Mama, Baby, Corona: Wie Frauen unter der globalen Gesundheitskrise leiden

Wien (OTS) - Im heutigen Pressegespräch der österreichischen Initiative „Mutternacht“ informierten österreichische und internationale Expertinnen über die gravierenden Auswirkungen von COVID19 auf die Gesundheit von Frauen, Schwangeren und Müttern, Kindersterblichkeit, den Zugang zu Verhütungsmitteln sowie auf die begrenzten Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs.

Jeden Tag sterben über 800 Frauen an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Die allermeisten Todesfälle geschehen in Ländern des Globalen Südens, sagt Petra Bayr, Gründerin der Mutternacht und Nationalratsabgeordnete: "Durch die Corona-Krise haben weniger Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln, medizinischer Versorgung und einem sicheren Schwangerschaftsabbruch. Das wird zu vielen das Leben kosten. Wir fordern die Regierung auf, Nothilfe zu leisten und bei dieser besonders auf Frauen und Mädchen zu achten."

Wie schwer COVID-19 Frauen und Mädchen in ärmeren Ländern trifft und bereits bestehende Ungleichheiten weiter verschärft, sowie den Zugang zur Gesundheitsversorgung drastisch verschlechtert, zeigt Nadine Krysostan, Programme Coordination and Liaison Specialist des UNFPA Büros in Brüssel, auf: "Die reproduktive Gesundheit und Rechte von Frauen und Mädchen müssen um jeden Preis geschützt werden. Sie brauchen auch in Krisenzeiten Zugang zu Informationen, Verhütung und Beratung, um sich vor ungewollten Schwangerschaften oder geschlechtsspezifischer Gewalt schützen zu können."

Barbara Maier, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung und Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Wilhelminenspital, verweist auf die spezielle Situation in Österreich, wenn es um Schwangerschaftsabbrüche geht und fordert die Aufhebung der Beschränkung der Abgabe von Mifepriston (Mifegyne®) ausschließlich in Krankenanstalten: "Gerade weil in Österreich nur wenige Kliniken Abbrüche durchführen und obendrein in Zeiten von Corona der Zugang zu diesen nochmals erschwert ist, ist der medikamentöse Abbruch eine Alternative. Auch in Krisenzeiten müssen Grundrechte, wie das Recht auf Gesundheit und körperliche Selbstbestimmung, gewährleistet sein."

Salam Kanaan, CARE-Länderdirektorin in Westbank/Gaza, beschreibt die dramatische Lage vor Ort. Fast zwei Monate lang waren primäre Gesundheitseinrichtungen geschlossen, kürzlich wurden sie wieder geöffnet. "Wesentliche Medikamente und Ressourcen für die Gesundheit von Müttern und Kindern sind fast oder bereits vollständig erschöpft, insbesondere in Gaza. Beratungen und Services zur Familienplanung wurden heruntergefahren, Routineuntersuchungen von Schwangeren vor und nach der Geburt wurden eingestellt. Routinemammographien wurden gestoppt." CARE unterstützt daher Alleinerzieherinnen, Schwangere und Kranke mit CARE-Paketen.

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