Studierende dürfen keine unbezahlten Aushilfskräfte sein

Faire Entlohnung für Studierende, die einer Lehrtätigkeit nachgehen, ist unumgänglich

Wien (OTS) - Minister Faßmann kündigt Sommerschulen in den letzten 2 Wochen der Sommerferien an. Unterrichten sollen in diesen 2 Wochen Studierende, die mit 5 ECTS belohnt werden sollen. Eine finanzielle Entschädigung ist nicht angedacht. Diese Vorgehensweise ist für die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) untragbar.

Studierende dürfen in dieser Krisensituation nicht ausgebeutet werden. Viele nutzen den Sommer um sich ihr Studium mit Ferienjobs finanzieren zu können. Neben den - schon bisher durch die Krise ausgelösten - finanziellen Problemen würden diese unbezahlten Unterrichtseinheiten deshalb zu einer weiteren Verschärfung der Lage führen.

Eine bezahlte Unterrichtstätigkeit an der Sommerschule wäre eine Möglichkeit für die Studierenden, ihr Studium weiterhin finanzieren zu können und gleichzeitig den Schüler_innen etwas zurück zu geben. Für das Ministerium wäre dies eine Möglichkeit, endlich für eine wirkliche Entlastung der Studierenden zu sorgen. Es geht nicht nur um den Studienfortschritt, sondern um die gerechte Bezahlung der Leistungen von Studierenden.

Ein Rechenbeispiel: Das Ministerium plant die Studierenden zwei Wochen lang, 4 Stunden am Tag einzusetzen (20 Wochenstunden). Eine volle Lehrverpflichtung an einer Schule beträgt 24 Stunden pro Woche. Studierende mit einem Sonder-Lehrvertrag würden bei diesen 20 Stunden rund 1400€ Netto pro Monat verdienen. Daher fordert die ÖH vom Ministerium auch dieselbe Entlohnung für Studierende, die in den Sommerschulen eingesetzt werden sollen.

Angehende Lehrer_innen dürfen nicht ausgebeutet und als kostenlose Lehrkräfte betrachtet werden. Auch eine Abgeltung in Form von ECTS ist nicht ausreichend. „Das Ministerium muss Studierende fair entlohnen!“, so die ÖH



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