• 09.09.2020, 15:15:04
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  • OTS0187

AK-Präsidentin Anderl: „Lernerfolg der Kinder und Jugendlichen darf nicht von Zeitbudget und Bildung der Eltern abhängig sein“

Integrationsbericht und OECD-Studie zeigen, dass im Bildungsbereich endlich gehandelt werden muss.

Utl.: Integrationsbericht und OECD-Studie zeigen, dass im
Bildungsbereich endlich gehandelt werden muss. =

Wien (OTS) - Der gestern vorgestellte Integrationsbericht und die
OECD-Bildungsstudie „Education at a glance“ unterstreichen einmal
mehr: Bildungschancen sind hierzulande sehr ungerecht verteilt und
stark von sozialer Herkunft, finanziellen Möglichkeiten und
Alltagssprache im Elternhaus abhängig. Corona hat die Situation noch
weiter verschärft.
AK-Präsidentin Renate Anderl betont: "Wir können uns diese
Bildungsschere nicht mehr leisten. Der Lernerfolg der Kinder und
Jugendlichen darf nicht von Bildung, Sprache oder Bankkonto der
Eltern abhängig sein. Schulen müssen so ausgestattet werden, dass
jedes Kind seine Chance auf Lernerfolg bekommt. Ganztagsschulausbau,
sowie Chancenindex und Sprachschlüssel der AK zeigen den Weg.“

Stillstand im Bildungsbereich

Alljährlich zeichnen Berichte zur schulischen Leistung von
Österreichs SchülerInnen dasselbe Bild: Kinder aus Elternhäusern mit
niedrigerem Bildungsstatus und wenig Unterstützungsmöglichkeiten
schneiden deutlich schlechter ab als ihre SchulkollegInnen - ganz
besonders, wenn daheim nicht Deutsch gesprochen wird. Trotzdem werden
seit Jahren keine ausreichenden Maßnahmen gesetzt, um die
Bildungsschere zu schließen.
„Damit muss endlich Schluss sein“, fordert AK-Präsidentin Renate
Anderl. „Lernerfolg wird nach wie vor an die Familien delegiert,
obwohl wir längst wissen, dass nicht alle Eltern ihre Kinder gleich
gut unterstützen können. Es ist auch nicht jeder Schulstandort gleich
- das Geld für die Schulen mit der Gießkanne ins System zu schütten,
verstärkt diese Ungerechtigkeit, statt sie auszugleichen“.

Treffsichere Förderung statt Gießkannenprinzip

Deshalb plädiert Anderl für nachhaltige Reformen.
- Mit dem AK Chancenindex sollen zusätzliche Schulressourcen künftig
treffsicher vergeben werden. Einfach gesagt: je größer die sozialen
Herausforderungen, desto höher die finanzielle Unterstützung.
- Der zügige Ausbau von Ganztagsschulen soll noch mehr Familien
entlasten und jedem Kind die gleiche Chance auf schulische Förderung
geben.
- Mit dem Sprachschlüssel der AK könnte in Kindergarten und Schule
frühzeitig die konsequente Sprachförderung in Deutsch und den
Erstsprachen der Kinder gestärkt werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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