Demonstration: Das Problem heißt Männergewalt!

Wien (OTS) - "Allein in Österreich wurden innerhalb der letzten Wochen mehrere Frauen* von ihren Partnern ermordet und eine feministische Kundgebung in Wien von Faschist_innen angegriffen" legt Karla Sedlak, Pressesprecherin der Plattform Radikale Linke, dar. „Deshalb rufen wir für morgen, Samstag, zur feministischen Demonstration gegen Männergewalt auf“.

Frauenmorde stellen nur die Spitze des Eisbergs der Gewalt der patriarchalen Gesellschaft dar. Ihnen liegen gewaltvolle Strukturen zugrunde, wie der Zwang, sich der binären Geschlechterordnung zu unterwerfen, sowie die Objektifizierung und Abwertung von Frauen*. Die Verdrängung von Frauen* in eine "private" Sphäre verschleiert Gewalt in Paarbeziehungen und ermöglicht eine strukturelle Ausbeutung von Frauen*. Männergewalt wird außerdem medial verharmlost, etwa als „Familienstreit“ oder „Beziehungsdrama“, oft wird die Schuld auch den Opfern selbst zugeschoben. Zudem wird Gewalt nur dann breit thematisiert, wenn sie von „den Anderen“, sprich Männern mit echtem oder zugeschriebenem Migrationshintergrund, begangen wird. „Wir fordern eine klare Benennung von Männergewalt und Frauenmorden. Männergewalt ist ein Problem, das die gesamte Gesellschaft durchzieht und muss als solches bekämpft werden.“, so Sedlak.

Einen weiteren Anlass zur Kundgebung gibt der Angriff auf eine feministische Kundgebung gegen Feminizide der Frauensolidarität in Europa/Wien (Avrupa Kadın Dayanışması Viyana) durch türkischen Nationalisten und faschistischen Grauen Wölfen. Dabei wurden feministische Aktivist*innen körperlich attackiert sowie mit Messern bedroht und massiv beschimpft. In diesem Angriff gegen Feministinnen zeigen sich die misogyne Haltung und das Männlichkeitsbild faschistischer und nationalistischer Gruppen. Auf diesen Angriff folgten weitere Attacken, sie richteten sich unter anderem gegen das Ernst-Kirchweger-Haus, wo die morgige Kundgebung enden wird. „Es muss darum gehen, für eine Gesellschaft einzutreten, in der Männergewalt ein Ende hat, in der alle Menschen ohne Angst verschieden sein können. Wir wollen ein Ende der gesamten geschlechtsspezifischen Gewalt, sei es im öffentlichen Raum wie hinter verschlossenen Türen in Wohnungen und öffentlichen Institutionen.“, so Sedlak abschließend.

Demonstration: Das Problem heißt Männergewalt

Datum: 04.07.2020, 13:30 - 15:00 Uhr

Ort: ORF Radio Kulturhaus
Argentinierstraße 30a, 1040 Wien, Österreich

Url: https://www.facebook.com/events/196135855109705/

Rückfragen & Kontakt:

Plattform Radikale Linke
Pressesprecherin: Karla Sedlak
Mail: radikale-linke@riseup.net

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OHW0002