Hohe Mehrkosten für Voll-Großhandel durch Corona-Krise

2,5 Millionen Euro Kosten zusätzlich, um Arzneimittelversorgung zu garantieren. Und das bei teils starkem Rückgang bei Medikamenten.

Wien (OTS) - Hinter dem österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhandel stehen fünf Unternehmen, die dafür sorgen, dass der nationale Arzneimittelvorrat bereitgestellt werden kann und Arzneimittel vor Ort sind, wenn sie rasch benötigt werden.
Die Corona-Krise bescherte den fünf PHAGO-Großhändlern zusätzliche Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Um die Arzneimittelversorgung in der Phase des Lockdowns zu garantieren, musste deutlich mehr in Personal, weitere Sicherheitsmaßnahmen wie Sondertransporte, Thermoversandboxen, Security und in höhere Lagerbestände, um bei Bedarf Knappheiten ausgleichen zu können, investiert werden.

„Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir als Rückgrat der Arzneimittelversorgung auch in der Krise verlässliche Partner sind und vor allem rasch reagieren können“, sagt der Präsident des Verbandes der Arzneimittel-Vollgroßhändler PHAGO, Dr. Andreas Windischbauer.
Die aktuelle Situation stellt die PHAGO-Betriebe vor Schwierigkeiten: Trotz Mehrkosten ist - nach anfänglichen Hamsterkäufen von Medikamenten im März - die Entwicklung während der gesamten Corona Krise negativ. Konkret sehen die Zahlen für das 2. Quartal 2020 im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres wie folgt aus:

Antibiotika - 46 %

Blutdruckmittel - 16 %

Mittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten - 11 %

Psychopharmaka (Psycholeptika sowie Psychoanaleptika) - 11 %

Antidiabetika - 10 %

Cholesterinsenker - 8 %

Schmerz-Medikamente - 19 %

Mittlerweile liegt der Preis für sehr viele Medikamente bei einigen Euro. Bei diesen Arzneimitteln ist die Auslieferung für den Voll-Großhandel nicht mehr kostendeckend.

PHAGO-Präsident Windischbauer: „Wir leisten als Vollgroßhandel unseren Beitrag, damit die Menschen auch in Ausnahmezeiten ihre benötigten Arzneimittel bekommen. Schwierig macht es, dass wir zwei Drittel der Packungen um weniger ausliefern, als eine Briefmarke für einen normalen Brief kostet.“

Über PHAGO:

PHAGO ist eine freiwillige Interessenvertretung des österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhandels. Dessen wichtigste Aufgabe ist die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung für Österreich. Als Rückgrat der Arzneimittelversorgung kümmert sich der Großhandel daher um die Planung, Abwicklung und Auslieferung von 20 Millionen Arzneimitteln, die jedes Monat von der Industrie in die Apotheke gebracht werden müssen. Um besonders in der Krise schnell reagieren zu können, beobachten die PHAGO-Großhändler genau, wie sich die Lagerstände in ihren 23 Standorten in ganz Österreich entwickeln.

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Für PHAGO:
Mag. Britta Blumencron
Britta Blumencron Gesundheitskommunikation
Tel. + 69910112223

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