„Wir müssen verhindern, dass aus Corona-Arbeitslosen Langzeitarbeitslose werden“

Acht Keyfindings aus der AK „Offensive: Arbeitsmarkt“ zum Thema „Jobs für Langzeitarbeitslose?!“

Wien (OTS) - 142.706 Personen waren in Österreich zuletzt langzeitarbeitslos, das heißt, sie waren mehr als ein Jahr arbeitslos gemeldet. „Auch wenn sich der Arbeitsmarkt nach dem dramatischen Einbruch im März langsam wieder erholt, so haben nicht alle Menschen dieselben Chancen wieder in Beschäftigung zu gelangen“, sagt AK Arbeitsmarktexperte Simon Theurl. Im Rahmen der „Offensive:
Arbeitsmarkt“ wurde in der AK zum Thema „Jobs für Langzeitarbeitslose?!“ diskutiert.

Die Keyfindings aus der Debatte, an der neben Simon Theurl, der Ökonom Oliver Picek (Momentum), die ORF-Journalistin Alexandra Siebenhofer und Thomas Rihl von Job TransFair teilnahmen:

+ Nicht jeder, der einen Job derzeit sucht, hat die Chance, einen zu finden: Das Verhältnis zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen ist im Moment 1 zu 5.

+ Selbst in Zeiten sinkender Arbeitslosigkeit sinken die Chancen in Beschäftigung zu gelangen mit steigendem Alter und dauernder Arbeitslosigkeit. Selbst in Zeiten guter konjunktureller Entwicklung, steigt das Risiko Langzeitarbeitslosigkeit zu werden ab dem jungen Alter von 45 Jahren. Gleichzeitig sinken die Chancen wieder in Beschäftigung zu gelangen mit dauernder Arbeitslosigkeit. Eine Studie zeigt, dass bereits nach einer Dauer von 10 Monaten 35% weniger Unternehmen überhaupt noch auf Bewerbungen antworten.

+ Eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit muss verhindert werden, dafür braucht es eine Jobgarantie für Menschen die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Die AK hat ein eigenes Modell entwickelt, die Chance45. Für Menschen die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben – etwa ältere Langzeitarbeitslose – sollen 45.000 Jobs geschaffen werden. Menschen in den Gemeinden und Bezirken sollen bei der Wahl der Jobs einbezogen werden.

+ 45.000 neue Jobs würden 315 Millionen Euro kosten, berücksichtigt die Kosten, die ansonsten für Arbeitslosigkeit anfallen sowie die Rückflüsse über Sozialversicherungs-Beiträge und Steuereinnahmen. Derzeit geben wir Geld aus für Menschen, die in der Arbeitslosigkeit gefangen sind und eigentlich gern was tun würden

+ Es braucht mehr Personal für das AMS (650 Planstellen mehr), um eine bessere Beratung zu gewährleisten.

+ Die Flaute am Arbeitsmarkt muss für berufliche Umorientierung und Weiterbildung genutzt werden.

+ Die Chance 20.000 hat gezeigt, wie viel Positives möglich ist, wenn mit staatlicher Unterstützung Arbeitsplätze geschaffen werden.

+ Eine Jobgarantie kann Arbeitslosigkeit bekämpfen. Gleichzeitig lassen sich öffentliche Dienstleistungen, wie den Nahverkehr, Essenslieferungen, Krankentransporte, Kulturangebote, Pflegearbeit usw ausbauen

Die Diskussion ist online zu sehen unter www.arbeiterkammer.at/OffensiveArbeitsmarkt

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