BirdLife Österreich begrüßt die Unterstützung von FBM Gewessler für das Bleiverbot bei der Jagd in Feuchtgebieten

Diese Woche stellt die EU die Weichen für das Verbot giftiger Bleimunition in Feuchtgebieten. BirdLife Österreich begrüßt, dass FBM Gewessler für den Verordnungsentwurf stimmen möchte.

Wien (OTS) - Die Belastung von Feuchtgebieten durch bleihältige Munition, die für die Jagd verwendet wird, ist schon lange bekannt. Ein EU-weites Verbot für bleifreies Jagen in Feuchtgebieten ist daher längst überfällig. In einem jahrelangen Prozess wurde der Sachverhalt von der Europäischen Chemikalienagentur umfassend geprüft und der Stand der Wissenschaft zusammengefasst. Ein Bleiverbot ist alternativlos.

Daher hat die EU-Kommission hierzu im Rahmen der REACH-Gesetzgebung einen Verordnungsentwurf zum Bleiverbot in Feuchtgebieten vorgelegt, die Abstimmungsfrist endet am 15.7.2020. BirdLife Österreich zeigt sich erfreut, dass FBM Gewessler den Vorschlag der EU-Kommission unterstützt. In Österreich gibt es schon seit Jahren ein Bleiverbot bei der Jagd auf Wasservögeln. „Alternative, schon in Verwendung befindliche Munition gibt es ausreichend; selbst FACE, der Europäische Dachverband für die Jagd, listet bleifreie Schrotmunition auf,“ erläutert Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

Blei hochgiftig für Mensch und Natur

Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall. Deshalb wurde die Nutzung in vielen Produkten des Alltags schon untersagt. Wenn Blei in die Umwelt gelangt, hat das für Tiere und Pflanzen gravierende Folgen, ebenso für die Gesundheit von Menschen. So sind Bleivergiftungen beispielsweise eine der Haupttodesursachen von Seeadlern. Sie nehmen beim Verzehr von Innereien eines erlegten Tieres Bestandteile zerlegter Bleigeschosse auf und sterben qualvoll. Blei ist auch für den Menschen schädlich. Es greift Nervensystem, Nieren sowie das Herz-Kreislaufsystem an, wird als krebserregend eingestuft und mindert die Intelligenz und Aufmerksamkeit von Kindern.

Besonders problematisch ist die Nutzung von bleihaltiger Schrotmunition. Eine Schrotpatrone enthält dutzende kleine Schrotkügelchen, von denen nach dem Schuss die meisten in der Umwelt verbleiben. Vögel nehmen diese Bleikügelchen dann auf – im Glauben es handele sich um harmlose Steinchen, die Ihre Verdauung unterstützen. Doch das Blei wird in ihrem Muskelmagen zerrieben und in den Blutkreislauf aufgenommen. Durch die Vergiftung wird der Darm gelähmt und die Vögel verhungern, unabhängig davon, ob sie noch Nahrung aufnehmen. Schon bald nach Aufnahme des Bleis können die Tiere ihre Beine und Flügel nicht mehr kontrolliert bewegen, schleppen sich angsterfüllt umher, bis sie unter großem Schmerz sterben oder von Beutegreifern getötet werden.

Jedes Jahr werden viele Millionen Vögel auf diese Weise unnötig vergiftet: „Bis zu 1,5 Millionen Wasservögel sterben in der EU jährlich unmittelbar an einer Bleivergiftung. Diese Zahlen untermauern, dass dies ein bedeutendes Naturschutzproblem ist, das dringend gelöst werden muss,“ hält Gábor Wichmann abschließend fest.

Quellen:

https://www.ots.at/redirect/eceuropa3

https://www.ots.at/redirect/echaeuropa

https://www.leadammunitionguidance.com/using-non-lead-ammunition/

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