Engelberg: Die FPÖ verhöhnt das Andenken an die Opfer der Shoa

ÖVP-Sprecher für internationale Entwicklung: "Der Simon-Wiesenthal-Preis ist ein schönes Projekt des modernen, aufgeschlossenen, geschichtsbewussten Österreich"

Wien (OTS) - In der heutigen Sitzung des Nationalrats wird die Vergabe des neugeschaffenen Simon-Wiesenthal-Preises über den beim Parlament eingerichteten Nationalfonds beschlossen. "Eine wichtige Initiative, um das Andenken an diesen großartigen Mann am Leben zu halten und in seinem Sinne weiter zu wirken", sagt der ÖVP-Sprecher für internationale Entwicklung, Abg. Martin Engelberg. Gleichzeitig drückt Engelberg sein Entsetzen darüber aus, dass die FPÖ diesem Antrag nicht nur nicht zustimmen wollte, sondern darüber hinaus einen Abänderungsantrag eingebracht hat, der eine Umbenennung des Preises in "Bruno-Kreisky-Preis" vorsieht. "Diese Verhöhnung macht mich fast sprachlos", so Engelberg dazu.

Ziel des Preises ist die Unterstützung des Kampfes gegen den Antisemitismus, "und das könnte aktueller nicht sein", betonte Engelberg. "Der Simon-Wiesenthal-Preis ist ein sehr schönes Projekt, ein Projekt des modernen, aufgeschlossenen, geschichtsbewussten Österreich. Ein Projekt, das sich die Unterstützung über alle Parteigrenzen hinweg verdient", bedankte sich Engelberg bei SPÖ, Grünen und NEOS für deren Zustimmung.

Engelberg selbst "hatte das Privileg, Simon Wiesenthal kennenlernen zu dürfen. Er war ein beeindruckender Mann mit scharfem Verstand und starkem Charakter, Träger der Hoffnung all jener, deren Eltern, Geschwister, Familien und Freunde in der Nazi-Zeit ermordet wurden. Der Hoffnung, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, welche die schlimmsten Verbrechen begangen hatten. Simon Wiesenthal opferte seine Karriere – er war schon vor dem Krieg ein begabter Architekt gewesen und widmete sein Leben der Sache 'Recht nicht Rache'. Damit erbrachte er für die Opfer und für Österreich eine unendlich wichtige Aufgabe: Die Wiederherstellung von Recht und Anstand in dieser so kontaminierten Nachkriegsgesellschaft", führte Engelberg aus und wies darauf hin, dass Wiesenthal, der etwa die düstere Vergangenheit des ehemaligen FPÖ-Parteichefs Friedrich Peter aufgedeckt hatte, dafür in Österreich nicht gedankt wurde. "Vielmehr wurde er zur Zielscheibe wüster Attacken, allen voran seitens des damaligen Bundeskanzlers Kreisky. Dieser ging sogar so weit, Simon Wiesenthal als Kollaborateur der Gestapo zu bezeichnen."

Engelberg: "Wenn die FPÖ den Simon-Wiesenthal-Preis in Bruno-Kreisky-Preis umbenennen will, so ist das eine Verhöhnung des Andenkens an die Opfer der Shoah insgesamt! Sie stellen sich heute nicht nur abseits des politischen und menschlichen Anstandes! Jeder einzelne von Ihnen, der bei Ihrem Abänderungsantrag aufsteht, macht sich zum Outcast unserer österreichischen Gesellschaft. Macht sich selbst zum politischen Außenseiter, mit dem niemand, wirklich niemand mehr, etwas zu tun haben möchte!"

Zur Information: Der Simon-Wiesenthal-Preis geht auf eine Initiative von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zurück, der sich seit langem dafür einsetzt, Simon Wiesenthal für seinen Mut bei der Dokumentation der NS-Verbrechen und seine Aufklärungsarbeit über den Holocaust zu würdigen und zu ehren.

Der Simon-Wiesenthal-Preis ehrt das Andenken an den Architekten, Publizisten und Schriftsteller Simon Wiesenthal, der unermüdlich gegen die Gleichgültigkeit gegenüber den Verbrechen des Nationalsozialismus eintrat und es sich nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Mai 1945 zur Lebensaufgabe gemacht hat, NS-Verbrecherinnen und Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen.

Der Preis wird einmal jährlich an bis zu drei Personen oder Personengruppen als Auszeichnung für ihr besonderes zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust verliehen. Die Verleihung des Simon-Wiesenthal-Preises und die Überreichung der Urkunden an die Preisträger soll im Rahmen eines Festaktes im Parlament erfolgen. Der Simon-Wiesenthal-Preis ist jährlich mit 30.000 Euro dotiert, wobei 15.000 Euro auf den Jahrespreisträger und jeweils 7.500 Euro auf die weiteren Preisträger entfallen. (Schluss)

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