LR Schleritzko präsentierte Maßnahmen zur Steigerung des Radverkehrs in Niederösterreich

200 neue Kilometer an Radschnellwegen bis 2030 & Erhöhung der Bike&Ride-Plätze auf 30.000 in den nächsten 5 Jahren

St. Pölten (OTS/NLK) - Aktive Mobilität, sprich Radfahren und Zufußgehen, soll in den Mobilitätsplänen des Landes Niederösterreichs in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko gab heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz neben dem Traisentalradweg beim Landtagsschiff in St. Pölten einen Überblick über den Status Quo des Radverkehrs in Niederösterreich und einen Ausblick auf geplante Infrastrukturmaßnahmen zur Förderung desselben. Das Ziel dabei ist klar: eine Verdoppelung des Anteils des Radverkehrs.

Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko betonte die Chance, das Mobilitätssystem in Niederösterreich „deutlich nachhaltiger zu gestalten“. „Wir haben die Mobilitätswende eingeleitet“, führte er aus, dass es nicht nur darum gehe, das Klima zu schützen, sondern auch die Gesundheit der Landesleute zu stärken. Neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs sollen daher die Radfahrerinnen und Radfahrer deutlich mehr in den Fokus der Landespolitik gestellt werden, hielt der Landesrat fest, dass das Fahrrad im Denken gleichberechtigt mit PKW, Zug und Bus behandelt werden solle.

„79 Prozent aller Haushalte besitzen zumindest ein Fahrrad. Der durchschnittliche Haushalt besitzt zwei Fahrräder“, führte Schleritzko aus, dass die Fahrrad-Verfügbarkeit in der Altersklasse sechs bis 17 Jahre mit 89 Prozent am größten sei. Gleich danach komme die mittlere Altersklasse von 35 bis 49 Jahren mit einer Fahrrad-Verfügbarkeit von 82 Prozent. Am geringsten sei die Fahrrad-Verfügbarkeit ab 65 Jahren, diese liege bei 48 Prozent, sagte der Mobilitäts-Landesrat, dass die Fahrrad-Verfügbarkeit im Alter abnehme.

„Sieben Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher besitzen ein Elektro-Fahrzeug“, betonte Schleritzko, dass die letzte Mobilitätserhebung ergeben habe, dass die Fahrräder mehr genutzt werden. 15 Prozent der Landsleute würden angeben, ihr Rad mehr zu nutzen als noch vor fünf Jahren, 48 Prozent würden außerdem gerne noch mehr Radfahren, als sie das heute tun.

„Nur sieben Prozent aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt“, führte der Landesrat aus, dass 40 Prozent aller Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden unter fünf Kilometer lang sind. Der durchschnittliche Rad-Weg betrage 4,1 Kilometer bzw. 20 Minuten – für fünf Kilometer brauche man etwa 25 Minuten. „Die Reichweite wird mit einem Elektrofahrzeug größer“, betonte der Landesrat, dass sich die durchschnittlich mit dem Elektrofahrzeug zurückgelegten Wege auf 8,4 Kilometer erhöhen. Hier gebe es viel Potenzial, meinte Schleritzko, dass das Rad als Alternative zum PKW „nichts Utopisches“ sei.

Als klares Ziel definierte der Landesrat: „Wir wollen in den nächsten zehn Jahren den Anteil des PKW-Verkehrs senken und den Anteil des Radverkehrs verdoppeln.“ Deshalb werde man in die Infrastruktur investieren, daran arbeiten, die Anschaffung für Elektro-Fahrräder noch attraktiver zu machen und auf Bewusstseinsbildung und Bewusstseinsschärfung setzen.

Was den Infrastrukturausbau anbelange, habe man durch den Ausbau der sogenannten Radl-Grundnetze in den letzten Jahren einige sehr positive Erfahrungen gemacht: „Im Raum St. Pölten konnte der Anteil des Radverkehrs etwa auf 14 Prozent gesteigert werden. 13 Prozent sind es im Raum Korneuburg. Im Tullnerfeld sind es zwölf Prozent, ebenso wie im Radl-Grundnetz-Gebiet Wien West“, so Schleritzko. „Wir wollen diesen Weg nicht nur weitergehen, sondern das Tempo und vor allem die Qualität erhöhen“, führte der Landesrat aus, dass bis 2030 200 Kilometer Radschnellwege geschaffen werden sollen.

„Radschnellwege zeichnen sich durch besondere Ausbaustandards aus“, betonte Schleritzko, dass diese das Radfahren auf den potenzialstärksten Routen in den einzelnen Hauptregionen besonders attraktiv machen sollen. Sie sollen das „Top-Level“ werden, wenn es um die Rad-Infrastruktur gehe. Es gehe dabei vor allem um sichere Infrastruktur, führte der Landesrat aus, dass man den PKW- baulich vom Fahrradverkehr trenne. Damit gehe man auf eines der größten Hemmnisse ein, auf das Rad zu steigen, nämlich die Angst vor der Gefahr verletzt zu werden.

Für die ersten Pilotprojekte habe man vier Regionen ausgewählt: 1. Stockerau – Korneuburg – Bisamberg, 2. Gänserndorf – Deutsch Wagram – Süßenbrunn, 3. Kottingbrunn – Baden – Mödling, 4. Gmünd – Schrems. Für die Umsetzung dieser Projekte brauche es etwa 26,1 Millionen Euro. Abseits der Investitionen des Landes, verhandele man auch über Fördermittel des Bundes für diese Projekte, außerdem würden auch die Gemeinden einen Beitrag leisten. Die Auswahl der Pilotprojekte sei aufgrund ihres Potenzials getroffen worden, führte der Landesrat aus, dass im Umfeld von zwei Kilometern dieser Radschnellwege 163.000 Menschen leben, die von den Verbindungen profitieren.

Neben dem Bau der Radschnellwege werde man auch weiter in den Ausbau des Radwegenetzes in Niederösterreich investieren. Was die Finanzierung betreffe, greife man auf zwei Budgettöpfe zurück: Zum einen werde es für 2020 und 2021 aus den Corona-Paketen des Landes insgesamt 8 Millionen Euro für den Ausbau von Fußgänger- und Radwegen geben – hier finanzieren das Land Niederösterreich und die Gemeinden gemeinsam. Zum anderen stünden 4 Millionen Euro im regulären Budget des Landes zur Verfügung. Also insgesamt 12 Millionen Euro für Projekte im Umfang von 50 Kilometer.

„42 Prozent der täglichen Arbeitswege haben eine Distanz von 20 und mehr Kilometern“, führte Schleritzko aus, dass Niederösterreich ein Land der Pendler sei und solche Entfernungen zu Fuß oder mit dem Rad kaum zu bewältigen seien, für eine kombinierte Nutzung von aktiver Mobilität und öffentlichem Verkehr seien diese aber gut geeignet. Deshalb werde man in den kommenden fünf Jahren das Angebot an Bike&Ride-Plätzen an Bahnhaltestellen um 30 Prozent auf 30.000 erhöhen. „Zukünftig sollen auch unkompliziert nutzbare Radgaragen oder Radboxen an stark frequentierten Haltestellen ein attraktives Angebot darstellen“, betonte der Landesrat, dass man damit auch den Nutzerinnen und Nutzern hochwertiger Räder ein gutes Service bieten wolle.

Mit all diesen Maßnahmen – Ausbau der Radinfrastruktur, 200 neue Kilometer an Radschnellwegen bis 2030 und Aufstockung des Bike&Ride-Angebotes um fast ein Drittel – wolle man den Anteil des Radverkehrs verdoppeln. „Das macht Niederösterreich nicht nur klimafit, sondern auch gesünder“, so Schleritzko.

Nähere Informationen: Büro LR Schleritzko, Florian Krumböck, BA, Telefon 02742/9005-13546, E-Mail florian.krumboeck@noel.gv.at

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