• 12.08.2020, 13:39:14
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Generation Corona leidet unter „verstopften Einstiegsarbeitsmärkten“

Acht Keyfindings aus der AK „Offensive: Arbeitsmarkt“ zum Thema „Jugend ohne Chance?“

Utl.: Acht Keyfindings aus der AK „Offensive: Arbeitsmarkt“ zum
Thema „Jugend ohne Chance?“ =

Wien (OTS) - Derzeit suchen fast 53.000 junge Menschen in Österreich
Ausbildungs- oder Arbeitsplätze. „Auch Schülerinnen und Schüler
brauchen deutlich mehr Unterstützung zur Bewältigung der durch Corona
entstandenen Nachteile“, sagt AK Arbeitsmarktexpertin Silvia
Hofbauer. Im Rahmen der „Offensive: Arbeitsmarkt“ wurde in der AK zum
Thema „Jugend ohne Chance?“ diskutiert.

Die Keyfindings aus der Debatte, an der neben Silvia Hofbauer
Wifo-Ökonomin Julia Bock-Schappelwein, Britta Schmidjörg (WUK
Jugendcoaching Coaching Plus) sowie die Journalistin Melisa Erkurt
teilnahmen:

+ Junge Menschen sind unter anderem deshalb so stark von
Arbeitslosigkeit betroffen, weil sie oft jene sind, die zuletzt kamen
und deshalb als erste gekündigt wurden. Derzeit sind fast 36.000
Menschen zwischen 20- und 24 Jahren als arbeitslos beim AMS gemeldet.
Viele von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Für sie
braucht es die Möglichkeit, Ausbildungen bzw. Ausbildungsabschlüsse
nachzuholen oder sich beruflich umzuorientieren in einen
zukunftsträchtigeren Beruf.

+ Im Herbst droht eine große Lehrstellenlücke. Ende Juli waren 11.613
Lehrstellensuchende beim AMS gemeldet, das sind jene, die sofort eine
Lehrstelle antreten könnten. Dazu kommen noch die Jugendlichen, die
derzeit in einer kurzfristigen Schulungsmaßnahme sind oder erst im
Herbst eine Lehrstelle antreten können. Dies sind in Summe fast
28.000 Jugendliche unter 19 Jahren. Sofort verfügbare Lehrstellen gab
es Ende Juli 6.130. Laut Umfragen wollen weniger Betriebe
Ausbildungen anbieten.

+ Es braucht mehr Plätze in der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) –
für bis zu 7.500 Personen zusätzlich. Die zusätzlichen Ausgaben für
dieses Jahr kann das AMS organisieren. Für 2021 gibt es jedoch noch
keine Budgetzusage der Bundesregierung. Und es braucht die
Einrichtung von Ausbildungsverbünden, eine Bindung der Vergabe von
öffentlichen Aufträgen an das Vorliegen von Lehrverhältnissen und
mehr Lehrstellen im öffentlichen Bereich.

+ Weil der Lehrstellenmarkt verstopft ist, werden deutlich mehr
Schulplätze im Herbst gebraucht werden.

+ Besonders wenig Chancen haben MigrantInnen-Kinder, denen die Eltern
wenig Unterstützung in der Schule geben können. Aus diesem Grund
braucht es eine andere Form der Schulfinanzierung (Chancenindex) und
Ganztagsschulen.

+ Jugendliche brauchen bessere digitale Kompetenzen. Viele kennen
sich mit Social Media aus, aber nicht mit Programmen wie Word. Dazu
braucht es verbesserte Bedingungen für digitales Lernen, vor allem
bessere technologische Ausstattung, die allen Jugendlichen die
Teilnahme ermöglicht.

+ Die Gruppe der 15 bis 25-Jährigen ist eine sehr heterogene Gruppe.
Da gibt es Jugendliche, die Lehrstellen suchen, die eine Lehre
absolvierten, MaturantInnen, Studierende, deshalb gibt es auch nicht
nur eine Lösung, sondern es braucht mehrere Wege.

+ Jugendlichen mit Erkrankungen würden Ausbildungsformen mit
geringerer zeitlicher Belastung und längerer Lehrzeit helfen, das
Angebot dafür ist jedoch zu gering.

Die Diskussion ist online zu sehen unter
www.arbeiterkammer.at/OffensiveArbeitsmarkt

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