Hilfswerk fordert Verbesserung des Zugangs zu Psychotherapie und eine zeitgemäße Finanzierung

Corona-Krise und ihre psychosozialen Auswirkungen zeigen: Rahmenbedingungen der Psychotherapie in Österreich sind neu zu regeln. Bestehendes „Flickwerk“ verhindert adäquate Versorgung.

Wien (OTS) - „Die Rahmenbedingungen für Psychotherapie in Österreich sind ein Flickwerk. Teilweise unübersichtliche und oftmals auch restriktive Bedingungen machen den Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung zum Spießrutenlauf“, meint Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Das gelte für Betroffene ebenso wie für Anbieter von psychotherapeutischen Diensten. Es brauche endlich einen Gesamtvertrag statt Stundenkontingente mit Zuzahlungen, die in den Bundesländern auch noch höchst unterschiedlich ausfallen. „Es kann doch nicht sein, dass Versicherte der Österreichischen Gesundheitskasse je nach Wohnort unterschiedliche Bedingungen vorfinden, was ihren Zugang zur Psychotherapie und ihre Eigenbeteiligung angeht“, kritisiert Anselm. Dasselbe gelte für die Angebotsseite. Bewährte und kompetente Anbieter müssten unabhängig davon, ob sie als Einzeltherapeutinnen und -therapeuten agieren oder als Dienstleister mit angestellten Therapeutinnen und Therapeuten, Zugang zu Verträgen mit den Kassen haben. Als dringlich sieht man beim Hilfswerk auch die Notwendigkeit an, die Kostensätze anzupassen, qualitätsgerecht und zukunftsfähig zu gestalten.

„Nimmt man Kritik und Ausführungen des Rechnungshofes in der Vergangenheit ernst, darf man mit Recht davon ausgehen, dass eine adäquate psychotherapeutische Versorgung maßgeblich dazu beitragen könnte, wesentlich höhere Folgekosten etwa auf Grund von Krankenständen oder Frühpensionierungen zu verhindern“, meint Anselm. „Wir sehen in unserer Praxis als Träger im Bereich von Angeboten rund um die psychische und psychosoziale Gesundheit sehr klar, dass eine gute Intervention zur rechten Zeit enorm helfen kann, durch Krisen zu kommen und weiteres Leid zu verhindern“, sagt Anselm. Gerade die Krise um CoVid-19 und deren Folgen für den Einzelnen, etwa durch Isolation und Einschränkung sozialer Kontakte bei Risikogruppen, durch Beschleunigung der Dynamik individueller Belastungen und durch familiäre Konflikte, aber auch Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Probleme, würden enorme Herausforderungen für die nächsten Monate bereithalten. Es sei laut Hilfswerk die richtige Zeit, um die Psychotherapie in Österreich auf neue Beine zu stellen.

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