TKG bedauert die pauschale Kriminalisierung durch die Integrationsministerin der Republik Österreich!

Einspruch für die Republik Österreich

Wien (OTS) - Das gestrige Interview der Integrationsministerin Susanne Raab auf Krone.tv mit dem Berichtstitel: „Aus für Extremismus: Türkische Vereine für Raab „Nährboden der Gewalt“ verursachte in der austrotürkischen Community, die in Österreich über 400.000 Menschen ausmacht, und unter vielen unabhängigen austrotürkischen Vereinen Kopfschütteln, Trauer und Unmut. Auch in der gestrigen ORF ZIB 2 ging es um das gleiche Thema mit Frau Integrationsministerin.

Für diese gewiss integrationserschwerenden Aussagen nimmt Frau Ministerin die gewalttätigen Ereignisse in Wien-Favoriten als Anlass, obwohl kein einziger türkischer Verein in Favoriten, weder von der Polizei noch von der Politik genannt wurde, und de facto alle seriösen unabhängigen austrotürkischen Vereine sich von diesen nicht akzeptablen Ereignissen distanziert und die Jugendlichen, die dort teilgenommen haben, verurteilt haben.

Die TKG bedauert die pauschale Kriminalisierung durch die Integrationsministerin der Republik Österreich gegenüber austrotürkischen Vereinen und der türkischen Community in Österreich.

Die Bekämpfung des politischen Islams darf nicht auf Kosten der integrierten türkischen Community durchgeführt werden. Integration braucht integrierte MigrantInnen, ohne diese Menschen kann es der Gesellschaft nicht gelingen, die MigrantInnen zu integrieren.

Frau Ministerin, Sie brauchen die Solidarität der MigrantInnen, wenn Sie wirklich an Integration interessiert sind.

Die Proponenten der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) kämpfen als überzeugte wehrhafte Demokraten seit 30 Jahren gegen politisierten Glauben und Rassismus jeder Art, egal welche Religion bzw. Nation, weil hier unter dem Vorwand Religionsfreiheit, Solidarität, Demokratie und Unkenntnis der AnsprechpartnerInnen der Gesellschaft die freiheitlich demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung mit der Zeit ausgehöhlt wird. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei in Österreich sind gegen den reaktionären bzw. legalistischen, extremistischen und politisierten Glauben.

Wir fordern die Koalitionsregierung ÖVP und Grüne Partei dazu auf, ab jetzt gegenüber der Minderheit der TürkenInnen und allen türkischen Vereinen keine verachtende Politik, unter dem Vorwand „Politischer Islam“ bzw. „Erdogan-AKP“, "Graue Wölfe" Kritik zu verüben bzw. zu ermöglichen.

Wir machen in aller Höflichkeit darauf aufmerksam:

Wenn die Regierung gegen den religiösen Extremismus ankämpfen will, stehen viele unabhängige, wehrhafte, demokratische, austrotürkische Vereine freiwillig als überzeugte Verfassungspatrioten zur Verfügung, um Basisarbeit in der Gesellschaft zu unterstützen. Eines muss man bedenken: Mit Feuer (politischer Katholismus) kann man die Feuer (politischer Islam) nicht löschen. Ohne MigrantInnen kann man die Demokratiefähigkeit der MigrantInnen nicht erhöhen.

Liebe Frau Integrationsministerin Raab,

wir erheben Einspruch für die Republik Österreich. Wenn Sie den Kampf gegen Extremismus gewinnen möchten, dann brauchen Sie die integrierten MigrantInnen die das Problem kennen und bis jetzt auch dagegen mit demokratischen Methoden agiert haben. Durch Solidarität gewinnen Sie viel, aber durch Spaltung haben Sie schon verloren. Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung über den politischen Islam, also auch den Missbrauch des Korans durch Extremisten, müsse mit und nicht gegen Muslime geführt werden, so der IKG Präsident Deutsch. IKG-Generalsekretär Benjamin Nägele: "Pauschale Zuschreibungen treiben einen Keil in die Gesellschaft, schüren Vorurteile und geben Extremisten verschiedener ideologischer Richtungen Auftrieb."

Rückfragen & Kontakt:

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)
Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin
Tel.:01/513 76 15-0
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