- 26.06.2020, 14:12:15
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Nachhaltig, innovativ, stromautonom
Das Große Walsertal als Modellregion für die Energieautonomie
Utl.: Das Große Walsertal als Modellregion für die Energieautonomie =
Thüringerberg (OTS) - Das Große Walsertal ist seit 20 Jahren auf
dem Weg zur Energieautonomie. Und das erfolgreich: Seit 2014 wird in
der Region mehr Strom produziert als verbraucht. „Das Große Walsertal
ist eine Modellregion für die Enegieautonomie“, sagte der zuständige
Landesrat im heutigen (Freitag) Pressegespräch in Thüringerberg: „Die
Region zeigt auf, wie es geht.“
Im Großen Walsertal wird mehr Strom produziert, als verbraucht –
sogar ohne die großen Kraftwerke der illwerke vkw. Seit 2014 hat das
Walsertal damit jenes Ziel erreicht, das sich Vorarlberg im
Maßnahmenplan zum 2019 ausgerufenen „Climate Emergency“ bis 2030
gesetzt hat. Aufbauend auf einer über 50-jährigen Tradition privater
Initiativen zur privaten Kleinwasserkraft erlebte das Tal 2005 mit
der Revitalisierung des Kraftwerks Rothenbrunnen frischen Schwung,
der die installierte Leistung binnen weniger Jahre verdoppelte. Als
zweites Standbein gilt im Tal die Nutzung der Sonnenenergie. Allein
in der ersten Photovoltaik-Hochphase zwischen 2002 und 2005 wurden
PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.000 kWp installiert. Zum
Vergleich: Eine klassische PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus
leistet 5 kWp.
„Wir haben – als Klima- und Energiemodellregion und mit großer
Unterstützung der Gemeinden und durch das e5-Programm – immer
intensiv die Leute angesprochen. Persönlich oder im Rahmen von
Veranstaltungen. Das ist heute noch viel wichtiger als früher. Nur
einen Flyer an alle Haushalte verschicken bringt kaum mehr etwas“,
fasst Energiemanager Albert Rinderer das Kampagnenengagement
zusammen: „Wir haben noch einiges vor: Natürlich den weiterhin
kräftigen Ausbau der Solarenergie. Außerdem den Ersatz der
Ölheizungen und die verstärkte Nutzung regionaler Biomasse.“ Auch
der Haushaltsstromverbrauch im Großen Walsertal ist seit 2009
kontinuierlich gesunken.
Landesrat Rauch sieht Potential zum Lernen und Nachmachen
„Im Großen Walsertal ist es gelungen, dass sehr viele an einem
Strang ziehen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum großen Ganzen
beitragen“, lobte Landesrat Rauch das starke Commitment. Ob
Privatpersonen mit ihren kleinen oder LandwirtInnen mit großen
PV-Anlagen, Unternehmen mit Energieeffizienz und Gemeinden mit dem
Ersatz von Ölheizungen oder dem Bezug von lokal produziertem
Ökostrom. „Ich bin überzeugt, dass dieses große Engagement für
nachhaltig produzierte und genutzte Energie in ganz Vorarlberg
steckt. Wenn es uns gelingt, es zu fördern und zu unterstützen, dann
sind wir auf sehr gutem Weg zur Energieautonomie“, ist sich Rauch
sicher. Insgesamt verfolgt das Land Vorarlberg das Ziel 100 Prozent
erneuerbare Energien in der Stromversorgung ab 2030.
Das Große Walsertal als Experimentierfeld
Derweil steht das Große Walsertal auch als Experimentierfeld zur
Verfügung: So wurde Vorarlbergs erste und bislang einzige große
Freiflächen-PV-Anlage errichtet. Und auch illwerke vkw erproben im
Großen Walsertal Innovationen im Strombereich, wie Vorstand Helmut
Mennel erläutert: „Da in den Nullerjahren mehrere kleine
Wasserkraftwerke entstanden sind, stieß das 30kV-Bestandsnetz an
seine Grenzen. Um die Projekte nicht wirtschaftlich zu
verunmöglichen, wurden im Rahmen eines mehrjährigen
Forschungsprojektes mit einer „intelligenten Netzregelung“ neue
Lösungswege erschlossen. Seit 2012 konnten damit vier weitere
Kleinkraftwerke ohne Netzausbauten angeschlossen werden“. Damit das
Große Walsertal nennenswert Strom in den Rest des Landes
„exportieren“ kann, investieren die illwerke vkw kräftig in die
Sicherheit und Effizienz der beiden Lutzkraftwerke.
Die Errichtung von Photovoltaikanlagen wird auch heuer vom Bund
großzügig unterstützt. „Für Privatpersonen gibt’s im Energieinstitut
neben dem immer verfügbaren kostenlosen Energietelefon eine spezielle
PV-Beratung, in der vor Ort eine Bestandsaufnahme, Potential- und
Kostenabschätzung erfolgt – und zwar produktneutral und unabhängig“,
so Karin Feurstein-Pichler vom Energieinstitut.
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