreich

Größtes Energiepaket seit Jahrzehnten für den Klimaschutz

Wien (OTS) - Das lang ersehnte Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz durch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner vorgestellt und geht heute in Begutachtung. Das Gesetzespaket ist das größte Gesetzespaket in diesem Bereich seit Jahrzehnten und schafft die Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich. Die Weichen für 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Ressourcen bis 2030 sind damit gestellt.

„Das EAG ist das Gesetz für die Energiewende. Mit ihm schaffen wir einen Zubau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 27 Terrawattstunden - mit einer Million Dächer durch Sonnenenergie, mehr Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse. Die Energiewende ist dabei das entscheidende Werkzeug auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dieses Gesetz ist auch ein zentraler Job- und Wirtschaftsmotor. Wir werden damit bis zu 30 Milliarden Euro an Investitionen in Österreich auslösen und gleichzeitig rund 10 Millionen Tonnen CO2 einsparen“, sagt Klimaschutzministerin Gewessler.

„Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz setzt die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und saubere Energiezukunft. Damit geben wir die maßgeblichen Parameter für den heimischen Energiemarkt für die nächsten Jahre und sogar Jahrzehnte vor. Wir schaffen ein marktnahes und effizientes Fördersystem, dass mehr Ökostrom für jeden eingesetzten Fördereuro bringt“, sagt Staatssekretär Brunner.

Im EAG ist ein Zubau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 27 Terrawattstunden (TWh) vorgesehen. Aufgeteilt auf alle erneuerbaren Energieträger entfallen auf Sonnenenergie elf Terrawattstunden, bei Windkraft zehn Terrawattstunden und fünf Terrawattstunden auf Wasserkraft sowie eine Terrawattstunde auf Biomasse.

„Das EAG und die damit eingeläutete Energiewende ermöglicht es allen Menschen und Unternehmen in Österreich einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten. Wir gehen damit gemeinsam einen wichtigen Schritt auf den Weg zu einem klimaneutralen Österreich. Fossile Energieträger gehören damit klar und eindeutig der Vergangenheit an. Ab 2030 wird in Österreich 100 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien hergestellt werden. Das heißt ausschließlich sauberer Strom für die Menschen in Österreich“, so Gewessler weiter.

Mit ökologischen Kriterien weist das EAG zentrale Merkmale auf, die den Zubau der erneuerbaren Energien und höchste Umweltschutz-Standards gleichzeitig ermöglichen. Für das Fördersystem bei Photovoltaik-Anlagen ist deshalb ein Abschlag für Anlagen auf Grün- und Agrarflächen vorgesehen. Dabei sollen vor allem jene Flächen genutzt werden, die bereits versiegelt sind, um so den Bodenverbrauch nicht weiter voranzutreiben. In Bezug auf die Wasserkraft werden die vorhandenen Natur- und Flussjuwele in Österreich bewahrt bleiben, jedoch ohne das Ausbau-Ziel von 5 TWh zu gefährden. Der Zubau soll weitgehend durch Effizienzsteigerung bei bestehenden Anlagen, sowie Neubauten unter Berücksichtigung der ökologischen Kriterien erfolgen.

Bürgerinnen und Bürger werden über Energiegemeinschaften aktiver Teil der Energiewende. Möglich wird das, indem sie sich in ihrer Nachbarschaft oder irgendwo in ganz Österreich an einem Projekt beteiligen und dort gemeinsam erneuerbare Energie produzieren und selbst nutzen können.

„Ein Riesenschritt hin zu mehr Bürgerbeteiligung ist die Möglichkeit der Energiegemeinschaften. Das ist bisher einzigartig! Damit geben wir allen Menschen in Österreich die Möglichkeit sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen“, so Brunner. Diese Möglichkeit steht auch Unternehmen und Landwirtschaften offen. Künftig kann man also mit Nachbarn, Freunden und Kollegen Energie teilen und gemeinsam sparen. Für den Austausch innerhalb der Gemeinschaft soll ein Ortstarif gelten, sowie der Entfall des Erneuerbaren-Förderbeitrags und die Befreiung der Elektrizitätsabgabe gewährt werden. „Dadurch kann man bis zu Zwei-Drittel der Netzgebühren sparen – das sind insgesamt knapp 100 Euro im Jahr für einen Haushalt“, so Brunner abschließend.

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Florian Berger
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