Elektro- und Elektronik-Industrie: 2. KV-Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Inflationsabgeltung nicht ausreichend – Zurückhaltung auch bei Dividendenausschüttungen?

Wien (OTS) - Heute, Donnerstag, wurde die zweite KV-Verhandlungsrunde mit dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) ohne Ergebnis beendet. „Das Angebot der Arbeitgeber bewegt sich lediglich im Bereich der den Verhandlungen zugrunde liegenden Inflationsrate. Bisher wurden bei den Verhandlungen neben der Inflationsrate immer die wirtschaftlichen Ergebnisse des zurückliegenden Jahres als Verhandlungsgrundlage herangezogen. Die Arbeitgeberseite will nun aufgrund der Corona-Situation diesen Pfad verlassen“, zeigen sich die beiden Chefverhandler der Arbeitnehmerseite Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp) enttäuscht. „Wir werden uns aber nicht damit zufriedengeben, dass grosso modo nur die Inflation abgegolten werden soll, denn das Jahr 2019 war für die Elektro- und Elektronikindustrie ein durchaus erfolgreiches“, so Wimmer und Dürtscher. ****

„Jetzt, unter Missachtung der wirtschaftlichen Erfolge des letzten Jahres, die Corona-Krise ins Spiel zu bringen, um gerechte Lohn- und Gehaltserhöhungen zu verweigern, ist gegenüber den rund 50.000 ArbeitnehmerInnen in dieser Branche respektlos“, sagen Wimmer und Dürtscher. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp haben daher beschlossen, in den kommenden Tagen die Betriebsrats-Vorsitzenden zu befragen, ob die Unternehmen heuer bei Dividendenausschüttungen und ähnlichem die gleiche Zurückhaltung an den Tag legen, die jetzt von den ArbeitnehmerInnen gefordert wird. In der Vergangenheit war das jedenfalls nicht der Fall, denn laut AK-Branchenanalyse auf Basis der letztverfügbaren Daten betrug die Ausschüttungsquote über 100 Prozent – mehr als eine Milliarde Euro wurde an die Eigentümer ausgezahlt. „Mit dem Ergebnis dieser Befragung werden wir dann in die nächste Verhandlungsrunde gehen. Wir hoffen, in der dritten Runde eine faire Lösung erzielen zu können“, betonen Wimmer und Dürtscher.

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