Arzneimittel im Wert von 860 Millionen Euro nicht im Sicherheitsnetz enthalten

Der Verband der Arzneimittel-Vollgroßhändler stellt weiterhin Rückgang bei der Abgabe von Antibiotika und Schmerzmedikamenten fest.

Wien (OTS) - Vorübergehende Grenzschließungen, lange Transportwege, zusätzliche Infektionsschutz-Maßnahmen und extreme Nachfrageschwankungen haben deutlich gemacht, wie herausfordernd unsere nationale Arzneimittel-Versorgung ist. Die gefüllten 23 Lager des Arzneimittel-Vollgroßhandels schaffen aufgrund ihrer geografischen Aufteilung über ganz Österreich ein gut funktionierendes Sicherheitsnetz, um diese Herausforderungen zu meistern und halten die regionale Medikamenten-Versorgung ausfallssicher in ganz Österreich aufrecht.

Laut aktuellen Zahlen des PHAGO Arzneimittel-Radars sind allerdings Arzneimittel im Wert von über 860 Millionen Euro jährlich nicht in diesem Sicherheitsnetz enthalten, weil sie unter Ausschluss des Vollgroßhandels direkt an die Apotheken geliefert werden.

Ansonsten sticht Corona-bedingt am Arzneimittel-Radar der Voll-Großhändler der Rückgang bei Antibiotika und Schmerzmitteln am meisten ins Auge: Konkret wurden im Juli 2020 um 24 Prozent weniger Antibiotika in der Apotheke abgegeben als im Jahr davor. Der Rückgang bei Schmerzmedikamenten beträgt im Vergleich zu Juli 2019 acht Prozent.

"Wir sind aufgrund der aktuellen Situation unverändert mit einer sehr hohen Unsicherheit konfrontiert, niemand kann derzeit abschätzen, wie sich der Herbst entwickeln wird. Wenn alle Arzneimittel über den vollsortierten Großhandel laufen würden, könnten wir unseren gesetzlichen Versorgungsauftrag im vollen Umfang wahrnehmen und ein Sicherheitsnetz für die gesamte Arzneimittelversorgung in Österreich knüpfen.“, erklärt PHAGO Vorstand Mag. Thomas Brosch.

Über PHAGO:

PHAGO ist eine freiwillige Interessenvertretung des österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhandels. Dessen wichtigste Aufgabe ist die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung für Österreich. Als Rückgrat der Arzneimittelversorgung kümmert sich der Großhandel daher um die Planung, Abwicklung und Auslieferung von 20 Millionen Arzneimitteln, die jedes Monat von der Industrie in die Apotheke gebracht werden müssen. Um besonders in der Krise schnell reagieren zu können, beobachten die PHAGO-Großhändler genau, wie sich die Lagerstände in ihren 23 Standorten in ganz Österreich entwickeln.

Rückfragen & Kontakt:

Für PHAGO:
Mag. Britta Blumencron
Britta Blumencron Gesundheitskommunikation
Tel. + 69910112223

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PHG0001