- 09.05.2020, 10:00:02
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„profil“: Aktuelle Studie zeigt: Schüler haben eklatante Wissenslücken zur NS-Zeit
Befragung von 1185 Schülern der 9. Schulstufe: 81 Prozent können „Antisemitismus“ nicht definieren.
Utl.: Befragung von 1185 Schülern der 9. Schulstufe: 81 Prozent
können „Antisemitismus“ nicht definieren. =
Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtet in seiner
aktuellen Ausgabe über eine repräsentative Studie unter 1185 Wiener
Schülerinnen und Schülern der 9. Schulstufe zu deren Wissensstand
über den Nationalsozialismus. Die Untersuchung des Zentrums für
Politische Bildung im Auftrag der Arbeiterkammer Wien, die „profil“
exklusiv vorliegt, offenbart eklatante Bildungslücken: 81 Prozent der
schriftlich – und ohne Zeitlimit – befragten Schüler konnten entweder
gar keine oder nur eine falsche Definition des Begriffs
„Antisemitismus“ nennen. Eine von vielen Antworten: „Gehört, aber
keinen Plan.“
Dabei steht in der 8. Schulstufe der Themenschwerpunkt
Nationalsozialismus explizit auf dem Lehrplan. Doch nur ein Drittel
aller befragten Schüler weiß, wie die einzige zugelassene Partei zur
Zeit des Nationalsozialismus hieß (als korrekt wurde auch die
Abkürzung NSDAP gewertet). Selbst in Gymnasien wissen das nur 48
Prozent aller Schüler.
Auch das Novemberpogrom im Jahr 1938 ist den Jugendlichen weitgehend
unbekannt. „Heißt so weil viele Fenster durch Bombe zerspringen“,
lautet eine der Antworten, die als „nicht ausreichende Definition“
gewertet wurden. Von den AHS-Schülern konnten laut Studie nur 20,3
Prozent eine ausreichende Definition des Pogroms anführen; in 33
Prozent der Fälle war die Definition unzureichend, knapp die Hälfte
hatte gar keine Antwort parat. Unter den Schülern polytechnischer
Schulen (PTS) ließen knapp 80 Prozent das Antwortfeld leer, weitere
14,5 Prozent antworteten unzureichend. Nur 2,9 Prozent der
PTS-Schüler konnten die Pogrome korrekt definieren.
Von „profil“ zur Studie befragt, verwies das Bildungsministerium auf
die umfassenden pädagogischen Bemühungen, etwa das hauseigene
Holocaust Education-Institut. Angesichts der dramatischen Ergebnisse
kündigte das Ministerium aber an, „dass sowohl in der
Lehrkräfteausbildung als auch in der Lehrkräftefortbildung die
Auseinandersetzung mit dieser Thematik intensiviert werden muss“.
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