Ganz Österreich verbietet Jagdgatter außer Salzburg: Mayr-Melnhof Gatter bleibt

In eigenem Ausnahmeparagraphen der neuen Salzburger Fütterungsverordnung zum Jagdgesetz wird Mayr-Melnhof 200 Tage pro Jahr das Wildschweinfüttern im Gatter erlaubt

Wenn es die Salzburger Landesregierung oder die Bundesregierung nicht schaffen, dieses Gatter zu schließen, dann wird es eben die EU-Kommission tun müssen.
Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) - Der zuständige Salzburger Landesrat Josef Schwaiger hat den Tierschützer_innen in mehreren Treffen mit blumigen Worten geschildert, wie Mayr-Melnhofs Jagdgatter langsam zuende gehen werde. Da war die Rede von der Öffnung der Zäune für alle Wildtiere außer den Wildschweinen, weil diese ja die umliegenden Nutzflächen schädigen könnten – obwohl in jedem anderen Jagdgatter Österreichs selbstredend die Wilddichte auf jene der umliegenden Natur vor der Öffnung reduziert werden muss. De facto erlaubt das neue Jagdgesetz Mayr-Melnhof auch die Damhirsche im Gatter zu halten. Dann versprach Schwaiger, es werde im Gatter nicht in größerer Menge gefüttert werden dürfen, als außerhalb. Damit sei das Gatter schließlich sowieso obsolet, zumal nirgendwo in Österreich – auch in Salzburg nicht – Wildschweine gefüttert werden dürfen. Doch die neue Salzburger Wildfütterungsverordnung zum Jagdgesetz sieht einen Ausnahmeparagraphen extra für Mayr-Melnhofs Jagdgatter vor: laut § 1 (5) darf Mayr-Melnhof beantragen, seine hunderten Wildschweine im Gatter 200 Tage im Jahr füttern zu dürfen. Damit ist Landesrat Schwaiger wortbrüchig geworden und das Mayr-Melnhofsche Jagdgatter ist das einzige österreichweit, das weiterhin ungehindert und ohne Auflagen betrieben werden darf. Im Gegensatz zu den Verboten bzgl. Jagdgattern in allen anderen Bundesländern, wird Mayr-Melnhof in Salzburg nicht einmal verboten, sein Jagdgatter zu erweitern oder weitere Wildtiere anzukaufen und darin auszusetzen.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Man kann heute offenbar keinem Politiker auch nur irgendetwas glauben. Landesrat Schwaiger hat uns einfach eine Unwahrheit auftischt. Doch auch in Salzburg wird früher oder später das letzte Jagdgatter geschlossen. Niemand kann auf Dauer in einem Natura 2000 Gebiet, entgegen den in 2 Fachgutachten der Landesregierung selbst eruierten Fakten, Wildschweine mästen und zum Massenabschuss freigeben. Auch in der Privatanklage von Mayr-Melnhof gegen den VGT sind jetzt, nach Jahren (!), die Schuldsprüche aufgehoben worden. Sie waren nicht haltbar. Genauso wenig, wie seine Gatterjagd auf Wildschweine und Damhirsche in einem Natura 2000 Gebiet. Spätestens wenn die entsprechenden Rechtsfragen Salzburg verlassen, endet der Mayr-Melnhofsche politische Einfluss und es kehrt Vernunft ein. Wenn es die Salzburger Landesregierung oder die Bundesregierung nicht schaffen, dieses Gatter zu schließen, dann wird es eben die EU-Kommission tun müssen. In einem Natura 2000 Gebiet ein Jagdgatter zu betreiben, fällt wirklich nur wenigen Menschen ein!“

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