Kommt jetzt eine Kennzeichnungspflicht nach Haltung und Herkunft?

Neues Statement von Bundesminister Anschober lässt aufhorchen: Folgt ein Meilenstein für den Tierschutz?

Wien (OTS) - Billigfleisch-Skandale, prekäre Arbeitsbedingungen auf Schlachthöfen und zahlreiche Corona-Fälle in deutschen Fleischbetrieben mit Importen nach Österreich prägen die Schlagzeilen. Was dabei immer wieder heraussticht ist, dass es keine transparente Nachvollziehbarkeit der Herkunft und der Haltung von tierischen Produkten gibt. Jetzt nennt Bundesminister Anschober ganz klar Kennzeichnung von Herkunft und Tierhaltung als Gebot der Stunde. „Offensichtlich braucht es immer erst Skandale, bevor reagiert wird. Bundesminister Anschober fordert nun neben einer Kennzeichnung der Herkunft auch ganz klar und deutlich eine Haltungskennzeichnung nicht nur für die Gemeinschaftsverpflegung, wie Kantinen oder Krankenhäuser, sondern auch für den Lebensmitteleinzelhandel und für die Gastronomie. Das wäre ein Meilenstein für den Tierschutz!“, sagt Veronika Weissenböck, VIER PFOTEN Kampagnenleitern in Österreich, „denn nur, wenn Konsumenten wissen, woher das Schnitzel kommt und wie das Tier gehalten wurde, können bewusste Entscheidungen für eine tiergerechtere Haltungsform getroffen werden.“

Einen Fahrplan bleibt Bundesminister Anschober aber schuldig. Konkrete Schritte zur Umsetzung in den Bereichen Gemeinschaftsverpflegung, Handel und Gastro fehlen. „Wir nehmen ihn beim Wort und fordern dringend einen konkreten Maßnahmenplan und transparente Regelungen für eine Kennzeichnungspflicht nach Herkunft und Haltung. Die letzte Woche beschlossene Herkunftskennzeichnung für Gemeinschaftsverpflegungen und verarbeite Primärzutaten, wie Milch, Eier und Fleisch, ist zwar ein guter Schritt aber letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die Herkunft alleine sagt noch nichts über Tierwohl aus. Auch in Österreich leiden Millionen von Tieren unter schrecklichen Bedingungen. Jetzt müssen den Worten Taten folgen,“ gibt Weissenböck zu bedenken.

Besonders unter den Dumpingpreisen ausländischer Produkte leiden nicht nur die Haltungsstandards der Tiere, sondern auch die heimische Landwirtschaft. Dauernde Rabattaktionen im Handel, fehlende Kennzeichnung bei verarbeitetem Fleisch, wie den im Sommer beliebten Grillkoteletts, und Billigpreise bei importiertem Fleisch schaden jenen österreichischen Bauern, die in mehr Tierwohl investieren, extrem. „Viele mit tiergerechteren Haltungssystemen geben auf, weil es sich nicht mehr lohnt. Dieses kranke System müssen wir für die Tiere und unsere heimische Landwirtschaft ändern,“ so Weissenböck. Die Lösung für mehr Tierwohl ist klar mehr Transparenz.

Konsumenten wünschen sich mehr Transparenz

Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher wünscht sich eine transparente Kennzeichnung zusätzlich zur Herkunft auch nach der Haltungsform der Tiere. Das ergab eine 2019 von VIER PFOTEN in Auftrag gegebene Integral-Studie mit 73 Prozent Zustimmung. Die Lösung für mehr Transparenz, mehr Verbraucherinformation und mehr Tierwohl liegt für VIER PFOTEN in einer konsequenten Kennzeichnung von Haltungsstandards und Herkunft mindestens nach Vorbild des Schaleneis – und zwar für alle Bereiche, vom Lebensmitteleinzelhandel bis zur Gastronomie. „Dieses System hat sich bereits bewährt, ist leicht verständlich und gibt transparent Auskunft über die tierischen Produkte,“ so Weissenböck.

Nur so können Konsumenten gute Entscheidungen treffen und tatsächlich wissen, was ihnen vorgesetzt wird. Zudem würden nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Tiere und die Landwirte, die Tiere besser halten und nicht zuletzt das Klima profitieren.

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