ÖGJ NÖ - Musil: Lehrplätze jetzt sichern und aufstocken – Es darf keine Generation Corona geben.

Fördern wir Betriebe, die in der Krise ausbilden und so weiter für Fachkräfte sorgen

St. Pölten (OTS) - Für ÖGJ NÖ Vorsitzenden Daniel Musil ist die Sache klar, „‘Koste es, was es wolle‘ muss auch für die Zukunft unserer Lehrlinge gelten.“ Es gilt unbedingt eine Situation wie 2008 zu verhindern. Damals gingen im Rahmen der Bankenkrise und der von ihr ausgelösten Weltwirtschaftskrise tausende Lehrstellen in Österreich verloren und es kam zu einer Jugendarbeitslosigkeit in Österreich, die wir nicht nur nicht gewöhnt sind, sondern auf keinen Fall akzeptieren können. Es ist also alles dafür zu tun, dass wir Zustände wie im Jahr 2008 verhindern und schon jetzt einen Masterplan für die Lehre entwickeln. Musil ist sich sicher, dass ein solcher Corona-Masterplan für die Lehre allen etwas bringen würde. „Wir müssen jungen Menschen eine Perspektive und eine solide Ausbildung geben und die heimische Wirtschaft ist auf diese Fachkräfte im höchsten Maße angewiesen.“, betont er.++++

Es ist noch vollkommen ungewiss, wie viele Betriebe angesichts der Krise und der schlechten wirtschaftlichen Krise Lehrlinge ausbilden wollen und vor allem können. „Es darf keine Generation Corona geben!“, so Musil und er fordert ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Die Gewerkschaftsjugend fordert als staatliche Ausgleichsmaßnahmen eine Aufstockung der Lehrplätze im öffentlichen Sektor und in Unternehmen mit staatlicher Beteiligung. Außerdem sollen sich die größten Lehrbetriebe solidarisch zeigen und zur Abwendung der Ausbildungskatastrophe mehr Lehrlinge aufnehmen und über ihren Bedarf ausbilden.

Zwtl.: Betriebe fördern, die auch während der Krise ausbilden

„Betriebe, die auch während der Krise ausbilden, selbst aber mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen, sollen befristet finanziell gefördert werden“, bringt Musil einen weiteren Vorschlag ein. Dabei sollen aber Qualitätskriterien gelten, die für eine gesicherte qualitative Ausbildung sorgen sollen. Das wären z.B. Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Bestimmungen, Verbot ausbildungsfremder Tätigkeiten oder bessere Abstimmung zwischen Berufsschule und Betrieb.

Mit diesen Maßnahmen stärken wir die betriebliche Lehre und erinnern die Bundesregierung an ihr eigenes Regierungsprogramm, in dem sie sich zur Stärkung der betrieblichen Lehrlingsausbildung bekennt und einen Ausbildungsfonds für den Fachkräftebedarf gründen will. Die Gewerkschaftsjugend hat mit der Fachkräftemilliarde („Ausbildungsfond“) bereits ein Modell entwickelt, welches auch Klein-und-Mittelunternehmen finanziell unterstützen würde. Firmen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, zahlen in diesen Ausbildungsfonds ein. Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, sollen aus diesem Topf Förderungen erhalten. Finanziert werden soll der Fonds durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen.

Musil ist sich sicher, dass es ein Bündel an Maßnahmen braucht, um die Lehrlingsausbildung zu sichern.

Die ÖGJ NÖ schlägt daher folgendes Maßnahmenpaket vor:

+ Aufstockung der Ausbildungsplätze im staatlichen und staatsnahen Bereich

+ Schaffung eines Corona-Not-Ausbildungsfonds, dotiert mit 140 Millionen Euro zur Unterstützung von Betrieben, die trotz coronabedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten Lehrlinge ausbilden wollen

+ Erhöhung der Finanzmittel für die überbetriebliche Lehrausbildung und Aufstockung der überbetrieblichen Lehrstellen

+ Anreize für große Ausbildungsbetriebe über Bedarf auszubilden

+ Reform des Bestbieterprinzips für staatliche Ausschreibungen mit stärkerem Augenmerk auf die Lehrausbildung

„Wir vertrauen auf den bewährten niederösterreichischen Weg einer erfolgreichen Sozialpartnerschaft. Zusammen werden wir auch unter Coronabedingungen Jungendliche ausbilden und damit die dringend benötigten Fachkräfte sicherstellen.“, haltet Musil abschließend fest.

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