Coronavirus: Reduktion von Spitalsbetten für Spitalsärzte inakzeptabel

Weismüller: „Aktuelle Aussagen von angeblichen Gesundheitsexperten gehen völlig an der Realität vorbei“

Wien (OTS) - „Eine Reduktion der Spitalsbetten ist genau das Gegenteil von dem, was wir derzeit brauchen“, stellt Wolfgang Weismüller, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer Wien, fest. Weismüller bezieht sich dabei auf Aussagen einiger „Gesundheitsexperten“, deren Qualifikation er angesichts derartiger Aussagen infrage stellt. Aussagen wie „Wir wären mit der Hälfte der Betten ausgekommen" von Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) in der Tageszeitung DER STANDARD beispielsweise würden laut Weismüller doch „deutlich und auch sehr gefährlich“ an der Realität vorbeigehen. ****

Man müsse sich, so Weismüller, schon fragen, was Czypionka denn von der Realität der letzten Wochen „mitbekommen“ habe: „Wir haben die Betreuung von Patientinnen und Patienten ohne COVID-19-Infektion massiv heruntergefahren, um möglichst viel Kapazität für den Fall zu haben, dass uns eine Infektionswelle überrollt. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, wir hätten das gar nicht gebraucht, grenzt an Zynismus. Man schraubt der Feuerwehr ja auch nicht die Räder von den Autos, nur weil sie die meiste Zeit in der Garage stehen“, so Weismüller.

Dazu komme, dass viele Spitalsstationen reaktiviert oder ausgebaut worden seien. „Wir haben also ein kräftiges Bettenplus für diese Zeit geschaffen und dafür auch in Kauf genommen, dass das Personal über die bereits in ‚Friedenszeiten’ angespannte Arbeitsbelastung selbstverständlich noch weiter hinausgegangen ist“, erklärt Weismüller. „Die Wiener Spitalsärzte fordern daher vehement eine Aufstockung der Mittel und des Personals in den Krankenhäusern.“

„Wir dürfen nicht vergessen, dass bereits vor der Krise mehr als 300 Vollzeitposten im ärztlichen Bereich in den Wiener Spitälern gefehlt haben“, erinnert Weismüller. Die Entwicklungen der letzten Wochen hätten aus Sicht Weismüllers deutlich gezeigt, dass Sparen der „falsche Weg“ sei. „Wir können Ärztinnen und Ärzte nicht beliebig aus dem Boden stampfen, sondern müssen ausreichend von ihnen ausbilden und anstellen, damit wir im Krisenfall auch die Bevölkerung schützen können. Statistiker mögen ihre Zahlen lieben, die Einschätzung der Arbeit im Spital ist dann aber doch etwas für die Ärztinnen und Ärzte", so Weismüller abschließend. (ast)

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