• 16.09.2020, 10:22:51
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  • OTS0061

„Im Land der Dürre“: „Am Schauplatz“-Reportage über das hausgemachte Wasserproblem in Österreich

Zum MUTTER ERDE-Klimaschwerpunkt am 17. September um 21.05 Uhr in ORF 2

Utl.: Zum MUTTER ERDE-Klimaschwerpunkt am 17. September um 21.05 Uhr
in ORF 2 =

Wien (OTS) - Mit Wasser verhält es sich so wie mit Geld. Reichtum ist
ungleichmäßig verteilt. Dies ist nicht nur ein globales, sondern auch
ein heimisches Phänomen. Der Osten Österreichs leidet seit den 2000er
Jahren unter deutlichen Niederschlagsdefiziten, ein Effekt des
rasanten Klimawandels. Dass manchen Regionen sprichwörtlich die
„Verwüstung“ droht, ist aber auch Fehlern der Vergangenheit
geschuldet. Zum MUTTER ERDE-Klimaschwerpunkt (Details unter
presse.ORF.at) zeigt ORF 2 am Donnerstag, dem 17. September 2020, um
21.05 Uhr die „Am Schauplatz“-Reportage „Im Land der Dürre – Das
hausgemachte Wasserproblem in Österreich“, eine Reportage über den
Osten Österreichs und seine drohende Verwüstung. Alfred
Schwarzenberger reiste dafür von der Südoststeiermark über das
Burgenland und das Marchfeld ins Waldviertel, um zu zeigen, mit
welcher Vehemenz versucht wird, die Fehler der Vergangenheit
wiedergutzumachen.

„Der Kampf ums Wasser hat längst begonnen, nicht nur im Nahen Osten,
sondern auch bei uns“, sagt Johannes Ehrenfeldner, Direktor des
Nationalparks Neusiedler See. Die Lange Lacke ist das vierte Jahr
hintereinander ausgetrocknet. Vom Vogelparadies ist nichts mehr zu
bemerken. Dies ist nicht nur dem Klimawandel, geringeren
Niederschlägen und gleichzeitig gestiegenen Temperaturen
zuzuschreiben, sondern auch dem mutwilligen Eingriff der Menschen in
den Wasserhaushalt. Hunderte Kilometer von Kanälen durchziehen den
Seewinkel, sie leiten Regen- und Grundwasser in die Donau ab. Dadurch
werden Äcker und Siedlungsflächen geschützt, gleichzeitig zerstört
diese Politik das Naturparadies. Um es wiederum zu schützen, plant
das Land Burgenland, Wasser in den Grundwasserkörper des Seewinkels
zu pumpen. Aus genau jenem Donau-Altarm, in den das „natürliche“
Wasser der Langen Lacke geleitet wird.

Ähnliche Beispiele finden sich etwa in der Südoststeiermark oder im
Waldviertel in Niederösterreich. Die Begradigung der Mur und viele
Stauwerke flussaufwärts haben dazu geführt, dass sich die Mur immer
tiefer eingräbt. Damit sinkt der Grundwasserpegel. „Hätte man die Mur
vor 15 Jahren nicht wieder aufgeweitet, wäre heute kaum mehr
Landwirtschaft bei uns möglich“, sagt Ewald Fröhlich, Landwirt aus
Halbenrain bei Bad Radkersburg. Denn die Landwirtschaft steht im
Konflikt mit der Trinkwasserversorgung. Nur bis zu einem gewissen
Pegel darf Wasser für Ackerkulturen entnommen werden. Das Waldviertel
etwa wurde in der Nachkriegszeit weiträumig drainiert, um Ackerfläche
zu gewinnen. Ungenützt wird das kostbare Nass aus der Region
geleitet. Dies hat auch negative Auswirkungen auf das regionale
Wetter: „Regen kommt nicht nur von der Adria oder aus Richtung
Atlantik, er entsteht auch regional. Wasser, das vor Ort verdunstet,
fällt auch vor Ort wieder vom Himmel“, sagt ZAMG-Klimaforscher Klaus
Haslinger. In einer trockenen Periode, wie sie nun seit fünf Jahren
vorherrscht, sind die Auswirkungen dieses Effekts hochproblematisch.

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