- 08.06.2020, 11:13:24
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Schnabl/Silvan: Nahverkehrspaket muss auch in Niederösterreich ankommen
Regionalbahnen modernisieren und ausbauen, um Fahrgastzahlen zu erhöhen
Utl.: Regionalbahnen modernisieren und ausbauen, um Fahrgastzahlen
zu erhöhen =
St. Pölten (OTS) - 300 Millionen Euro wird die Bundesregierung
zusätzlich in Comeback-Maßnahmen in den öffentlichen Verkehr
investieren. Das Geld solle vor allem in den Ausbau der Infrastruktur
und in eine Erweiterung des Angebots fließen. Dürfe man kolportierten
Aussagen Glauben schenken, dann steht Salzburg mit dem Vorhaben einer
sogenannten Mini-U-Bahn auf der Prioritätenliste ganz oben.
Für SPÖ NÖ Landesparteivorsitzenden LHStv. Franz Schnabl sei dies
zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber angesichts der
Notwendigkeiten in allen Bundesländern zu wenig ambitioniert:
„Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind wichtig und
notwendig. Aber wenn man bedenkt, dass die Kosten für das geplante
Projekt in Salzburg momentan mit 650 Millionen Euro berechnet werden,
kann man an einer Hand abzählen, wie viel von diesem
Investitionspaket für Niederösterreich bleiben wird. Nämlich eine
milde Gabe, mit der kaum wichtige Projekte realisiert werden können.
Das Nahverkehrspaket muss auch in Niederösterreich ankommen. Wir
fordern – gerade von einer grünen Infrastrukturministerin – eine
unmissverständliche Ansage, die Angebote im öffentlichen Verkehr zu
forcieren.“
Er fordert, die Investitionen zu erhöhen und spricht von einer
Infrastruktur-Milliarde: „Es gibt viele Projekte, die bisher von der
ÖVP versäumt oder gar zerstört wurden, wie etwa die Ybbstalbahn in
Waidhofen oder der Ausbau der Franz-Josefs-Bahn im Waldviertel. Da
gibt es vieles, das angegangen werden muss.“ Schnabl spricht
beispielsweise die Revitalisierung der Wachaubahn bis Oberösterreich
an: „Während diese Bahn in Oberösterreich gut unterwegs ist, wurde
die Linie in NIederösterreich mutwillig eingestellt und ein kleiner
Restabschnitt zur Touristenattraktion degradiert. Die Bedürfnisse der
Menschen vor Ort müssen immer Priorität haben. Wenn man weiß, dass
hier inzwischen die Marillenbäume auf Gleisen und Bahnhöfen wachsen,
kann man erkennen, welchen Stellenwert der Ausbau des öffentlichen
Verkehrs für die ÖVP in Niederösterreich hat.“
Zwt.: Schnabl – Ausbau von Regionalbahnen wertet Regionen auf
Ein wichtiges Projekt in Niederösterreich ist das Schweinbarther
Kreuz. „Wo siedeln sich die Menschen an? Natürlich in Gemeinden und
Regionen, wo die Verkehrsanbindung passt, wo es Jobs gibt,
Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die Wohn- und Lebensqualität eine
hohe ist. Stilllegungen von Regionalbahnen, wie das Schweinbarther
Kreuz sind fehl am Platz – hier ist ein Ausbau notwendig, der den
ländlichen Raum aufwertet!“ Außerdem kritisiert Schnabl, dass es auch
umwelt- und klimapolitisch ein verheerendes Signal sei, wenn die Bahn
stillgelegt und durch Busse ersetzt wird.
Zwt.: Binder – Höhere Fahrgastzahlen durch modernes Konzept möglich
Der 600-Einwohner-Ort Raggendorf (Gemeinde Matzen-Raggendorf) ist nun
Standort eines Busbahnhofs – wo durch die Auersthaler Straße täglich
mehr als 140 Dieselbusse fahren. Eine Bürgerinitiative, die diesen
Standort verhindern wollte, sei erfolglos gewesen, sagt Helmut
Binder, SPÖ-Ortsparteivorsitzender: „Das geht auf die Lebensqualität
der AnrainerInnen. Nicht einmal Wünsche nach Flüsterasphalt und
Geschwindigkeitsbeschränkungen wurden berücksichtigt.“ Er frage sich,
warum diese Regionalbahn eingestellt wurde, weil sie mit Sicherheit
klimafreundlicher als die Bussflotte sei und auch als pünktlichste
Linie der Region galt: „Bei einem modernisierten Regionalkonzept und
entsprechender Fahrplangestaltung werden auch wieder hohe
Fahrgastzahlen erreicht werden. Die Dieselbusse sind kein Ersatz –
weder aufgrund von Klima- und Umweltschutz, aber auch nicht, was die
Pünktlichkeit und die Sicherheit betrifft! Das Buskonzept wird nicht
angenommen!“
Binder weist darauf hin, dass sich ein alternativer Bahnbetreiber für
die Weiterführung bzw. Wiederaufnahme des Bahnbetriebs interessiert
und ein zukunftsweisendes Konzept erarbeitet wurde: „Es ist eine neue
Situation entstanden. Wir setzen darauf, dass das Land NÖ die Wünsche
der Bevölkerung nach mehr Bahnverkehr unterstützt. Eine Einstellung
der Bahn ist nicht mehr zu rechtfertigen!“
Zwt.: Silvan – Modernisierung der Bahnlinie, anstatt Dieselbusse
„Die Einstellung einer Bahnlinie, wie jener des Schweinbarther
Kreuzes ist für uns das beste Beispiel wie es nicht geht“, erklärt
Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan: „Eine Bahnlinie in Zeiten des
Klimawandels einzustellen, anstatt zu modernisieren und diese dann
ersatzweise mit Bussen zu betreiben, halten wir für grundlegend
falsch. Für die PendlerInnen in der Region war das Aus der Bahnlinie
ein herber Rückschlag. Auch in punkto Lebensqualität: Statt einer
Modernisierung der Bahnlinie und z.B. eines klimafreundlichen
Betriebes mittels Akku-Zügen müssen die BewohnerInnen nun mit 140
Busfahrten täglich leben. Die Busse fahren – nicht erst seit der
Coronakrise – oftmals leer. Davon haben wir uns vor Ort selbst bei
einem Treffen mit der Initiative überzeugt.“
Das Land NÖ begründet die Einstellung der Bahnlinie mit den sinkenden
Fahrgastzahlen, weiß Silvan: „Steigende Fahrgastzahlen sind aber bei
einer Ausdünnung des Taktes wie es auf dem Schweinbarther Kreuz
passiert ist, eine Illusion. Nur mit entsprechendem Angebot, modernen
Zügen und ordentlicher Taktung kann mit steigenden Fahrgastzahlen
gerechnet werden. Man könnte meinen, dass dies absichtlich
herbeigeführt worden ist.“
Zwt.: Schaffen wir Zukunft mit unseren Regionalbahnen
Während ein Großteil der Bevölkerung von der Wichtigkeit des
Klimaschutzes überzeugt sei, werde von der ÖVP in Niederösterreich
eine Bahnlinie geschlossen. „Wir denken, dass gerade jetzt der
richtige Zeitpunkt ist, um durch die Wiederinbetriebnahme und
Modernisierung der Bahnlinie der aufgrund Corona geschwächten
Wirtschaft einen Anstoss zu geben und in den Klimaschutz zu
investieren – vor allem auch, um in der Region nachhaltige
Arbeitsplätze zu schaffen“, fordern Schnabl, Silvan und Binder ein
Umdenken: „Die im Regierungsprogramm festgeschriebene
Klimaschutzmilliarde könnte hier gut investiert werden. Und auch die
Nahverkehrsmilliarde muss in Niederösterreich ankommen. Schaffen wir
Zukunft und Lebensqualität mit unseren Regionalbahnen.“
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