• 18.05.2020, 10:33:51
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„Der Papst und die Liebe“ und „Die Macht des Zölibats“ in „kreuz und quer“ – am 19. Mai ab 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Karol Wojtyła – Johannes Paul II., der Papst aus Polen –
wäre am 18. Mai 100 Jahre alt geworden. Mit der BBC-Dokumentation
„Der Papst und die Liebe“ zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 19.
Mai 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 eine sehr persönliche Seite des
heiliggesprochenen Papstes: die enge Freundschaft, die Johannes Paul
II. (1920–2005) mit einer polnischen Philosophin verband.
Im Film von Klaus T. Steindl geht es danach um 23.30 Uhr um „Die
Macht des Zölibats“.

„Der Papst und die Liebe“ – Ein Film von Edward Stourton

Er war einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des 20.
Jahrhunderts und stand als Oberhaupt der katholischen Kirche mehr als
25 Jahre im Licht der Weltöffentlichkeit. Erst nach seinem Tod wurde
jedoch eine sehr persönliche Seite Karol Wojtyłas bekannt: Mit der
polnischen Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka, die er in seiner Zeit
als Erzbischof von Krakau kennenlernte, verband ihn eine tiefe
Freundschaft. 1973 nahm sie mit Kardinal Karol Wojtyła per Brief
Kontakt auf, weil sie dessen Buch „Person und Tat“ faszinierte. Sie
fragte nach dem Einverständnis des Kardinals, das Buch ins Englische
übersetzen zu dürfen – sie lebte in den USA – und wollte darüber
hinaus mit dem Autor in einen wissenschaftlichen Dialog treten. So
kam es zu einem intensiven Briefwechsel über philosophische Fragen
und zu privaten Treffen. In einigen Passagen seiner Briefe äußert
sich der spätere Papst auch über das persönliche Verhältnis zu
Anna-Teresa Tymieniecka. Entgegen mancher Gerüchte nach dem
Bekanntwerden der Briefe gibt es jedoch keinerlei Hinweis, dass Karol
Wojtyła mit der verheirateten Frau den Zölibat gebrochen haben
könnte. Aufsehenerregend ist die BBC-Produktion dennoch: Der Film
gibt Einblicke in das private, persönliche Leben des inzwischen
heiliggesprochenen Papstes. Zahlreiche Privatfotos dokumentieren
ebenso wie Briefpassagen die Freundschaft und Seelenverwandtschaft
Karol Wojtyłas mit Anna-Teresa Tymieniecka.

Anlässlich einer USA-Reise des polnischen Kardinals 1976 arrangierte
Tymieniecka Treffen mit hohen Politikern und wichtigen Vertretern des
katholischen Klerus der Vereinigten Staaten. Gut möglich, dass
Wojtyła diese Verbindungen im Konklave zwei Jahre später genützt
haben.
Die Wahl zum Papst brachte die Freundschaft in eine Krise. Unter
anderem, weil Tymieniecka ihre Chance witterte, die von ihr
überarbeitete englische Ausgabe von „Person und Tat“ – jetzt von
einem päpstlichen Autor – auf den Markt zu bringen, aber auf
Widerstand im Vatikan stieß. So fühlte sie sich letztlich auch von
Johannes Paul II. verraten und im Stich gelassen. Dennoch riss der
Kontakt nie ganz ab, und die Freundschaft überstand auch diese
Belastungsprobe. Zuletzt besuchte die verheiratete Philosophin ihren
päpstlichen Freund am Tag vor seinem Tod.

„Die Macht des Zölibats“ – Ein Film von Klaus T. Steindl

Das Thema „Zölibat“ begleitet die katholische Kirche wie kaum ein
anderes. Dabei versperrt die Diskussion für und wider die ehelose
Lebensform der römisch-katholischen Priester oft den differenzierten
Blick: Was bedeutet Zölibat genau? Warum entschließen sich Menschen
dazu? Ist der Zölibat für sie Gewinn oder Verzicht – oder gar Gewinn
wegen des Verzichts? Wie geht es zölibatär Lebenden, was bringt sie
dazu, diesen Weg weiterzugehen oder wieder zu verlassen?

Die TV-Dokumentation „Die Macht des Zölibats“ will bewusst keine
allgemeingültigen Antworten auf diese Fragen geben, sondern begleitet
Menschen, die mit dem Thema persönlich konfrontiert sind. Dadurch
werden Perspektiven eröffnet, die in der öffentlichen Diskussion oft
übersehen werden. Zu Wort kommen Pfarrer, Priester, Ordensleute,
Frauen, Männer, Angehörige. Menschen, die ihren Weg konsequent
zölibatär leben oder gerade im Begriff sind, sich dazu zu
verpflichten. Andere, die sich davon wieder abgewandt haben. Der Film
folgt den vielfältigen Facetten und Konsequenzen, die sich aus den
Entscheidungen dieser Menschen ergaben bzw. ergeben. Dabei wird
bewusst auch die weibliche Perspektive eingenommen – denn was in der
Diskussion oft untergeht: In der katholischen Kirche leben mehr
Frauen als Männer zölibatär. Aus diesem Blickwinkel wird sowohl die
historische Entwicklung beleuchtet als auch die Sichtweise von
Frauen, die einen Priester geheiratet oder sich selbst für den
Zölibat entschieden haben.

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