Prof. Peter Hofbauer: „Herbst-Planung für Theater unmöglich“

Metropol-Direktor in „Sprich!“: „Frage, ob sich Aufsperren lohnt“

Wien (OTS) - Im Interview mit der neuen Wiener Bezirkszeitung „Sprich!“ nimmt der Direktor des Metropol, Peter Hofbauer, Stellung zur Wiedereröffnung der Theater nach dem Corona-Lockdown. „Ich gehe davon aus, dass es ab September wieder im Normalbetrieb losgehen kann – bisher ist ja nur die Zeit bis Ende August geregelt. Sodass man dann hoffentlich ohne Mundschutz, und ohne, dass man jeden zweiten Platz freihalten muss – was administrativ sehr schwierig wäre – im Herbst wieder normal spielen kann“.

Dass es von Seiten der Bundesregierung für den Herbst noch immer keine fixen Regeln für den Theaterbetrieb und –besuch gibt, irritiert den Theaterleiter: „Eine diesbezügliche Auskunft wurde ja wieder verschoben – auf Mitte Juni. Das macht natürlich die Herbstplanung nicht nur mühsam, sondern momentan sogar unmöglich.“

Und Hofbauer legt nach: „Wir gehen davon aus, dass wir das Haus im Herbst wieder voll ausbuchen können. Andernfalls - bei restriktiven Abstandsregeln - würden wir 50 Prozent der Plätze verlieren. Und da stellt sich natürlich die Frage, ob sich unter solchen Vorzeichen das Aufsperren überhaupt lohnt …“

Inzwischen wird das Metropol – outdoor - seine „Pawlatschenbühne“ im Hof bespielen: „Das ist“, erklärt Hofbauer, „ein schöner Garten mit der letzten wienerischen Freiluftbühne, wo die Leute an Tischen sitzen und nicht nur Wein und die Köstlichkeiten vom Buffet genießen, sondern auch das, was auf der Bühne geboten wird.“

Und Hofbauer abschließend: „Etwas Gutes hat der ganze Corona-Wahnsinn auch gebracht: Es sickert jetzt langsam der bisher völlig unterschätzte Stellenwert der Kultur ins Bewusstsein der Öffentlichkeit – und auch der Politik. Sowohl psychologisch als auch ökonomisch. Bisher ist die Kultur ja immer fälschlich als Luxusgut betrachtet worden. Mit dem beschäftigte man sich zu allerletzt! Das sind eh nur Kasperln, die froh sein sollen, dass sie ihrer lustigen Beschäftigung nachgehen dürfen. Aber dass Kultur eine sehr ernsthafte Angelegenheit ist - gerade auch was die organisatorischen Notwendigkeiten betrifft –, das wurde der hohen Politik jetzt offenbar bewusst. Da ist vieles klarer geworden – und das hat ja sogar zu einem Rücktritt geführt.“

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