„Zwischen Patient und Medikament darf es keine Grenzen geben!“

Um für künftige Krisen gerüstet zu sein, braucht es einen Sicherheitsbestand an wichtigen Medikamenten in Österreich.

Wien (OTS) - Wie schwierig es ist, die Arzneimittel-Versorgung vorausschauend zu planen, haben die letzten Wochen und Monate nur allzu deutlich gezeigt. Während in den ersten beiden COVID-19 Wochen Schmerzmedikamente um 228 Prozent und Mittel zur Behandlung von Herzkrankheiten um 149 Prozent mehr von Patienten nachgefragt worden sind als vor der Corona Pandemie, ist im Monat Mai die Nachfrage im Bereich der verordnungsstärksten Präparate im Vergleich zum Vorjahr massiv gesunken:

Antibiotika -52 %
Schmerz-Medikamente -32 %
Mittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten -20 %
Mittel zur Regulierung des Blutdrucks -19 %
Psychopharmaka (Psycholeptika sowie Psychoanaleptika) -17 %
Cholesterinsenker -12 %
Antidiabetika -11 %

Und obwohl weniger Arzneimittel in den Apotheken nachgefragt wurden, kam es immer wieder zu Lieferengpässen bei einzelnen Produkten.

Deshalb sind Lieferengpässe auch ein zentrales Thema in der aktuellen Initiative der Europäischen Kommission „Pharmaceutical Strategy - Timely patient access to affordable medicines“. Auf nationaler Ebene ist ein Sicherheitsbestand an essentiellen Medikamenten im Land ist für die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems besonders wichtig, um im Falle von Grenzschließungen oder eingeschränktem Warenverkehr auch in Krisenzeiten gerüstet zu sein. Eine ähnliche Schlussfolgerung findet sich in einer Analyse des Innenministeriums vom 02.Juni 2020 („COVID-19-Pandemie: Erkenntnisse - „Lessons Learned“ Infektionswelle Frühjahr 2020“). Darin werden als Bewältigungsmaßnahmen künftiger Krisen u.a. angeführt: „Außerordentliche Lagerkapazitäten. Und: Bevorratung der wichtigsten Güter, um zumindest einige Zeit autonom arbeiten zu können.“

Die Notwendigkeit nationaler Sicherheitsbestände zur Überbrückung im Krisenfall betont auch der Präsident des europäischen Großhandels-Verbandes und PHAGO-Vizepräsident Bernd Grabner: „Wir haben zuletzt in allen EU-Staaten gesehen, wie lange es dauert, bis der Warenverkehr wieder funktioniert und wie weit die Wege sind, die ein Medikament zurück legen muss, bevor es beim Patienten ist. Daher braucht es jeweils einen Sicherheitsbestand an Arzneimitteln vor Ort. Zwischen Patient und Medikament darf es schließlich keine Grenzen geben!“

Tatsächlich hat es das Problem der Lieferengpässen von Medikamenten schon vor COVID-19 gegeben. Dass es bisher zu keinen Versorgungs-Engpässen gekommen ist, beweist, dass die kritische Infrastruktur hierzulande funktioniert.
Der Arzneimittel-Vollgroßhandel als kritische Infrastruktur kann mit seinen 23 Lagern auch in Krisenzeiten binnen zwei Stunden an jeden Ort in Österreich Medikamente liefern. Solange es die benötigten Bestände an Arzneimitteln hierzulande gibt. Ein wesentlicher Punkt, damit der Vollgroßhandel seine Ausgleichsfunktion bei Lieferengpässen in vollem Umfang wahrnehmen kann, ist ein Belieferungsrecht der Vollgroßhändler für alle Arzneimittel. Dieses ist in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern schon längst gesetzlich verankert.

Über PHAGO:

PHAGO ist eine freiwillige Interessenvertretung des österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhandels. Dessen wichtigste Aufgabe ist die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung für Österreich.
Als Rückgrat der Arzneimittelversorgung kümmert sich der Großhandel daher um die Planung, Abwicklung und Auslieferung von 20 Millionen Arzneimitteln, die jedes Monat von der Industrie in die Apotheke gebracht werden müssen. Um besonders in der Krise schnell reagieren zu können, beobachten die PHAGO-Großhändler genau, wie sich die Lagerstände in ihren 23 Standorten in ganz Österreich entwickeln.

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Mag. Britta Blumencron
Britta Blumencron Gesundheitskommunikation
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