Land Tirol stellt Berichterstattung des „profil“ zur Causa Ischgl richtig

Vom Profil veröffentlichte Vorgangsweise war zum Zeitpunkt der Erhebungen in Ischgl nicht mehr gültige Vorgangsweise

Innsbruck (OTS) - Aufgrund der Tatsache, dass das Nachrichtenmagazin „profil“ wieder Stellungnahmen und Anfragebeantwortungen des Landes Tirol verzerrt darstellt, stellt das Land Tirol die aktuelle Berichterstattung des „profil“ mit folgendem Tatsachenbericht richtig:

Es entspricht nicht den Tatsachen, dass die Gesundheitsbehörden nicht nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums gehandelt hätten. Der Erlass des Gesundheitsministeriums wurde seitens der Tiroler Gesundheitsbehörden stets eingehalten. In Ischgl haben die lokalen Gesundheitsbehörde darüber hinaus sogar noch strengere Kriterien angewandt. Bei jeglichen positiven Corona-Testungen, die in Ischgl und auch anderswo in Tirol durchgeführt wurden, wurden direkt im Anschluss alle engen Kontaktpersonen abgesondert. In Ischgl hat die lokale Gesundheitsbehörde darüber hinaus noch die Anordnung getroffen, ausnahmslos alle Personen mit grippeähnlichen Symptomen einem verpflichtenden Coronatest zu unterziehen, obwohl auch dies die internationalen Vorgaben und die Vorgaben des Gesundheitsministeriums nicht vorsahen. Nur durch diese Anordnung wurden dann am 7. März der Barkeeper des Kitzloch getestet. Das Testergebnis fiel bekanntlich positiv aus. Zudem wurden noch am gleichen Tag die MitarbeiterInnen des Barkeepers als enge Kontaktpersonen ermittelt. Diese wurden in der Folge ebenso abgestrichen und positiv getestet. Am 9. März lagen dann auch für diese MitarbeiterInnen positive Testungen durch die medizinischen Labore vor, weshalb das Kitzloch umgehend behördlich geschlossen wurde.

Bei den isländischen Gästen lagen positive Testungen zum Zeitpunkt ihres Aufenthaltes in Tirol definitiv nicht vor. Zudem hat sich von diesen Gästen auch kein einziger isländischer Urlauber in Ischgl mit grippeähnlichen Symptomen oder Coronasymptomen behandeln lassen bzw. beim ortsansässigen Arzt gemeldet. Erst im Nachhinein, mehrere Tage später, wurde Tirol informiert, dass IsländerInnen nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat Island positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Darüber hinaus lagen den Gesundheitsbehörden zu diesem Zeitpunkt schriftliche Mitteilungen von mehreren IsländerInnen vor, die darin festhielten, dass sie sich beim Rückflug von München nach Island bei einer ebenfalls im Flugzeug befindlichen Corona-positiven Person angesteckt haben. Internationale Gesundheitsinstitutionen haben zu dieser Zeit publiziert, dass Flugzeuge ein Hochrisikoort für mögliche Coronaansteckungen darstellen. Die Tiroler Gesundheitsbehörden sind allen Hinweisen aus Island nachgegangen und haben diese zum Anlass genommen, um den Gesundheitszustand von über 90 in Ischgl urlaubenden IsländerInnen von Mitte Februar bis Anfang März überprüfen zu lassen. Nochmals darf erwähnt werden, dass zu diesem Zeitpunkt keine Coronaerkrankung in Ischgl festgestellt werden konnte. Dennoch hat die Gesundheitsbehörde bei allen betroffenen Hotels den Gesundheitszustand aller MitarbeiterInnen erheben lassen.

Dabei gab es bei einer Reinigungskraft eines Hotels Hinweise auf grippeähnliche Symptome. Diese Mitarbeiterin wurde sofort isoliert und getestet. Ihr Ergebnis war negativ. Bei allen anderen MitarbeiterInnen dieser Hotels gab es keine Hinweise auf eine Coronaerkrankung.

Als am 5. März, späten Nachmittag die Namen der Hotels bekannt wurden, waren die isländischen Gäste bereits seit mindestens vier Tagen abgereist. Eine Befragung (der damals noch nicht einmal namentliche bekannten Isländer) und ein damit verbundenes Contact-Tracing zur Erhebung der Kontaktpersonen war daher nicht möglich.

Zum vom Nachrichtenmagazin „profil“ genannten Erlass des Bundesministeriums darf festgehalten werden, dass gemäß einer Mitteilung der AGES und des Ministeriums mit 5. März Nachmittag dieser Umgang mit Kontaktpersonen nicht mehr galt, sondern ergänzt wurde, dass ein solcher Kontakt „15 Minuten oder länger in einer Entfernung von weniger als 2 Metern“ andauern muss.

Da im Nachrichtenmagazin „profil“ nun bereits zum wiederholten Mal verzerrte Darstellungen publiziert wurden, fordert das Land Tirol das „profil“ auf, diese Stellungnahme innerhalb von 24 Stunden auf seiner Homepage sowie in weiterer Folge im Printmagazin zu veröffentlichen.

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