• 07.07.2020, 09:18:55
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  • OTS0027

Wetter-Halbjahresbilanz 2020: Trockenperioden und Starkniederschläge

LR Eichtinger: Klima verändert sich nachhaltig – in NÖ war es um 1,6 Grad Celsius wärmer als im klimatologischen Mittel

Utl.: LR Eichtinger: Klima verändert sich nachhaltig – in NÖ war es
um 1,6 Grad Celsius wärmer als im klimatologischen Mittel =

St. Pölten (OTS/NLK) - Die Halbjahresbilanz 2020 der Zentralanstalt
für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bestätigt den Trend zu einem
immer wärmeren Klima in Niederösterreich: Trotz des kühlen Monats Mai
(-1,2 Grad) weist die Statistik ein um 1,6 Grad wärmeres Halbjahr
aus. Damit ist es eines der zehn wärmsten ersten Halbjahre der
Messgeschichte. Dem zweitwärmsten Februar der Messgeschichte (+4,9
Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel) folgten die teils viel zu
warmen und niederschlagsarmen Monate März (+1,3 Grad / -38 Prozent
Niederschlag) und April (+ 1,5 Grad / -72 Prozent Niederschlag). Dem
gegenüber steht ein etwas zu warmer und sehr niederschlagsreicher
Juni (+0,7 Grad / +75 Prozent Niederschlag). Insgesamt liegen die
Niederschläge im ersten Halbjahr 2020 genau im Bereich des
klimatologischen Mittels.

Landesrat Martin Eichtinger dazu: „Die Halbjahresbilanz 2020 der
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik untermauert, dass sich
unser Klima nachhaltig verändert: In Niederösterreich war es um 1,6
Grad Celsius wärmer als im klimatologischen Mittel.
Klimawandelanpassung in Gärten und Grünräumen ist unumgänglich.“

„Wir müssen uns den mit dem Klimawandel einhergehenden Dürreperioden,
gepaart mit weniger, dafür umso intensiveren Niederschlägen,
anpassen. Mit standortangepasster Gestaltung mit heimischen Gehölzen
und Pflanzen sowie einer ökologischen Pflege können wir Gärten und
Grünräume klimafit machen. Denn gesunde Böden vermögen mehr Wasser
aufzunehmen. Ein Mehr an Vegetation wirkt sich ebenso positiv auf die
Speicherfähigkeit der Böden aus. Das ist sowohl in Dürreperioden, wie
auch bei Starkregenereignissen wichtig“, so Eichtinger.

Die Temperaturen sind in den vergangenen Jahren gestiegen: 13 der 15
wärmsten Jahre wurden nach der Jahrtausendwende gemessen. Punkto
Niederschlag lässt sich keine fundierte Tendenz ableiten, ob es
zukünftig mehr oder weniger Niederschläge geben wird. Gewiss ist
jedoch, dass Böden und Vegetation zukünftig erhöhtem Stress
ausgesetzt sind, wie ZAMG Experte Alexander Orlik analysiert: „Die
Erwärmung der vergangenen Jahre fördert Dürren, da die Verdunstung
und damit die Austrocknung der Böden steigt. Außerdem verlängert die
Erwärmung die Vegetationsperiode, wodurch die Pflanzen über eine
längere Zeit dem Boden Wasser entnehmen. Bringen einige Jahre dann im
Rahmen der natürlichen Schwankungen weniger Regen, kommt es daher in
dem wärmeren Klima zu intensiveren Dürreperioden. Außerdem
verursachen sehr hohe Temperaturen bei vielen Pflanzen Hitzestress,
was wiederum Auswirkungen auf Wachstum oder Schädlingsbefall haben
kann.“

„Wasser ist für Menschen, Tiere und Pflanzen lebensnotwendig. Für
Gärten und Grünräume helfen kurzfristig das richtige Gießen oder das
Mulchen von Beeten. Mittel- und langfristig helfen das Pflanzen von
standortangepassten Pflanzenarten und die Förderung gesunder Böden,
damit Gärten und Grünräume trotz der Klimaturbulenzen gedeihen“, so
Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“. Eine
üppige und vielfältige Bepflanzung mit standortangepassten,
regionalen Gehölzen und Bäumen fördert nicht nur die Artenvielfalt,
sondern sorgt gerade im Sommer für uns Menschen für ein angenehmes
Mikroklima. „Ein Baum ersetzt bis zu zehn Klimaanlagen“, betont
Batakovic: „Daher ist die beste Klimawandelanpassung für uns
Menschen: pflanzen, pflanzen, pflanzen“.

Eine hohe Bodenqualität fördert sein Speichervermögen. Durch einen
vermehrten Humusaufbau kann er bei Starkregen wie ein Schwamm wirken,
Wasser speichern und somit den Oberflächenabfluss und die Gefahr von
lokalen Überschwemmungen reduzieren. „Ein natürlicher Boden zeichnet
sich durch ein fantastisches Zusammenspiel zwischen Kleinlebewesen
und Mikroorganismen aus. Wer nach den ,Natur im Garten‘ Kriterien
ohne chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel sowie ohne Torf
pflegt, der fördert dieses Zusammenspiel“, weiß Katja Batakovic,
fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.

Die meisten Gärten werden zu häufig mit kleinen Mengen gegossen.
„Gießen Sie Ihre Pflanzen möglichst in der Früh ausgiebig und gezielt
im Wurzelbereich“, so Batakovic. Die oberen Zentimeter Boden sollten
regelmäßig abtrocknen, denn ein ständig feuchter Boden verleitet die
Wurzeln dazu, nicht in die Tiefe zu wachsen. Ständige Feuchtigkeit
macht die Pflanzen „faul“, als Folge bilden diese nur Flachwurzeln
aus. Ein hoher Anteil an flachen Wurzeln bedeutet eine höhere
Trockenheitsempfindlichkeit und Abhängigkeit von Bewässerungen. Wird
der Boden durchdringend, aber selten bewässert, wachsen sie dagegen
auch in tiefere Schichten. Wenn Blätter, Blüten und Früchte
mitgegossen werden, verdunstet das Wasser rasch und zudem droht
„Sonnenbrand“. Spätestens bis zum Abend sollten die Pflanzen wieder
abtrocknen, um nicht Pilz- und Schneckenbefall zu fördern.

Das Mulchen schützt Bodenleben und -struktur vor allzu starkem
Austrocknen und verhindert das Abschwemmen wertvollen Bodens bei
Starkregen. Besonders sandige Erde hält Wasser schlecht und sollte am
besten gemulcht werden. Die Einarbeitung von Kompost erhöht die
Speicherkapazität. Diese Abdeckung aus organischen Pflanzenresten
oder mineralischem Kies hilft allen Pflanzenschätzen, weil es die
Gießmengen im Garten verringert. Reine Kieswüsten, in denen nur
wenige Gräser gesetzt wurden, erhitzen sich dagegen stark.

Nähere Informationen: Büro LR Eichtinger, Mag. Markus Habermann,
Telefon 02742/9005-12361, E-Mail markus.habermann@noel.gv.at, Natur
im Garten, DI Hans-Peter Pressler, Mobil 0676/84 87 90 737, E-Mail
hans-peter.pressler@naturimgarten.at, www.naturimgarten.at

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