• 10.06.2020, 11:57:48
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Schnabl/Laimer: Kunst darf nicht zum Anhängsel der Wirtschaft verkommen

SPÖ NÖ fordert Hilfen für KünstlerInnen und die damit verbundenen Wirtschaftszweige

Utl.: SPÖ NÖ fordert Hilfen für KünstlerInnen und die damit
verbundenen Wirtschaftszweige =

St. Pölten (OTS) - „Kunst, Kultur und Medien haben eine enorme
Bedeutung für unsere lebendige Demokratie. Wir wollen, dass
KünstlerInnen, Kreative, Kultur- und Medienschaffende in dieser
Krisenzeit unterstützt werden und ihre künstlerisch-kreative
Tätigkeit nach der Corona-Pandemie bestmöglich fortsetzen können“,
erklärt SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender, LHStv. Franz Schnabl:
„Covid-19 hat die Kunst und Kultur in unserem Land zum Erliegen
gebracht. Betroffen sind aber nicht nur KünstlerInnen, sondern die
gesamte Kreativwirtschaft, die dahintersteht. Hilfen kommen, wie
überall, zu spät, sie sind zu wenig und meist zu bürokratisch
abzuholen.“ Wir wollen KünstlerInnen nicht im Regen stehen lassen,
sagt Schnabl. Aber auch für die Gastronomie, Eventmanagement,
Marketingverantwortliche usw. müsse es entsprechende Lösungen geben,
erklärt Schnabl: „Das sind meist junge, sehr engagierte Menschen, die
voll in ihrer Tätigkeit aufgehen. KünstlerInnen bräuchten – wie alle
anderen UnternehmerInnen und ArbeitnehmerInnen – Planungssicherheit
und Perspektiven.“

Er kritisiert, dass von der Kulturszene ausgearbeitete Konzepte von
der Regierung nicht einmal gelesen würden. Lukas Resetarits habe es
als „Respektlosigkeit“ bezeichnet, dass sich die Regierung nicht um
die Kulturszene und -schaffenden gekümmert habe und einen
Rettungsschirm für „Kreative und KünstlerInnen“ mittels Petition
gefordert. „Resetarits – ein bodenständiger Mensch mit sozialem
Gewissen – hat hier wohl vielen aus der Seele gesprochen. Denn Kunst
und Kultur betrifft nicht nur die KünstlerInnen, sondern uns alle –
sie bereichern unser Leben, machen es bunt und vielfältig. Ich möchte
nicht auf einen bissigen Kabarettabend verzichten müssen, auf eine
Ausstellung in einem unserer hervorragenden Museen oder auf ein
klassisches Konzert. Diese Vielfalt bedeutet Lebensqualität. Deshalb
habe ich diese Petition auch von ganzem Herzen unterstützt!“

Zwt.: Klatschen bezahlt keine Miete
„Ich weiß von vielen KollegInnen, dass sie momentan nicht wissen, wie
sie ihre Miete zahlen sollen, wie sie ihren Alltag finanziell
bestreiten sollen. Vom Härtefallfonds hat – noch – niemand etwas
erhalten“, sagt Dieter Libuda, ein international arbeitender
Gitarrist und Tontechniker. „Die Freiheit der Kunst – und somit die
Kunst an sich – ist in demokratischen Systemen am wenigsten
gefährdet. Je weiter der Rechtsruck, desto kontrollierter ist die
dann leider nur mehr ‚sogenannte‘ Kunst – sie wird dann meistens als
Werkzeug und Schmuck der Mächtigen missbraucht“, kritisiert er.

Libuda hatte ab seinem zehnten Lebensjahr Unterricht in klassischer
Gitarre und war seit seinem 15. Lebensjahr Gitarrist in verschiedenen
bekannten österreichischen Bands. Er hat Musikproduktionen und
Tontechnik mit und für unzählige nationale und internationale
KünstlerInnen gemacht: Von Reinhold Bilgeri und Alexander Bisenz bis
hin zu Masumi Ormandy. Libuda hat zahlreiche Gold- und
Platinauszeichnungen und mit Musikern bekannter Bands auf allen
Kontinenten zusammengearbeitet: Mit Musikern der Rolling Stones,
Sting oder Frank Zappa. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich auch
mit Malerei und hatte bereits einige regionale Ausstellungen. Er
erwartet sich von der türkis-grünen Bundesregierung ein klares
Bekenntnis zu Kunst und Kultur.

Der St. Pöltner Wolfgang Mayer wurde während seiner aktiven
Sportkarriere als Downhillprofi „infiziert“ von Graffiti. Seit dem
Jahr 2004 arbeitet er als Graffitikünstler im Freiraum in der
Landeshauptstadt für diverse Einrichtungen oder erstellt lokale
Portraits – etwa für Benjamin Karl, Armin Wolf oder Rodney Hunter.
Dazu ist er Mitbegründer der Kunstgruppe 4 und hat Auftragsarbeiten
für Gottfried Helnwein übernommen. Aktuell arbeitet er für Projekte
in St. Pölten, Wien und Dallas.

„Kultur ist systemrelevant“, spielt Mayer auf die Petition an. „Die
Angst ist da, dass man in die Armut abrutscht und seiner
Leidenschaft, der Kunst, nicht mehr nachgehen kann. Als Künstler lebt
man für, aber auch von seinen Werken. Ich möchte mit meiner Arbeit
andere begeistern, ihr Leben bereichern – aber ich möchte von meiner
Tätigkeit, wie jeder andere Arbeitnehmer auch Leben können“, fordert
Mayer die Regierung auf, die Kunst- und Kulturschaffenden so zu
unterstützen, dass ihre Tätigkeit weiterhin möglich ist.

Zwt.: Laimer – Kunst darf nicht zum Anhängsel der Wirtschaft
verkommen
„Maskenpflicht darf kein Maulkorb sein, denn die Freiheit der Kunst
ist unantastbar“, erklärt der St. Pöltner Nationalrat Robert Laimer,
Projektleiter der Themeninitiative Kunst, Kultur, Medien der SPÖ NÖ –
„gekaufte“, für die Politik genehme Kunst entspreche nicht der
Freiheit der Kunst.

Auch Laimer unterstützt die Initiative für einen Rettungsschirm für
KünstlerInnen und Kreative: „Denn diese müssen ihre künstlerischen
Phasen ausleben können, ohne in ihrer Existenz gefährdet zu sein!“ Er
kritisiert Türkis-Grün, die den Rettungsschirm abgelehnt haben: „Wenn
der Kultur-Tausender in derselben Qualität umgesetzt wird, wie die
Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, für EPU, dann gute
Nacht, Kulturszene in Österreich! KünstlerInnen dürfen nicht von
Almosen und Subventionen abhängig sein!“ Es könne nicht sein, dass
KünstlerInnen so mit ihren Existenzsorgen kämpfen müssten, dass sie
keine Zeit mehr hätten, für eine adäquat dotierte, zukunftssichernde
Unterstützung zu kämpfen: „Die Regierung ist gefordert, hier tätig zu
werden – und zwar rasch und ohne weiter herum zu zaudern. Denn Kunst
und Kultur bereichern unser aller Leben und sind ein wertvolles
Kapital für unser Land!“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SLN

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