Erzbischof Lackner trifft Vizekanzler Kogler

Erstes ausführliches Gespräch Lackners in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Bischofskonferenz mit dem Chef der Grünen - Klimaschutz, Corona-Krise und Flüchtlinge im Zentrum der Gespräche

Wien (KAP) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist am Donnerstag in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz erstmals mit Vizekanzler Werner Kogler in Wien zusammengetroffen. Kogler und Lackner sprachen im Anschluss an die Begegnung im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport gegenüber Kathpress unisono von einem "sehr gutem Gespräch über drängende Themen, die Kirche und Politik verbinden". Zentrale Themen dabei waren der Klimaschutz, der soziale Zusammenhalt, die anhaltende Corona-Krise sowie die Situation von Flüchtlingen.

Wie Erzbischof Lackner gegenüber Kathpress erklärte, habe er dem Vizekanzler über die kirchlichen Maßnahmen zur Umsetzung der Papst-Enzyklika "Laudato si" berichtet. "Der Schutz von Umwelt und Klima ist ein kirchliches Top-Thema" betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Seit fünf Jahren gebe es dazu in allen österreichischen Diözesen konkrete Schritte in Richtung einer Energiewende und eines öko-sozialen Wirtschaftens. Zentral für die Kirche sei auch der Einsatz für Flüchtlinge, "denn wir werden als Christen daran gemessen", so Lackner. In diesem Zusammenhang dankte der Vizekanzler der Kirche "für ihr Engagement bei der Integration und in der Flüchtlingsbetreuung".

Ausdrücklich dankte Kogler der Kirche auch für die gute Kooperation in der Corona-Krise, die für viele Gläubige und die Kirche große Einschränkungen gebracht habe. "Umso größer ist der Dank für den kirchlichen Einsatz zum Schutz vulnerabler Gruppen", betonte der Vizekanzler.

Grundlegend kam auch das Verhältnis von Staat, Kirche und Religion in einem säkularen Umfeld zur Sprache, wie der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter ausführte. Weil der Staat von geistigen Voraussetzungen lebe, die er sich selbst nicht geben könne, seien Religion und Ethik von fundamentaler Bedeutung, so Lackner. In diesem Sinne werde die von der ÖVP-Grünen-Regierung geplante Einführung eines Ethikunterrichts für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, ausdrücklich begrüßt.

Im "sehr guten Gespräch unter zwei Steirern" sei es schließlich auch um Sport gegangen: "Um Fußball im Allgemeinen und über Sturm Graz im Besonderen", wie beide als "bekennende Sturm-Fans" unisono festhielten.

Fix sei auch schon die Fortsetzung des Gesprächs in größerer Runde:
So werde es ein Spitzengespräch der Bischofskonferenz mit den Grünen im Herbst geben. Damit werde eine Reihe weitergeführt, die mit der ÖVP und dann mit der SPÖ schon begonnen wurde, so Lackner.

Erzbischof Lackner war am 16. Juni bei der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell in der Nachfolge von Kardinal Christoph Schönborn zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der Vorsitzende vertritt die katholische Kirche gegenüber dem Staat und hat damit eine Schlüsselfunktion hinsichtlich der Staat-Kirche-Beziehungen inne. In diesem Sinn hatte es ein erstes Zusammentreffen von Erzbischof Lackner mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schon vor zwei Wochen gegeben.

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