f.eh live im Talk: Do-it-yourself sorgt für mehr Wertschätzung

Webinar zum Thema "Neue Esskultur": Neues Netzwerk-Denken fördert Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Wien (OTS) - Essen ist in Krisenzeiten Strukturgeber und gibt Halt, daher haben Trends wie etwa die "Snackification" an Bedeutung verloren. Der Wunsch nach Autarkie und Selbstversorgungs-Kompetenz führt zu mehr Do-it-yourself beim Kochen und birgt damit – insbesondere für die Nachhaltigkeit – große Chancen. Wenn es gelingt, diesen Trend auch bei der Verpackung zu nützen, kann eine Win-Win-Situation über Grenzen hinaus geschaffen werden. Das sind zentrale Aussagen von Mag. Hanni Rützler vom futurefoodstudio beim zweiten "f.eh live im Talk" des forum. ernährung heute (f.eh) zum Thema "Neue Esskultur", der von Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh, moderiert wurde. Insgesamt haben rund 70 Teilnehmer am Webinar teilgenommen.

Beim "f.eh live im Talk" werden wöchentlich im Zuge von Webinaren mit Experten Auswirkungen der Corona-Krise auf Essen, Gesundheit und Lebensstil diskutiert. Nach den beiden Auftaktveranstaltungen sind vorerst vier weitere Online-Veranstaltungen geplant. Die nächste Veranstaltung findet am 14. Mai 2020 um 16:00 Uhr zum Thema "Wenn die Sinne fehlen" statt. Elisabeth Sperr, MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim f.eh, spricht mit Ass.Prof. DI Dr. Klaus Dürrschmid von der Universität für Bodenkultur, über Auswirkungen für die Betroffenen von Geschmacks- und Geruchsverlust durch eine COVID-19-Infektion.

Zweites Webinar: Netzwerke haben enorme Kraft

Mag. Hanni Rützler vom futurefoodstudio betonte beim zweiten "f.eh live im Talk" des forum. ernährung heute (f.eh) zum Thema "Neue Esskultur" neue Dynamiken bei einigen Ernährungstrends: "Weltweit haben Menschen noch nie so viel Zeit am Esstisch verbracht. Die Dreierstruktur aus Frühstück, Mittag- und Abendessen hatte vor der Krise an Bedeutung verloren, das hat sich jetzt aber gedreht. Während des Lockdowns essen wir früher, schlafen mehr und verwenden Essen als Halt und zentralen Strukturgeber." Die "Snackification" ist damit zwar nicht vom Tisch, trotz allem haben sie und andere Trends aber einen Dämpfer erfahren, meint Rützler: "In der Corona-Krise wählen Menschen aufgrund der Dekonstruktion des Alltags bewusster und sind gewillt, für Qualität mehr Geld auszugeben. Wir haben einen großen Schub zu Bio und regional erlebt, auch aus der Verantwortung und aus Wertschätzung für die Region und die eingesetzten Ressourcen."

Das führt generell zu mehr Nachhaltigkeit zuhause, da es gleichzeitig auch einen Trend zu Do-it-yourself gibt, so Rützler. "Es steht für kreatives Ausleben, denn selber Kochen und Backen hat etwas Urkreatives und Analoges. In einer zunehmend virtuellen Welt hat dieser analoge Aspekt des Essens große Kraft. Das macht Do-it-yourself zu einem Trend, der Wind bekommt. Es wird also leichter, Menschen in ihrer Kochsehnsucht zu unterstützen." Das bringt aber auch eine Sehnsucht nach mehr Nähe zum Produkt mit sich, die Lokale und Produzenten nützen können, um regionale Netzwerke aufzubauen und die Bindung zu verstärken. "Wenn das gelingt, hat das eine Riesenkraft", so Rützler.

Gesteigert hat sich durch die Corona-Krise auch das Kreislaufdenken. Daher sollte man die Verpackung bei der Wertschätzung für das Regionale mitdenken, um Abfall zu reduzieren, so Rützler: "Dann hätten wir eine Win-Win-Situation über die Grenzen hinaus. Wir werden aber generell lernen müssen, nicht mehr in Ketten sondern Netzwerken zu denken, weil wir stabiler werden müssen."

Weitere Veranstaltungen: Esskultur und Bewegung im Fokus

14. Mai 2020, 16:00 Uhr: Elisabeth Sperr, MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim f.eh, spricht mit Ass.Prof. DI Dr. Klaus Dürrschmid, Institut für Lebensmittelwissenschaften an der Universität für Bodenkultur, zum Thema „Wenn die Sinne fehlen“ über Auswirkungen für die Betroffenen von Geschmacks- und Geruchsverlust durch eine COVID-19-Infektion.

20. Mai 2020, 16:00 Uhr: Zur Frage, wie sich das Sport- und Bewegungsverhalten durch das Corona-Virus verändert hat, ist Mag. Christian Halbwachs, Austrian Sports – Bundes Sport GmbH, eingeladen. Zum Thema „New Motion“ werden Trends, Auswirkungen und langfristige Veränderungen diskutiert.

28. Mai 2020, 16:00 Uhr: Zum Thema „Corona und das Mikrobiom“ diskutiert Dr. Marlies Gruber mit den Experten der Medizinischen Universität Graz, Univ.-Prof. Dr. Peter Holzer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Priv.-Doz. DDr. Sabrina Mörkl von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. Themen sind die Auswirkungen von sozialer Isolation sowie Veränderungen bei Essen und Bewegung auf das Mikrobiom.

4. Juni 2020, 16:00 Uhr: Über „Genuss in der Krise: Die Psychologie beim Essen“ unterhält sich Dr. Marlies Gruber mit Univ.-Prof. Dr. Arnd Florack vom Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität Wien. Sie beleuchten emotionale Aspekte des Essens und wie es generell ums Genießen steht.

Um am Livestream teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung per Mail an Elisabeth Sperr (es@forum-ernaehrung.at) erforderlich. Die Teilnahme am Webinar ist jedoch kostenfrei und steht auf der Seite forum-ernaehrung.at/live-im-talk zur Nachschau.

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