ÖGB-Reischl: „Nationalratsbeschluss bringt weniger Geld für innovative Medikamente“

Die neue Vorsitzende des Dachverbands kritisiert das Millionengeschenk an die Pharmaindustrie

Wien. (OTS) - Heute wird im Nationalrat die Verlängerung des sogenannten Preisbandes beschlossen. Dadurch entstehen für die Sozialversicherung Mehrkosten von rund 55 Mio. Euro jährlich. „Dieses Geld könnte die Sozialversicherung stattdessen für innovative Medikamente ausgeben“, sagt Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin im ÖGB, die auch seit einer Woche Vorsitzende des Dachverbands der Sozialversicherung ist. „Ein schönes Antrittsgeschenk für mich, welches hier beschlossen wird“, so Reischl.

Mehrbelastung von 55 Millionen Euro

Das Preisband existiert seit mehreren Jahren. Es regelt die Preise für wirkstoffgleiche Medikamente aus dem grünen Bereich des Erstattungskodex (EKO). Dabei darf der Preis eines Medikaments maximal 30% über dem Preis des günstigsten Medikaments mit dem gleichen Wirkstoff liegen. Dies führt zwar zu Einsparungen, gleichzeitig werden aber keine Änderungen bei erstattungsfähigen Medikamenten vorgenommen. Dadurch ergibt sich in Summe eine Mehrbelastung von 55 Mio. Euro pro Jahr.

Fehlendes Gesamtpaket

In den letzten Jahren war das Preisband immer Teil eines größeren Verhandlungsergebnisses zwischen Pharmaindustrie und der Sozialversicherung. „Dieses Gesamtpaket gibt es dieses Mal nicht. Stattdessen gibt es nur Vorteile für einige Pharmakonzerne“, erklärt Ingrid Reischl. Sie erwartet, dass die Sozialversicherung in Zukunft stärker eingebunden wird. Viel sinnvoller wäre es, das Geld für die Versicherten auszugeben, so Reischl abschließend.


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