• 29.05.2020, 18:32:19
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  • OTS0221

ORF-Programmänderungen in memoriam Wolfram Paulus

Ab 30. Mai: Spielfilme wie „Die Ministranten“, „Zwei Affären und noch mehr Kinder“ und „Blutsbrüder teilen alles“, Nachruf in „Kultur Heute“

Utl.: Ab 30. Mai: Spielfilme wie „Die Ministranten“, „Zwei Affären
und noch mehr Kinder“ und „Blutsbrüder teilen alles“, Nachruf
in „Kultur Heute“ =

Wien (OTS) - In memoriam Wolfram Paulus – der mehrfach preisgekrönte
Regisseur und Drehbuchautor ist gestern, am 28. Mai 2020, im Alter
von 62 Jahren verstorben – ändert der ORF sein Programm. Am Samstag,
dem 30. Mai, zeigt ORF 2 um 11.30 Uhr „Zwei Affären und noch mehr
Kinder“ aus dem Jahr 2001 mit u. a. Udo Wachtveitl, Marion
Mitterhammer, Philippa Galli, Johannes Silberschneider und Hans Sigl.
In ORF III ist ab 14.50 Uhr ein zweiteiliges „In memoriam“ zu sehen:
Auf die 1990 entstandene Produktion „Die Ministranten“ über eine
Kindheit auf dem Land in den 60er Jahren folgt das Filmessay „Heimat
von unten ... ein dubioses Filmchen“ (16.20 Uhr) aus dem Jahr 2018,
in dem Paulus der Natur eine Stimme verleiht und sie über die
Menschen, sich selbst und die Zukunft des Planeten philosophieren
lässt. Am Dienstag, dem 2. Juni, blickt ORF III in „Kultur Heute“
(19.45 Uhr) auf das Leben und die Karriere des Filmemachers zurück.
ORF 2 präsentiert am Donnerstag, dem 4. Juni, um 0.05 Uhr das
Coming-of-Age-Kriegsdrama „Blutsbrüder teilen alles“ von Wolfram
Paulus aus dem Jahr 2012, das eine Bubenfreundschaft während der
NS-Zeit porträtiert.

ORF-Programmdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Wolfram Paulus war dem
Medium Film seit frühester Kindheit leidenschaftlich verfallen. Er
war ein unkonventioneller Filmemacher des österreichischen Films und
wollte sich keineswegs den vielen Kino-Modeerscheinungen beugen. Wir
haben mit Wolfram Paulus eine starke, leidenschaftliche und
unverwechselbare Stimme des österreichischen Filmschaffens verloren.
Unser Beileid gilt all jenen, die ihm nahestanden.“

Mehr zu den Filminhalten:

„Zwei Affären und noch mehr Kinder“, Samstag, 30. Mai, 11.30 Uhr, ORF
2

Hubert und Rosmarie sind seit 17 Jahren verheiratet und haben drei
Kinder. Irgendwo zwischen all den Windeln hat Rosmarie auch die Liebe
zu ihrem Mann entsorgt. Sie sucht Trost bei Bernd, einem „Guru“, der
sein Geld mit den Sehnsüchten einsamer Frauen verdient. Hubert, der
attraktive und abenteuerlustige Charmeur, ist mit Monica liiert.
Eigentlich suchen die beiden Eheleute nur Anschluss an ihre Träume,
die im Alltag ihrer Ehe verloren gegangen sind. Erst im letzten
Moment erkennen sie, dass der Zug für eine gemeinsame Zukunft noch
nicht abgefahren ist. Regisseur Wolfram Paulus verfilmte das Drehbuch
von Klaus Pieber und Michael Glawogger unter anderem mit Udo
Wachtveitl (Hubert Haller), Sissy Höfferer (Rosmarie Haller), Hans
Sigl (Bernd Lahoda), Marion Mitterhammer (Monica Brunner), Louise
Martini (Rosmaries Mutter) und Johannes Silberschneider (Hans). „Zwei
Affären und noch mehr Kinder“ ist eine Koproduktion von ORF und BR.

„Die Ministranten“, Samstag, 30. Mai, 14.50 Uhr, ORF III

Tamsweg, Anfang der 1960er Jahre. Wie so viele hier, sind auch die
jungen Filmhelden Ministranten in der Dorfpfarre – und passionierte
Bandenmitglieder. Die fünf „Wölfe“ wollen zu den Stärksten im Lungau
werden und die Rivalen aus dem Nachbarort besiegen. Regeln werden
aufgestellt, nach den Anleitungen von Karl May wird strategisch
trainiert. Während der Karwoche beginnen die letzten Vorbereitungen
für das Kräftemessen, das für Ostersonntag angesagt ist. In das große
Abenteuer Kindheit schleicht sich so langsam, aber sicher der Ernst
des Lebens ein. Wolfram Paulus besetzte diese vom ORF im Rahmen des
Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Kinoproduktion vorwiegend mit
Laienschauspielern, darunter u. a. Christoph Schnell und Gerald
Bachler.

„Heimat von unten... ein dubioses Filmchen“, Samstag, 30. Mai, 16.20
Uhr, ORF III

Die Salzburger Antwort auf das „Fest des Huhns“: Regisseur Wolfram
Paulus gibt der Natur eine Stimme und lässt sie über Menschen, sich
selbst und die Zukunft des Planeten philosophieren. Amüsant,
tiefsinnig und nicht frei von Eitelkeiten. Denn ausgehend von Ameisen
(Menschen) und Käfern (ihren Autos) streiten sich bald Berge, Flüsse
und Wildtiere, wer wohl am wichtigsten ist. Und letztlich fliegen sie
alle durch Sonne und Mond, bis Feuer und Wasser allen zeigen, wo‘s
wirklich lang geht.

„Blutsbrüder teilen alles“, Donnerstag, 4. Juni, 0.05 Uhr, ORF 2

Regisseur und Drehbuchautor Wolfram Paulus erzählt in der vom ORF im
Rahmen des Film/Fernsehabkommens kofinanzierten Produktion die
Geschichte zweier 13-jähriger Freunde, die 1944 in die
Tschechoslowakei verschickt werden und dort im Chor mitwirken: Im
Jahr 1944 fallen Bomben der Alliierten auf Hallein und die letzte
Welle der sogenannten Kinderlandverschickung (KLV) beginnt. Ferry
(Johannes Nussbaum) und Alex (Lorenz Willkomm), zwei Blutsbrüder und
umtriebige, neugierige, pubertierende Buben wollen sich partout nicht
trennen, als Ferry von seiner Mutter verschickt wird. Durch einen
Trick kommt Alex, der nichts von seiner jüdischen Herkunft weiß,
gegen den Willen seiner Zieheltern kurzerhand einfach mit. Die beiden
finden sich in einem tschechischen Kurort umgeben von HJ-Burschen und
BDM-Mädchen wieder. Als Alex im ebenfalls dort stationierten
renommierten Knabenchor TKC den bisherigen Chorbesten von seinem
Platz verdrängt, hagelt es eine Schikane nach der anderen. Ferry
kommt aber seinem Blutsbruder zu Hilfe und gemeinsam schlagen sie
verwegen zurück. Zu sehen sind außerdem Udo Samel, Benedikt Hösl,
Franziska Weisz, Felix Jancik und Susanne Lothar.

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