f.eh live im Talk: Trainierte Sinne sind nach Krankheiten schneller wieder fit

Webinar zum Thema "Wenn die Sinne fehlen": Jeder fünfte von COVID-19 Betroffene berichtet von Geschmacks- und Geruchsstörungen

Wien (OTS) - Sind Menschen krank, fällt Riechen und Schmecken für gewöhnlich schwerer. Während bei normalen Erkältungen die Geruchszellen aber lediglich überlagert werden, greifen Viren diese an. Neue Studien zeigen nun, dass das auch beim Corona-Virus der Fall ist. Trainierte Sinne können dabei zu einer schnelleren Regeneration beitragen, betonte Ass.Prof. Dr. Klaus Dürrschmid vom Institut für Lebensmittelwissenschaften an der Universität für Bodenkultur beim dritten "f.eh live Talk". Er diskutierte mit Elisabeth Sperr, MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim f.eh, Besonderheiten bei Sinnesstörungen von COVID-Infektionen sowie postvirale Geruchs-Halluzinationen.

Beim "f.eh live im Talk" werden wöchentlich im Zuge von Webinaren mit Experten Auswirkungen der Corona-Krise auf Essen, Gesundheit und Lebensstil diskutiert. Nach den ersten drei Veranstaltungen sind vorerst drei weitere geplant. Die nächste Veranstaltung findet am 20. Mai 2020 um 16:00 Uhr statt. Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh, widmet sich gemeinsam mit Mag. Christian Halbwachs von der Abteilung Breitensport der Bundes-Sport GmbH zum Thema "New Motion" den Auswirkungen des Corona-Virus auf das Sport- und Bewegungsverhalten der Menschen.

Drittes Webinar: Alter und Krankheit beeinflussen Sinne

Zwei Drittel aller befragten Corona-Patienten in Italien gaben an, unter erheblichen Geruchs- oder Geschmacksstörungen zu leiden. 20 Prozent waren von beidem betroffen. In Deutschland und China verhält sich die Situation ähnlich. Aktuelle Studien innerhalb der EU zeigen, dass bis zu 98 Prozent aller Corona-Patienten Geruchs- und/oder Geschmacksstörungen beklagen. Dennoch ist die Störung als Diagnosekriterium zu unspezifisch. Wachsam seinen Sinnen gegenüber zu sein, kann jedoch bei der Früherkennung von Symptomen unterstützen. Interessant ist der unterschiedliche Mechanismus im Vergleich zu einer regulären Erkältung. Bei dieser verhindert der abgesonderte Schleim in den Nasenhöhlen, dass Geruchsstoffe an den Riechzellen andocken. Bei Viruserkrankungen wie COVID-19 werden diese Zellen jedoch durch Proteine und Enzyme angegriffen oder zerstört.

Der Großteil der Viren dringt über die Nase und den Riechkolben ein und verbreitet sich anschließend im Körper und auch im Gehirn. Daher sei es möglich, dass es hier zu einem Schaden im Stammhirn und zu Problemen bei der Atemsteuerung kommen kann. Bemerkenswert sei jedenfalls, dass sich die Geruchsstörungen nach einer COVID-Erkrankung sehr rasch wieder auflösen. "Das ist nicht selbstverständlich, denn bei anderen Viren erholen sich 30 Prozent der Menschen innerhalb des ersten und zwei Drittel erst nach zwei Jahren wieder", so Dürrschmid. "Während bei jungen Menschen diese Fähigkeiten in den meisten Fällen rasch zurückkehren, nehmen die Chancen auf Regeneration mit zunehmendem Alter stark ab. Wichtig für die Geschwindigkeit der Regeneration ist zudem, wie oft die Sinneskanäle im Alltag beansprucht und damit trainiert werden", so Dürrschmid. "Das Motto lautet hier "use it or lose it": Je weniger man seinen Riechsinn einsetzt, desto schwächer ist er und degeneriert auch früher. Riechtraining wirkt sich also positiv auf die Sinne aus." Nach manchen Viren-Infektionen kann es aber auch zu postviralen Geruchs-Halluzinationen kommen, hebt Dürrschmid hervor: "Wenn Betroffene verzerrt riechen, ist das meist ein unangenehmer Geruch. Das kann auch bis hin zu einer Phantosmie reichen, einem imaginierten unangenehmen Geruch."

Zum Testen von Geschmacks- und Geruchssinn gibt es einfach nachzumachende Experimente für zuhause, zum Beispiel: "Nimmt man ein Zuckerl mit verschlossener Nase in den Mund, riecht man vorerst nichts. Erst wenn man die Nase öffnet, nimmt man den Duft des Zuckerls über die hinteren zwei Nasenlöcher wahr", so Dürrschmid.

Weitere Veranstaltungen: Esskultur und Bewegung im Fokus

20. Mai 2020, 16:00 Uhr: Zur Frage, wie sich das Sport- und Bewegungsverhalten durch das Corona-Virus verändert hat, ist Mag. Christian Halbwachs, Austrian Sports – Bundes Sport GmbH, eingeladen. Zum Thema "New Motion" werden Trends, Auswirkungen und langfristige Veränderungen diskutiert.

28. Mai 2020, 16:00 Uhr: Zum Thema "Corona und das Mikrobiom" diskutiert Dr. Marlies Gruber mit den Experten der Medizinischen Universität Graz, Univ.-Prof. Dr. Peter Holzer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Priv.-Doz. DDr. Sabrina Mörkl von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. Themen sind die Auswirkungen von sozialer Isolation sowie Veränderungen bei Essen und Bewegung auf das Mikrobiom.

4. Juni 2020, 16:00 Uhr: Über "Genuss in der Krise: Die Psychologie beim Essen" unterhält sich Dr. Marlies Gruber mit Univ.-Prof. Dr. Arnd Florack vom Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität Wien. Sie beleuchten emotionale Aspekte des Essens und wie es generell ums Genießen steht.

Um am Livestream teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung per Mail an Elisabeth Sperr (es@forum-ernaehrung.at) erforderlich. Die Teilnahme am Webinar ist jedoch kostenfrei und steht auf der Seite forum-ernaehrung.at/live-im-talk zur Nachschau.

Rückfragen & Kontakt:

forum. ernährung heute
Dr. Marlies Gruber
Schwarzenbergplatz 6, 1037 Wien
Tel.: +43 664 394 56 36
presse@forum-ernaehrung.at
www.forum-ernaehrung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FEH0001