Architekturwettbewerbe im deutsch-österreichischen Grenzraum

Beginn einer grenzüberschreitenden Diskussion über baukulturelle und gesetzliche Rahmenbedingungen

  • dass die aktuelle Situation um CoV-19 in all ihrer Komplexität interessante Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich neuer Arbeits- und Denkweisen bietet, die sich maßgeblich auf das Architekturwesen auswirken können. Besonders die Prozesse um den offenen Architekturwettbewerb sind dabei genau zu beobachten und gezielt zu steuern.
    Daniel Fügenschuh
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  • Trotz oder gerade wegen der aktuellen Notwendigkeit der digitalen Vernetzung und Kommunikation werden die Grenzen des virtuellen Raums spürbarer. Zum Beispiel wird deutlich bewusst, dass bei Preisgerichtssitzungen eines Architekturwettbewerbs die persönliche und direkte Interaktion der Preisrichter einen wesentlichen Bestandteil für die erfolgreiche Ermittlung des besten Wettbewerbsergebnisses darstellt. Diese Haltung zur Unterstützung des transparenten Verfahrenswesens wird beidseits der Grenzen gefördert und unterstützt.
    Franz Damm
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Wien (OTS) - Bereits zum dritten Mal traf sich die Expertenrunde des EU-geförderten Projekts „Grenzüberschreitendes Kompetenznetzwerk Architekturwettbewerbe“ im Rahmen des Interreg-Programms „Österreich–Bayern 2014–2020“, um über rechtliche und baukulturelle Aspekte des Architekturwettbewerbs zu diskutieren. In Zeiten von CoV-19 und geschlossenen Grenzen fand das interregionale Treffen zwischen den Bayerischen und Österreichischen Projektteilnehmern diesmal im virtuellen Raum statt.

Architekt Daniel Fügenschuh, Vizepräsident der österreichischen Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen und Vorsitzender der Bundessektion ArchitektInnen merkt an, „dass die aktuelle Situation um CoV-19 in all ihrer Komplexität interessante Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich neuer Arbeits- und Denkweisen bietet, die sich maßgeblich auf das Architekturwesen auswirken können. Besonders die Prozesse um den offenen Architekturwettbewerb sind dabei genau zu beobachten und gezielt zu steuern.“

In einem ersten, intensiven Arbeitsschritt verglich die hochkarätig besetzte Steuerungsgruppe die rechtliche Ausgangssituation für den Architekturwettbewerb anhand einer „Übersetzungstabelle“ von über 200 Begriffen länderweise miteinander.
Die so identifizierten Abweichungen in der Rechtsgrundlage begründen zum Teil den wahrnehmbaren Unterschied im Wettbewerbswesen zwischen Österreich und Bayern. Beispielsweise ist der österreichische Wettbewerbsstandard Architektur nicht in einem Verordnungsrang platziert, im Gegensatz zur Bayerischen Richtlinie für Planungswettbewerbe, die gesetzlich klar verankert ist.
In einem weiteren Schritt werden nun neben den rechtlichen ebenfalls die baukulturellen und sozialpolitischen Hintergründe beider Seiten anhand von ausgewählten, vergleichbaren Wettbewerbsaufgaben beleuchtet. Nicht zuletzt auch, um zu ergründen, warum in Österreich fast doppelt so viele offene Architekturwettbewerbe wie in Bayern ausgeschrieben werden.

Dieses Konvolut bildet schließlich die Grundlage für die im Zuge des Interreg-Projekts geplante Online-Plattform zur Förderung von grenzüberschreitenden Wettbewerben, die bis Juni 2022 im ausgewiesenen Projektgrenzgebiet präsentiert werden soll. Die Plattform wird von zwei Fachsymposien und einer Veranstaltungsreihe begleitet und soll einen wesentlichen Beitrag zum Abbau von Barrieren leisten.

Ganz im Sinne von Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Franz Damm, Vorstandsmitglied der Bayerischen Architektenkammer, der ergänzt: „Trotz oder gerade wegen der aktuellen Notwendigkeit der digitalen Vernetzung und Kommunikation werden die Grenzen des virtuellen Raums spürbarer. Zum Beispiel wird deutlich bewusst, dass bei Preisgerichtssitzungen eines Architekturwettbewerbs die persönliche und direkte Interaktion der Preisrichter einen wesentlichen Bestandteil für die erfolgreiche Ermittlung des besten Wettbewerbsergebnisses darstellt. Diese Haltung zur Unterstützung des transparenten Verfahrenswesens wird beidseits der Grenzen gefördert und unterstützt.“

INFORMATION:
Projektbeteiligte:
Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen (Sektion ArchitektInnen): www.arching.at
als Vertreterin der ZT Länderkammern für Oberösterreich und Salzburg, sowie Tirol und Vorarlberg
Bayerische Architektenkammer, www.byak.de

Rückfragen & Kontakt:

Projektkoordination:
DI Margit FRIEDRICH
INTERREG Projekt AB271, Österreich - Bayern 2014-2020
Grenzüberschreitendes Kompetenznetzwerk Architekturwettbewerbe
tel: +43 (0)660 1066 314
mail: margit.friedrich@arching.at
Sonnenstr. 1A I A 6020 Innsbruck

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