ÖPG Pfandsystemgesellschaft kritisiert 10-Punkte-Plan der WKO für die Kreislaufwirtschaft: „Keine Lösung des Problems“

ÖPG-Geschäftsführer Abl: „Der Plan ist nicht zu Ende gedacht, die Zielerreichung nicht garantiert und die Kosten werden direkt auf die Konsumenten abgewälzt.“

Wien (OTS) - Die ÖPG Pfandsystemgesellschaft kritisiert den diese Woche präsentierten Zehn-Punkte-Plan der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) für die heimische Kreislaufwirtschaft. „Die von der WKO vorgeschlagene Erweiterung des Holsystems – also eine einheitliche Sammlung von Kunststoffverpackungen direkt bei Haushalten und öffentlichen Gebäuden im gelben Sack oder in der gelben Tonne – führt vor allem im urbanen Raum zu einer Verteuerung der Betriebskosten des Systems. Für die Sammlung und Sortierung von Wertstoffen würden die Konsumentinnen und Konsumenten dann verstärkt zur Kasse gebeten werden“, so Christian Abl, Geschäftsführer der ÖPG Pfandsystemgesellschaft.

Darüber hinaus bringt der Zehn-Punkte-Plan der WKO laut Abl keine wirkliche Lösung für die derzeit angespannte Situation in Sachen Sortierung und Recycling von Kunststoffverpackungen in Österreich. „Österreich hat immer noch nicht genug Sortieranlagen und auch bei den Recycling-Kapazitäten bleibt einiges aufzuholen. An diesem Grundproblem unserer Kreislaufwirtschaft geht die WKO mit ihrem Plan vorbei. Es sei daran erinnert, dass die Österreicherinnen und Österreicher alleine im letzten Jahr an die 161.000 Tonnen Leichtverpackungen gesammelt haben. Gleichzeitig liegen die Kapazitäten der teilweise veralteten und überlasteten Sortieranlagen bei rund 160.000 Tonnen. Unsere Sortieranlagen sind im Durchschnitt zwölf Jahre alt und nur ein Drittel davon ist mit sensorbasierter Technologie ausgestattet. Hier bedarf es dringender Investitionen, die in den letzten Jahren nicht ausreichend getätigt wurden“, bemängelt Abl.

Pfand macht Kapazitäten frei

Die jährlich gesammelten Mengen an Leichtverpackungen in Österreich beinhalten 30.000 Tonnen PET-Getränkeflaschen. Ein zentral koordiniertes Pfandsystem für diese Getränkeflaschen würde Platz für 30.000 Tonnen andere Kunststoffverpackungen schaffen, ohne die sehr belasteten Kapazitäten weiter einzuschränken. „Darüber hinaus ist ein Einweg-Pfandsystem eine effektive Lösung für das steigende Littering-Problem in Österreich. Denn kaum jemand wird sich dafür entscheiden, bares Geld achtlos in der Natur zu entsorgen“, erklärt der ÖPG-Geschäftsführer. Im WKO-Plan befinde sich außerdem nichts zur geplanten Plastiksteuer, die ab 2021 auch in Österreich eingeführt wird. „Nur mit einem einheitlichen und modernen Pfandsystem können wir die von der EU vorgeschriebenen Sammelquoten für Getränkeflaschen von mindestens 90 Prozent sogar überschreiten, ohne die Kosten für die Konsumentinnen und Konsumenten und Hersteller zu steigern. Gleichzeitig können dann die Recyclingquoten auf alle Kunststoffverpackungen wesentlich erhöht werden, vor allem, wenn verpflichtende Einsatzquoten von Rezyklaten in allen Verpackungen eingeführt werden“, fordert Christian Abl.

WKO vertritt partikulare Interessen

Die ÖPG Pfandsystemgesellschaft begrüßt zwar die Punkte aus dem WKO-Plan zu einer besseren Erfassung des Gewerbeabfalls und einer Weiteroptimierung des ökologischen Verpackungsdesigns, kritisiert dennoch eine einseitige Vorgangsweise der WKO in diesen Fragen: „Anstatt eine Interessenvertretung aller österreichischen Unternehmen zu sein, mischt sich die WKO in ein Marktthema wie Sammlung und Recycling von Wertstoffen direkt ein und vertritt dabei partikulare Interessen. Die ÖPG Pfandsystemgesellschaft und zahlreiche andere WKO-Mitglieder, die im Gegensatz zur WKO-Position für ein Einweg-Pfandsystem in Österreich sind, haben hier keine Chance auf Mitwirkung“, kritisiert der ÖPG-Chef.

„Wir fordern die WKO daher erneut auf, alle ihre Mitglieder in die Entscheidungsfindung im Bereich Kreislaufwirtschaft einzubinden und ihre Interessen ausgeglichen zu vertreten“, so Abl abschließend.

Die ÖPG Pfandsystemgesellschaft m.b.H. (ÖPG) ist eine Gesellschaft zur Errichtung und zum Betrieb von Pfandsystemen für alle Produkte, die über Ein- oder Mehrweg-Systeme ordentlich und sicher gesammelt, verwertet oder wiederverwendet werden sollen. Die im Jänner 2020 gegründete Gesellschaft ist vollkommen unabhängig von bestehenden Systemen und ermöglicht Herstellern, Recyclern und anderen Stakeholdern eine neutrale Beteiligung an zukünftigen Pfandsystemen.

Rückfragen & Kontakt:

Christian Abl
Mobil: +43 660 2449455
Mail: abl@oepg-pfandsystem.at

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