ÖH Uni Wien: Neue Richtlinien des Rektorats bringen massive Verschlechterungen für Student_innen

Bedenken und Anliegen der 90 000 Student_innen werden vom Rektorat ignoriert

Wien (OTS) - Gestern hat die Universität Wien Richtlinien für Lehrveranstaltungen und die Abhaltung von Prüfungen im verlängerten Sommersemester 2020 veröffentlicht. Die ÖH Uni Wien zeigt sich empört, dass das Rektorat hier ohne ausreichende Einbindung der demokratisch-legitimierten Organe der Universität entschieden hat: "Das Rektorat hat quasi im Alleingang Richtlinien beschlossen, mit denen wir Studierenden jetzt leben müssen!", kritisiert Jasmin Chalendi (VSSTÖ) vom Vorsitzteam und führt fort: "Unsere Änderungsvorschläge wurden de facto zur Gänze ignoriert. Wir fragen uns, wie die Interessen von 90 000 Student_innen so einfach übergangen werden können."

Regierung und Rektorat haben die Pandemie offensichtlich genutzt, um vollkommen unbegründet geltendes Studienrecht auszusetzen. "Besonders die neue Regelung, dass bis zu 4 Wochen nach einer Prüfung der Stoff stichprobenartig jederzeit und ohne konkreten Verdacht auf Schummeln mündlich abgefragt werden kann, sehen wir als extrem problematisch an.", meint Zissi Fritsche (GRAS) vom Vorsitzteam. "Damit wird der Druck auf die Student_innen zusätzlich erhöht. Die Belastung und der Lernstress sind ohnehin schon sehr hoch, weil massenhaft abgesagte Prüfungen im Eilverfahren nachgeholt werden sollen, und jetzt müssen Student_innen zusätzlich nach jeder Prüfung 4 Wochen länger mit dem Stress leben!" Anstatt endlich faire Studienbedingungen und eine funktionierende digitale Lehre zu ermöglichen, hat es für die Uni Wien wohl höhere Priorität, angebliches Schummeln um jeden Preis zu verhindern.

Auch die Gleichbehandlung an der Universität Wien bleibt weiterhin auf der Strecke. Nachdem behinderten Student_innen schon seit Jahren bei der Einforderung alternativer Prüfungsmethoden bürokratische Hürden auferlegt werden, erfahren Student_innen, die selber oder deren Kontaktpersonen erhöhten Schutzbedarf wegen Covid-19 haben, jetzt dasselbe Schicksal. Sie werden zynischerweise vor die Wahl gestellt, sich selbst bzw. ihr Umfeld zu gefährden oder Prüfungen de facto nicht ablegen zu können. An der größten öffentlichen Universität Österreichs wird keine zugängliche Lehre für alle geschaffen, stattdessen gibt das Rektorat die Verantwortung hierfür an die mehrfachbelasteten Student_innen weiter.

"Obwohl unklar ist, wie der Betrieb der Bibliotheken weitergeht, bleiben die Abgabefristen für schriftliche Teilleistungen gleich. Auch hier wurden unsere Vorschläge ignoriert und der Studienverlauf unzähliger Student_innen wird gefährdet.", sagt Babsi Ordinaireteur, Pressesprecherin des KSV-LiLi. "Außerdem hat das Rektorat trotz der rechtlichen Möglichkeit darauf verzichtet, die Vorraussetzungsketten für Studienanfänger_innen auszusetzen und sie stattdessen der Willkür der Studienprogrammleitungen überlassen.", bedauert Ordinaireteur.

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