NEOS: 10 Fragen zum Schulneustart an Bildungsminister Faßmann

Martina Künsberg Sarre: „Vom Schichtbetrieb bis zu den Deutschtests ist einiges noch unlogisch. Wir fordern Klarheit von Bundesminister Faßmann.“

Wien (OTS) - NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre richtet in einem offenen Brief zehn essenzielle Fragen an Bundesminister Heinz Faßmann anlässlich des schrittweisen Öffnens der Schulen. „Durch den Schulneustart haben Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer einen großes Stück Planungssicherheit gewonnen. Die Unsicherheit, wann für wen die Schule wieder losgeht, war für viele sehr belastend. Der Stufenplan hat Erleichterung und Perspektive gebracht.“ Doch wie so oft liege der Teufel im Detail, so die NEOS-Bildungssprecherin: „Vom Schichtbetrieb bis zu den Deutschtests ist einiges noch unlogisch – einige Fragen stehen noch im Raum, die baldigst beantwortet werden wollen“, sagt Künsberg Sarre.

NEOS stellen daher folgenden Fragenkatalog:

1. Warum wird einerseits eine Teilungszahl festgelegt und anderseits trotzdem ein Schichtbetrieb mit Schultagen und Hausübungstagen für alle Klassen vorgeschrieben? Warum bekommen Schulen nicht die Möglichkeit, je nach Anzahl der Schüler_innen und Raumverhältnissen auch einen Regelunterricht ohne Hausübungstage durchzuführen?

2. Warum sind sogar in Klein- und Kleinstschulen Hausübungstage einzuführen, obwohl an den anderen Tagen alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden?

3. Warum ist in Ganztagsschulen („verschränkte Ganztagsschulen“) kein Nachmittagsunterricht mehr vorgesehen, sondern stattdessen eine „gegebenenfalls klassenübergreifende“ Nachmittagsbetreuung? Durch klassenübergreifende Lösungen steigt die Anzahl der Personen, mit denen betreute Schüler_innen in Kontakt kommen. ​

4. Wie viele Lehrer_innen gehören zur Risikogruppe und wie werden sie während ihrer „Home Office“-Zeit eingesetzt? Ist vorgesehen, dass sie Home Schooling für jene Schüler_innen anbieten, die ebenfalls zur Risikogruppe gehören und zuhause bleiben?

5. Wie sollen in den Lehrerzimmern Abstandsregeln eingehalten und die Sicherheit gewährleistet werden? Was wird kurzfristig und längerfristig getan, um Lehrer_innen in den Schulen geeignete Arbeitsplätze zu ermöglichen?

6. Wie wird in Berufsschulen mit Blockunterricht bzw. Lehrgangsbetrieb die Benotung in diesem Rumpfsemester durchgeführt? Gibt es Vorgaben, die auf deren Besonderheiten eingehen?

7. Wird es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein Entgegenkommen geben, etwa in Form eines auf Wunsch der Eltern um ein Jahr verlängerten Schulbesuchs?

8. Warum müssen in den Deutschklassen noch vor dem Sommer die Tests („MIKA-D“) durchgeführt werden, die über den Wechsel in die Regelklassen entscheiden?​ Wird in den Summer Schools keine Deutschförderung geboten?

9. Was ist für die angekündigte Summer School geplant? Wie viele Wochen und wie viele Stunden pro Tag wird sie umfassen, wer wird unterrichten? Nach welchen Kriterien werden die Schüler_innen ausgewählt und wird die Teilnahme freiwillig oder verpflichtend sein?

10. Ist geplant, im neuen Schuljahr die Schulsozialarbeit und die Schulpsychologie auszubauen? Wie soll in Zukunft Schüler_innen geholfen werden, die in einem schwierigen Umfeld leben, damit sie nicht den Anschluss verlieren?​

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