- 16.07.2020, 16:04:33
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Erzbischof Lackner trifft Vizekanzler Kogler
Erstes ausführliches Gespräch Lackners in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Bischofskonferenz mit dem Chef der Grünen - Klimaschutz, Corona-Krise und Flüchtlinge im Zentrum der Gespräche
Utl.: Erstes ausführliches Gespräch Lackners in seiner neuen
Funktion als Vorsitzender der Bischofskonferenz mit dem Chef
der Grünen - Klimaschutz, Corona-Krise und Flüchtlinge im
Zentrum der Gespräche =
Wien (KAP) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist am
Donnerstag in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der
Österreichischen Bischofskonferenz erstmals mit Vizekanzler Werner
Kogler in Wien zusammengetroffen. Kogler und Lackner sprachen im
Anschluss an die Begegnung im Bundesministerium für Kunst, Kultur,
öffentlichen Dienst und Sport gegenüber Kathpress unisono von einem
"sehr gutem Gespräch über drängende Themen, die Kirche und Politik
verbinden". Zentrale Themen dabei waren der Klimaschutz, der soziale
Zusammenhalt, die anhaltende Corona-Krise sowie die Situation von
Flüchtlingen.
Wie Erzbischof Lackner gegenüber Kathpress erklärte, habe er dem
Vizekanzler über die kirchlichen Maßnahmen zur Umsetzung der
Papst-Enzyklika "Laudato si" berichtet. "Der Schutz von Umwelt und
Klima ist ein kirchliches Top-Thema" betonte der Vorsitzende der
Bischofskonferenz. Seit fünf Jahren gebe es dazu in allen
österreichischen Diözesen konkrete Schritte in Richtung einer
Energiewende und eines öko-sozialen Wirtschaftens. Zentral für die
Kirche sei auch der Einsatz für Flüchtlinge, "denn wir werden als
Christen daran gemessen", so Lackner. In diesem Zusammenhang dankte
der Vizekanzler der Kirche "für ihr Engagement bei der Integration
und in der Flüchtlingsbetreuung".
Ausdrücklich dankte Kogler der Kirche auch für die gute Kooperation
in der Corona-Krise, die für viele Gläubige und die Kirche große
Einschränkungen gebracht habe. "Umso größer ist der Dank für den
kirchlichen Einsatz zum Schutz vulnerabler Gruppen", betonte der
Vizekanzler.
Grundlegend kam auch das Verhältnis von Staat, Kirche und Religion in
einem säkularen Umfeld zur Sprache, wie der Vorsitzende der
Bischofskonferenz weiter ausführte. Weil der Staat von geistigen
Voraussetzungen lebe, die er sich selbst nicht geben könne, seien
Religion und Ethik von fundamentaler Bedeutung, so Lackner. In diesem
Sinne werde die von der ÖVP-Grünen-Regierung geplante Einführung
eines Ethikunterrichts für alle, die keinen Religionsunterricht
besuchen, ausdrücklich begrüßt.
Im "sehr guten Gespräch unter zwei Steirern" sei es schließlich auch
um Sport gegangen: "Um Fußball im Allgemeinen und über Sturm Graz im
Besonderen", wie beide als "bekennende Sturm-Fans" unisono
festhielten.
Fix sei auch schon die Fortsetzung des Gesprächs in größerer Runde:
So werde es ein Spitzengespräch der Bischofskonferenz mit den Grünen
im Herbst geben. Damit werde eine Reihe weitergeführt, die mit der
ÖVP und dann mit der SPÖ schon begonnen wurde, so Lackner.
Erzbischof Lackner war am 16. Juni bei der Sommervollversammlung der
Bischofskonferenz in Mariazell in der Nachfolge von Kardinal
Christoph Schönborn zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der
Vorsitzende vertritt die katholische Kirche gegenüber dem Staat und
hat damit eine Schlüsselfunktion hinsichtlich der
Staat-Kirche-Beziehungen inne. In diesem Sinn hatte es ein erstes
Zusammentreffen von Erzbischof Lackner mit Bundeskanzler Sebastian
Kurz (ÖVP) schon vor zwei Wochen gegeben.
((ende)) PWU/GPU
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