Gemeinsamer Appell der Opposition an den Sportminister: Gute Absichten sind zu wenig

SportsprecherInnen von SPÖ, FPÖ und NEOS an Kogler: Es muss endlich gehandelt werden, sonst stehen tausende Sportvereine vor dem Aus

Wien (OTS/SK) - Mit Ernüchterung und Enttäuschung stellten die SportsprecherInnen der Opposition nach den Ausführungen von Sportminister Kogler gestern im Sportausschuss erneut fest, dass die Regierung noch immer weit von jeglichen Hilfszahlungen an den Sport entfernt ist. Die SportsprecherInnen der Oppositionsparteien fordern daher, schnellstmögliches Handeln, bevor es zu spät ist. ****

Der SPÖ-Sportsprecher im Nationalrat Maximilian Köllner unterstützt Sportminister Werner Kogler in seiner Forderung, dass es endlich unbürokratische, finanzielle Hilfe im Sinne eines Ersthilfepakets für die zahlreichen Sportvereine in Österreich geben muss, da sonst zahlreiche Vereine vor dem Aus stehen. Bedauerlicherweise gab es von Kogler gestern im Budgetausschuss dazu wieder keine konkrete Antwort, wie das angebliche Hilfspaket ausgestaltet und abgewickelt wird. „Der Sportminister dürfte erfreulicherweise unsere Anregungen aufnehmen wollen, den zahlreichen Sportvereinen zu helfen, kann sich damit aber offenbar beim Koalitionspartner nicht durchsetzen“, so Köllner, der auch Finanzminister Gernot Blümel in die Pflicht nimmt.

Kritik übt der SPÖ-Sportsprecher daran, dass zwar wieder einmal eine Pressekonferenz stattfand, die wichtigen und notwendigen Verordnungen aber fehlen. Einmal mehr fordert Köllner, dass Fitnesscenter und Yogastudios praktikable Lösungen benötigen, um wirtschaftlich überleben zu können. „Die Regelung, wonach Fitnesscenter und Yogastudios 20 m2 pro Person zur Verfügung stellen müssen, ist realitätsfremd und nicht durchführbar“, so Köllner. Die Wiederaufnahme der Bundesliga wird von Köllner begrüßt, wobei er auch nach Szenarien und finanzieller Absicherung für die Amateure verlangt, solange diese keine Bewerbe austragen können.

FPÖ-Steger: Tausende Vereine akut in Existenz bedroht

„Noch immer sind keine Hilfszahlungen geflossen, es liegen nicht einmal konkreten Zahlen und Infos zu Sporthilfen vor“, kritisiert auch FPÖ-Sportsprecherin Petra Steger heute die Regierung aufs Schärfste. „Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch Monate dauern, bis die ersten Hilfsmittel fließen. Tausende Vereine sind akut in deren Existenz bedroht - aus diesem Grund fordert auch die FPÖ in einem ersten Schritt ein sofortiges Millionen-Paket für den Sport. Dieses Nicht-Handeln kann man nur noch als absolute Missachtung des Sports, der Sportler und den Verein gegenüber auslegen.

„Über 2 Mio. Mitglieder in 15.000 Sportvereinen werden seit März im Stich gelassen. Diese Menschen sind genauso schuldlos wie viele Unternehmer in unserem Land in diese Notsituation gekommen. Ich muss diesen dringenden Appell an den Sport- und auch Finanzminister richten, im Namen des Sports und insbesondere als ehemalige Profisportlerin, die jahrelang einen Verein mitgeführt hat. Ansonsten heißt es „Game over“ für die Vereine und deren Ehrenamtliche. Auch die Öffnung aller Sportstätten unter Auflagen in Absprache mit den Verbänden ist lange überfällig. Der Sportbetrieb muss unverzüglich wieder hochgefahren werden“, fügte Petra Steger hinzu.

NEOS-Shetty: Keine treffsicheren Lösungen für EPU und KMU im Sportbereich

NEOS-Sportsprecher Yannick Shetty kritisiert Sportminister Kogler scharf, dass es für EPU und KMU im Sportbereich keine treffsicheren Lösungen im Zusammenhang mit der Coronakrise gibt: „Kursanbieter wie beispielsweise Yoga- oder Fitnessstudios können aufgrund der Abstandsregeln keine Indoorkurse anbieten. Im Außenbereich gestattet der Sportminister jedoch lediglich Kurse mit maximal 10 Personen. Für die Unternehmer_innen sind solche Kurse jedoch absolut unrentabel“.

Auch Shetty schließt sich der Kritik von SPÖ-Sportsprecher Köllner an, dass die Regierung hauptsächlich über Pressekonferenzen kommuniziere, statt den Kontakt mit den Betroffenen zu suchen. „Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist die aktuelle Krise existenzbedrohend. Viele können daher nicht auf die übernächste Pressekonferenz warten, um zu erfahren wie es mit ihnen weitergehen soll“.

NEOS verlangte bereits vor zwei Wochen in einem Entschließungsantrag an den Sportminister, dass im Sportbereich evidenzbasierte Lockerung erfolgen sollten.

Die SportsprecherInnen der Oppositionsparteien fordern daher umgehend einen Sportausschuss, um über mögliche Maßnahmen zu diskutieren - wir haben unzählige Vorschläge und Anträge eingebracht. Alle drei Oppositionsparteien stehen bereit, um dringende Maßnahmen und Hilfen in die Wege zu leiten. Da die Regierung immer vom ‚Schulterschluss‘ redet, muss sie auch endlich unsere Vorschläge aufgreifen und sich mit den eingebrachten Anträgen auseinandersetzen. Es hat noch kein einziges Gespräch stattgefunden“, so die Sportsprecher der Opposition. (Schluss) rm

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