- 03.09.2020, 11:09:03
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Schnabl/Renner/Kucharowits zu Agrana: Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze gewährleisten
Verantwortliche in Bundesregierung & Land sind gefordert, eine gangbare Lösung zu erarbeiten
Utl.: Verantwortliche in Bundesregierung & Land sind gefordert, eine
gangbare Lösung zu erarbeiten =
St. Pölten / Leopoldsdorf (OTS) - Landesparteivorsitzender LHStv.
Franz Schnabl fordert Bundesministerin Köstinger und LHStv. Pernkopf
auf, im für heute angekündigten „Agrana-Gipfelgespräch“ Lösungen zu
erarbeiten, die einerseits die weit mehr als 150 Arbeitsplätze retten
und andererseits die Versorgungssicherheit unseres Landes mit
österreichischem Zucker garantieren: „Die Zeit drängt. Alle
Möglichkeiten müssen in die Überlegungen zur Rettung des Standortes
Leopoldsdorf miteinbezogen werden. Sollte sich Agrana für ein
Kurzarbeitsmodell entscheiden können, dann ist Köstinger am Zug,
umgehend die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die
Details dazu müssen bis spätestens Ende Oktober mit den
Sozialpartnern ausverhandelt sein.“ Schnabl weist darauf hin, dass
das AMS die Kosten für die 150 ArbeitnehmerInnen im Falle der
Arbeitslosigkeit errechnet habe: Diese würden sich in eineinhalb
Jahren auf 4,6 Millionen Euro belaufen. „Geld, dass man auch in
Maßnahmen stecken kann, die den Standort und damit den Menschen ihren
Arbeitsplatz erhalten“, erklärt Schnabl.
Er fordert zusätzliche Anreize und Förderungen für langfristig
angelegte Zuckerrübenflächen – etwa Fünf-Jahresverträge und
Förderungen von Bund und Land für den Rübenanbau. Zudem sei für
Schnabl, angesichts der Herausforderungen durch den Rüsselkäfer, die
Förderung alternativer Pflanzenernährung ein wichtiger Aspekt für den
Zuckerrübenanbau im Marchfeld. „Das Stärken des Immunsystems von
Boden und Pflanzen muss gefördert werden – die Gesundheit der
KonsumentInnen, aber auch wirtschaftliche Aspekte können hier
gleichermaßen berücksichtigt werden“, sagt Schnabl. In diesem Bereich
seien schon einige alternative Maßnahmen erprobt worden, auch in
Niederösterreich gäbe es Vorzeigebetriebe: „Ministerin Köstinger muss
ein Signal setzen und gerade in diesem Bereich die Forschung und
Entwicklung unterstützen.“
Schnabl stelle sich ein Fördervolumen von neun Millionen Euro vor.
Das beinhaltet neben Investitionen in Forschung und Entwicklung,
unterstützende Maßnahmen für die Zuckerrübenproduktion, deren
Produzenten und ArbeitnehmerInnen auch die Bindung von AMS-Mittel auf
drei Jahre.
Nationalrätin Katharina Kucharowits: „Volle Solidarität mit den
MitarbeiterInnen der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf! Wir fordern seit
Monaten Lösungen, die wir auch auf den Tisch gelegt haben.
Kurzarbeit, sowie Förderungen gekoppelt an Biobekämpfungsmittel. All
das im Sinne der MitarbeiterInnen, des Standorts sowie der
Regionalität. Unsere Hände sind immer noch ausgestreckt und bleiben
es, denn der Wiener Zucker soll weiterhin aus Österreich kommen und
nicht aus Brasilien mit einem massiven CO2-Ausstoß importiert werden.
Auch die Präsidentin des NÖ Landtags LAbg. Karin Renner,
SPÖ-Bezirksvorsitzende des Bezirks Gänserndorf, schließt sich den
Forderungen von Franz Schnabl an: „Arbeitsplätze sichern, die
Produzenten unterstützen und die Versorgungssicherheit in unserer
Region, unserem Land, gewährleisten – durch die Realisierung der
SPÖ-Vorschläge würde der Standort erhalten bleiben und alle
Beteiligten profitieren. Voller Einsatz für die Beschäftigten und die
Bauern ist gefragt“, fordert sie die Verantwortlichen aus Bund und
Land auf, keine Zeit mehr zu verlieren.
"Für Dich, für Alle, für Österreich" nennt sich eine im Juni
gestartete Kampagne des Bauernbundes, die die Selbstversorgung
Österreichs durch die heimische Landwirtschaft forciert. „Der
Lackmustest für die Ernsthaftigkeit dieser Kampagne steht jetzt an,
wenn es darum geht, die Agrana-Zuckerfabrik im Marchfeld zu retten
und vielen ArbeitnehmerInnen eine Perspektive zu geben. Gleichzeitig
würde der Weiterbestand die Versorgung mit heimischem Zucker
gewährleisten und eine Auslagerung und einen noch größeren
ökologischen Fußabdruck, durch die Einfuhrnotwendigkeit, verhindern“,
meint Renner.
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