Wald-Biodiversität – Wissenstand und Wahrnehmung österreichischer SchülerInnen

Eine Studie im Auftrag des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) zum Thema "Wald-Biodiversität“ zeigt Anreize auf, wie das Thema für Jugendliche attraktiver wird

  • Unser Wald ist multifunktional. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, was auch die Entnahme von Bäumen einschließt, ist essentiell, um alle Funktionen wie auch Artenvielfalt aufrecht zu halten und unsere Wälder klimafit zu machen. Die gesamte Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier sichert Arbeitsplätze für rund 300.000 Menschen
    Bundesministerin Elisabeth Köstinger
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  • Jedoch stimmt eine deutliche Mehrheit der Befragten nach einer Begriffsdefinition zu, dass Biodiversität wichtig und schützenswert ist. Vor allem bei jungen Frauen und Höhergebildeten spielt das Thema Natur -, Umwelt- und Klimaschutz eine (sehr) wichtige Rolle
    Peter Mayer, Leiter des BFW
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  • Wichtig ist es, diese Erkenntnisse auch an MultiplikatorInnen wie LehrerInnen und WaldpädagogInnen weiterzugeben
    BFW-Leiter Peter Mayer
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Wien (OTS) - Die UN-Dekade der Biodiversität neigt sich ihrem Ende zu. Für das BFW ist es der Anlass, das Thema Wald-Biodiversität ins Zentrum zu rücken. Es leistet somit auf nationaler Ebene einen Beitrag zur österreichischen Biodiversitätsstrategie. In diesem Zusammenhang beauftragte das BFW das Institut für Jugendkulturforschung in Wien mit der Durchführung der Onlinestudie Wald und Biodiversität, an der sich 400 SchülerInnen zwischen 11 und 17 Jahren aus ganz Österreich beteiligten. Die Studie wurde durch Mittel von Bund, Ländern und der Europäischen Union im Rahmen der LE 14-20 gefördert.

Spannungsfeld Natur und Wirtschaft

Laut den Ergebnissen der Befragung wird der Wald vor allem als Naturraum wahrgenommen, wohingegen der Wald als Arbeitsplatz und Wirtschaftszweig nur bedingt in den Köpfen der Jugendlichen verankert ist.

"Unser Wald ist multifunktional. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, was auch die Entnahme von Bäumen einschließt, ist essentiell, um alle Funktionen wie auch Artenvielfalt aufrecht zu halten und unsere Wälder klimafit zu machen. Die gesamte Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier sichert Arbeitsplätze für rund 300.000 Menschen“, erläutert Bundesministerin Elisabeth Köstinger zur nachhaltigen Forstwirtschaft.

Mit dem Begriff Biodiversität können konkret nur wenige etwas anfangen.

"Jedoch stimmt eine deutliche Mehrheit der Befragten nach einer Begriffsdefinition zu, dass Biodiversität wichtig und schützenswert ist. Vor allem bei jungen Frauen und Höhergebildeten spielt das Thema Natur -, Umwelt- und Klimaschutz eine (sehr) wichtige Rolle“, sagt Peter Mayer, Leiter des BFW.

Trend zum Ad-hoc-Engagement

Was konkrete Handlungsmaßnahmen betreffen, so sind Österreichs SchülerInnen der Meinung, dass sie die Fehler der älteren Generationen beim Naturschutz "ausbaden müssen". Es sollten sich nach Meinung der Jugendlichen vor allem auch Politik und Wirtschaft stärker um die Themen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz kümmern.

Auffallend ist der Trend zum Ad-hoc Engagement der Jugendlichen: Bevorzugt wird ein loses Involvement, das durch geringe Bindung und zeitliche Begrenzungen gekennzeichnet ist. Die Generation "Fridays for Future“ handelt nach eigenen Interessen und Vorlieben. Entgegen Erwartungen mancher wollen junge Menschen also keine idealistischen HelferInnen sein, sondern werden durch eine pragmatische Gegenüberstellung von persönlichen Kosten und Nutzen motiviert. Auch hier zeigt sich eine größere Bereitschaft zum Engagement bei jungen Frauen und SchülerInnen aus allgemein- und berufsbildenden höheren Schulen gegenüber SchülerInnen aus Mittel-, Fach- oder Berufsschulen.

Biodiversität vermitteln

Die Studienergebnisse weisen einen möglichen Weg, wie es gelingen kann, Jugendliche für das wichtige Thema Wald-Biodiversität zu gewinnen. Es wird aber in Zukunft auch darum gehen wie Jugendliche der Nutzen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung für die Biodiversität zielgruppengerecht vermittelt werden kann.

"Wichtig ist es, diese Erkenntnisse auch an MultiplikatorInnen wie LehrerInnen und WaldpädagogInnen weiterzugeben“, ergänzt BFW-Leiter Peter Mayer.

Das BFW plant Unterrichtsmaterialien sowie Fort- und Weiterbildungen anzubieten, die Interessierten das nötige Handwerkszeug mitgeben, um das Thema Wald und die biologische Vielfalt für Jugendliche erlebbar und attraktiv zu machen. Der Fokus richtet sich dabei auch darauf, dass Biodiversität bereits in kleinem Rahmen beobachtet und gefördert werden kann, zum Beispiel im Blumentopf auf der eigenen Fensterbank.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle Bundesforschungszentrum für Wald: http://bfw.ac.at
DI Christian Lackner, +43 664 841 2702, +43 1 878 38-1218, christian.lackner@bfw.gv.at

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