- 15.09.2020, 14:09:23
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Industrie: Nachhaltiges Wachstum bester Weg, um Arbeitsmarkt zu stärken
IV-Präs. Knill: Keine zusätzlichen Hürden für neue Arbeitswelt – Arbeitszeitverkürzung gefährlicher Irrweg
Utl.: IV-Präs. Knill: Keine zusätzlichen Hürden für neue Arbeitswelt
– Arbeitszeitverkürzung gefährlicher Irrweg =
Wien (OTS) - „Nachhaltiges Wachstum ist der einzig mögliche Weg aus
der Krise, auf dem Arbeitsplätze wiederaufgebaut werden können. Dafür
bauchen Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor
allem wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“, betonte der Präsident der
Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill, am heutigen Dienstag
anlässlich der aktuellen arbeitsmarktpolitischen Diskussion. Aus
Sicht der Industrie gibt es fünf zentrale Hebel im Kampf gegen die
Arbeitslosigkeit.
• Investitionen weiter begünstigen;
• Eigenkapital stärken;
• den Faktor Arbeit weiter entlasten;
• betriebsnahe Aus- und Weiterbildung weiter fördern;
• eine Arbeitsmarktpolitik, die Flexibilität und Effizienz bei der
Arbeitssuche fördert und fordert
Nachhaltiges Wachstum stärken, Lohnnebenkosten auf deutsches
Niveau senken
Ein positives Signal in Richtung nachhaltiges Wachstum sei die
Investitionsprämie. Als zusätzlicher Arbeitsplatzmotor könnte zudem
die im Regierungsprogramm angekündigte Senkung der Körperschaftsteuer
wirken. Hier wäre eine entsprechende Entlastung ein Gebot der Stunde.
Handlungsbedarf sieht die Industrie – ebenso im Arbeitsprogramm der
Regierung festgelegt – beim Faktor Arbeit. „Bei den Lohnnebenkosten
liegen wir 4,5 Prozentpunkte über dem deutschen Niveau. Das wirkt wie
ein Hemmschuh auf den Aufbau von Arbeitsplätzen“, warnte Knill.
Entlastungspotenziale – ohne Leistungsreduktion für die
Beitragszahlerinnen und -zahler, wenn die Mittel sachgerecht
eingesetzt werden – seien bei der Unfallversicherung oder beim
Familienlastenausgleichsfonds ausreichend vorhanden.
„Bildung, Ausbildung und Weiterbildung sind die beste Antwort auf die
Herausforderungen der Corona-Krise“, so Knill. In diesem Sinne seien
die in Aussicht gestellten zusätzlichen Mittel für
AMS-Qualifizierungsmaßnahmen richtig und wichtig. „Entscheidend ist,
dass diese passgenau und vor allem betriebsnah eingesetzt werden.
Gerade jene Schulungsmaßnahmen, die mit dem konkreten Bedarf der
Betriebe abgestimmt sind, weisen einen höheren Arbeitsmarkterfolg
auf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Schulungen finden
vergleichsweise rascher einen Arbeitsplatz. Daher müssen wir hier
ansetzen“, so Knill. Beim Arbeitslosengeld plädiert die Industrie für
ein degressives Modell, ähnlich wie es vom AMS jüngst in Interviews
thematisiert wurde. Wenn das Arbeitslosengeld plus einem
geringfügigen Job mehr einbringen, als eine Vollzeitbeschäftigung,
dann sei dies zu hinterfragen. „Bei Fehlanreizen, die zu einer
Verfestigung der Arbeitslosigkeit führen, müssen wir gegensteuern“,
so Knill.
Flexibilität und passgenaue Lösungen auf betrieblicher Ebene
für „working from home“
„Weiterhin Flexibilität und passgenaue Lösungen auf betrieblicher
Ebene braucht es, wenn es darum geht, die Zukunft der Arbeit modern
zu regeln“, so Knill. In der Praxis habe sich etwa die verstärkte
Möglichkeit, „working from home“ zu nutzen als eine für Beschäftigte
wie Unternehmen gute und praktikable Lösung bewährt. „Die Industrie
plädiert für Lösungen, die das Zusammenspiel auf betrieblicher Ebene
weiter stärken sowie Rechtsklarheit für Unternehmen sicherstellen,
aber spricht sich klar gegen neue Hürden im Arbeitsalltag aus“, so
Knill.
„Wir müssen Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
jetzt stärken. Das ist der Grundbaustein für nachhaltiges Wachstum
und Beschäftigungsaufbau. Auf gefährliche Experimente wie die immer
wieder ventilierte Arbeitszeitverkürzung müssen wir unbedingt
verzichten. Denn das wäre eine Kampfansage an Arbeitsplätze und würde
unser aller Bemühungen konterkarieren, Beschäftigung
wiederaufzubauen“, erklärte der IV-Präsident abschließend.
Weitere Informationen: www.iv.at/medien
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