• 10.06.2020, 13:58:28
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FPÖ-Darmann: Unterversorgung von tausenden Patienten in Kärnten verhindern

FPÖ wünscht sich Schulterschluss aller Parteien und streckt Prettner die Hand aus – Konkrete Lösungsvorschläge präsentiert

Utl.: FPÖ wünscht sich Schulterschluss aller Parteien und streckt
Prettner die Hand aus – Konkrete Lösungsvorschläge präsentiert =

Klagenfurt (OTS) - In einer Pressekonferenz wiesen heute der
FPÖ-Landesparteichef Klubobmann Gernot Darmann und
FPÖ-Gesundheitssprecher LAbg. Harald Trettenbrein auf die
Unterversorgung von tausenden Patienten in Kärnten hin und
präsentierten Lösungsvorschläge der Freiheitlichen. „Mit Beginn der
Corona-Krise wurde die Patientenversorgung in den Kärntner Spitälern
zwei Monate lang heruntergefahren und nun werden die Krankenhäuser
laut Angaben des Landes nur auf 80 % ihrer Kapazitäten hochgefahren.
Es besteht die Gefahr, dass der schon entstandene und weiter
entstehende Rückstau an Operationen und Untersuchungen nicht
bewältigt wird und Patienten unterversorgt bleiben“, erklärt Darmann.
Darauf haben auch bereits Experten hingewiesen.

„Wie sollen mit 80 % der Leistung 100 % der aktuellen Patienten
versorgt werden und überdies tausende verschobene Operationen und
Untersuchungen nachgeholt werden?“, so Darmann. Er verweist auf den
führenden Kärntner Intensivmediziner Prof. Dr. Rudolf Likar, der in
seinem Buch „Bereit für das nächste Mal“ sogar von tödlichen Folgen
einer verzögerten (Herz-)Behandlung berichtet.
FPÖ-Gesundheitssprecher Harald Trettenbrein ergänzt, dass die
Landesspitäler heuer laut KABEG-Quartalsbericht 15.000 Patienten
weniger als geplant behandeln werden. „Wohin sollen die Betroffenen?
Auch bei niedergelassenen Kassenärzten gibt es teilweise monatelange
Wartezeiten.“

Die FPÖ fordert daher ein Maßnahmenpaket. „Ist es wirklich notwendig,
20 Prozent der Spitalskapazitäten als Corona-Reserve frei zu halten“,
fragt Darmann und schlägt vor, dass jene Abteilungen mit den längsten
Wartelisten in den Landesspitälern zu 100 Prozent hochgefahren
werden. Falls seitens des Bundes die Reserven verlangt werden, sollte
er dies auch finanziell abgelten. Das Land könnte mit diesen
Einnahmen die Privatkliniken beauftragen, dass sie Patienten auf der
Warteliste versorgen“, betont Darmann.

„Sinnvoll wäre auch ein landesweites Abarbeiten der Rückstände. Auch
die Ordensspitäler Elisabethinen, St. Veit und Friesach sowie das
Krankenhaus Spittal und das UKH Klagenfurt könnten die
Landeskrankenhäuser entlasten. Zu diesem Zweck sollte man die
chirurgischen Abteilungen in Friesach, bei den Elisabethinen und in
Spittal, die ja von der Landesregierung im Zuge des Strukturplanes
Gesundheit auf Tageskliniken reduziert worden sind, wieder aufwerten,
damit ihre OP-Teams wieder größere Operationen durchführen dürfen“,
so Darmann. Trettenbrein schlägt vor, eines der KABEG-Krankenhäuser
zu einem Epidemiekrankenhaus zu machen, damit man nicht in allen
Krankenhäusern Ressourcen und Betten freihalten müsste. Dies habe
auch Prof. Likar empfohlen. „Man sollte aber auch versuchen,
erfahrende Operateure und Anästhesisten aus der Pension
zurückzurufen“, so Trettenbrein.

Wie Darmann und Trettenbrein betonen, gehe es um keine
Schuldzuweisungen, sondern vielmehr um einen Schulterschluss aller
Parteien. „Wir strecken SPÖ-Gesundheitsreferentin Beate Prettner die
Hand aus, um gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg Lösungen zu
erarbeiten und für die Zukunft sicherzustellen, dass keine Probleme
mehr auftreten“, so Darmann. Die Probleme der unterversorgten
Patienten sollten nicht bloß verwaltet, sondern gelöst werden. „Da
ist die Zusammenarbeit aller Parteien nötig. Wir dürfen die Patienten
nicht im Stich lassen.“

Darmann illustriert dies abschließend an einem aktuellen Beispiel:
Eine Pflegeheimbewohnerin erlitt Anfang Mai einen Knöchelbruch, der
operiert werden muss. Früher hätte der Eingriff auf der
Unfallchirurgie des Klinikums binnen einer Woche stattgefunden. Jetzt
wird der Frau mitgeteilt, dass sie erst im Juli operiert wird, weil
die Unfallchirurgie nur einen Teil ihrer Betten aufgesperrt hat. Weil
der Fall als nicht akut eingestuft wird, muss die Pflegebedürftige
Monate mit Liegegips im Bett liegen. Damit besteht die Gefahr, dass
sich ihre Mobilität und Pflegebedürftigkeit dauerhaft verschlechtert.

Wichtigste Lösungsvorschläge der FPÖ:

1. Abteilungen mit den längsten Wartelisten in den Landesspitälern
von 80 auf 100 Prozent hochfahren

2. Landesweites Abarbeiten der Rückstände: Ordensspitäler
Elisabethinen, St. Veit und Friesach sowie das Krankenhaus Spittal
und das UKH Klagenfurt könnten die Landeskrankenhäuser entlasten

3. Zusammenarbeit mit den Privatkliniken in Klagenfurt und Villach,
diese könnten Leistungen für die Landeskrankenanstalten übernehmen,
wie dies in anderen Bundesländern schon geschieht.

(Schluss)

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