• 02.09.2020, 08:52:31
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ÖAMTC: Bike-Sharing – weltweit 10 Millionen Leihräder unterwegs (+ Grafik)

Asien größter Markt, Niederlande Vorreiter im Bereich der Leihradsysteme

Utl.: Asien größter Markt, Niederlande Vorreiter im Bereich der
Leihradsysteme =

Wien (OTS) - Sharing-Modelle ermöglichen individuelle Mobilität ohne
große Investition in eigene Fortbewegungsmittel. Die Vorteile von
Leihradsystemen, insbesondere im urbanen Raum, liegen auf der Hand:
Bike-Sharing ist günstig – das geliehene Fahrrad kostet meist nicht
viel mehr als 1 Euro pro Stunde – und bietet sich für kurze bis
mittlere Strecke an. Leihfahrräder lassen sich außerdem optimal mit
anderen Transportmodi wie Bahn, öffentlichem Nahverkehr oder
E-Rollern kombinieren. Zudem bieten geliehene Fahrräder in der
aktuellen Corona-Pandemie eine zusätzliche Möglichkeit, sich
kontaktlos fortzubewegen und die Sicherheitsabstände einzuhalten.
Weltweit existieren 1.250 verschiedene Verleihsysteme in über 70
Ländern mit insgesamt mehr als 10 Millionen Leihrädern. Der größte
Markt ist Asien: Allein in Peking stehen rund 2,3 Millionen
Leihfahrräder zur Verfügung. In Europa liegen London (mit 18.000
Fahrrädern), Paris (15.000) und Berlin (14.000) mit dem dichtesten
Leihradnetz vorne. In den USA bieten New York, Seattle und San
Francisco immerhin 8.000 Fahrräder zur Miete. Hierzulande werden in
Wien über den Anbieter Citybike rund 1.500 Fahrräder zur Miete
angeboten – auf 1.000 Einwohner kommen in der österreichischen
Hauptstadt demnach 0,79 Leihräder. In den Bundesländern bietet
Nextbike rund 2.000 Leihräder in rund 22 Gemeinden zur Miete an
(Quelle: ÖAMTC-Innovation). "Studien gehen davon aus, dass
Bike-Sharing in Zukunft auf kurze und mittlere Distanzen günstiger
sein wird als etwa autonome Fahrzeuge", lässt Christian Huter,
Innovationsmanager beim Mobilitätsclub, in die Zukunft blicken.

Bike-Sharing als integraler Bestandteil der multi- und
intermodalen Mobilität

Als globaler Vorreiter in Sachen Bike-Sharing gilt Amsterdam: In der
niederländischen Hauptstadt standen bereits in den 1960er-Jahren
unverriegelte Fahrräder – sogenannte "White Bikes" – zur freien
Verfügung. Später etablierten sich in vielen Städten pfandbasierte
Systeme, wie z. B. das von ”Viennabike”, dem ersten
Bike-Sharing-Anbieter Wiens. Das Projekt scheiterte jedoch nach
wenigen Wochen, da nur ein Teil der bereitgestellten 1.500 Fahrräder
wieder auffindbar war. Kurz darauf gründete die Werbegesellschaft
Gewista das Bike-Sharing-Unternehmen Citybike, welches unter der
Federführung der Stadt Wien seit 2003 betrieben wird. Erstmals
mussten sich interessierte Radler vor der Nutzung der Räder
registrieren. Fälle von Vandalismus und Diebstahl konnten durch das
System verringert werden. 2014 erfolgte ein Ausbau des Wiener
Citybike-Bestandes auf insgesamt 121 Stationen – eine Modernisierung
der Flotte erfolgte allerdings nicht. Generell unterscheidet man bei
Bike-Sharing-Modellen zwischen stationsgebundenen sowie
"Free-Floating-Modellen" – das sind frei stehende Fahrräder, die
räumlich flexibel angemietet und abgestellt werden können – und
Hybridlösungen, die beides miteinander verbinden. "Free-Floating"
Bike-Sharing wurde hierzulande von asiatischen Firmen wie ofo und
oBike angeboten, konnte sich jedoch aufgrund von Vandalismus und
qualitativen Mängeln nicht auf dem österreichischen Markt halten.
Auch der Anbieter 'Donkey Republic', der eine Mischform aus Free
Floating und stationsbasierten Fahrrädern anbot, funktionierte in
Wien nicht auf Dauer.

Mobilitätsclub empfiehlt Optimierung des
Citybike-Flottenmanagements

2018 zählte Citybike bereits mehr als 1 Million Fahrten und 3,5
Millionen zurückgelegte Kilometer, ehe in diesem Jahr das Ende für
den Betrieb drohte. Das Aus wurde vonseiten der Stadt Wien kürzlich
abgewendet. Die Wiener Linien wurden daraufhin für die Fortführung
des Betriebes und der Weiterentwicklung der Citybike-Flotte
beauftragt. "Der ÖAMTC begrüßt die Entscheidung des Bürgermeisters –
schließlich ist Citybike Wien ein wesentlicher Baustein für die
Multimodalität in unserer Stadt. Das Angebot wird von vielen
Wienerinnen und Wienern, Pendlerinnen und Pendlern aus
Niederösterreich und dem Burgenland sowie Touristen genützt", zeigt
sich Ernst Kloboucnik, ÖAMTC-Landesdirektor für Wien,
Niederösterreich und das Burgenland über die Fortführung erfreut. Aus
Sicht des ÖAMTC ist das Flottenmanagement jedoch wesentlich
weiterzuentwickeln. "Ein ausgewogener Flottenmix aus Fahrrädern,
E-Bikes und Lastenrädern würde das Angebot vervollständigen. Zudem
wäre es sinnvoll, den Stationsabstand zu verringern und die
Verteilung der Räder über eine Ausdehnung des Geschäftsgebiets auf
das gesamte Stadtgebiet zu erweitern", so Huter.

Aviso an die Redaktionen:
Eine Grafik zu dieser Aussendung steht im ÖAMTC-Portal zum Download
bereit: https://www.oeamtc.at/presse

Grafik-Copyright: ÖAMTC/auto touring

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