SOS Mitmensch: „SOS Balkanroute“ und „Fairness Asyl“ erhalten Ute-Bock-Preis für Zivilcourage

Auszeichnung für grenzüberschreitenden Hilfseinsatz für Menschen in Not und Kampf für faire Asylverfahren

Wien (OTS) - Unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und Margit Fischer verleiht SOS Mitmensch den Ute-Bock-Preis für Zivilcourage heuer an die Initiativen „SOS Balkanroute“ und „Fairness Asyl“. „SOS Balkanroute“ wird für „mutige grenzüberschreitende Hilfe für schutzsuchende Menschen in Not“ ausgezeichnet. Der Verein „Fairness Asyl“ erhält den Preis „für den vorbildhaften Kampf für faire Asylverfahren“. Die mit insgesamt 4.000 Euro dotierten Preise werden am Dienstag, den 19. Mai, erstmals in einer Online-Zeremonie überreicht. Die Preisreden halten die Musikerin Esra Özmen (aka EsRAP) und der Kabarettist Thomas Stipsits.

Grenzüberschreitende Hilfseinsätze für Menschen in Not

Petar Rosandic (aka Rapper Kid Pex) und Brigitte Holzinger riefen im Herbst 2019 gemeinsam die Initiative „SOS Balkanroute“ ins Leben. Aufgerüttelt durch die prekäre Lage von Geflüchteten entlang der so genannten „Balkanroute“, organisierten sie mehr als ein halbes Dutzend Hilfstransporte zu den Lagern an der bosnisch-kroatischen Grenze. „‘SOS Balkanroute‘ hat sich nicht an die Vorgaben einer zunehmende von Populismus und Menschenabwehr getriebenen Politik gehalten, die in jeder Hilfeleistung einen „Pull-Faktor“ sieht. Die Initiative hat mutig gehandelt, Schutzsuchenden in Not geholfen und viele Menschen inspiriert, ebenfalls grenzüberschreitend Hilfe zu leisten“, begründet Gerlinde Affenzeller, Geschäftsführerin von SOS Mitmensch, die Auszeichnung für das Engagement der Initiative.

Kampf für faire Asylverfahren

Für außerordentliche Zivilcourage ausgezeichnet wird auch der Verein „Fairness Asyl“, der mehrfach mangelhafte Asylbescheide aufgedeckt hat und sich gegen Abschiebungen in gefährliche Krisengebiete einsetzt. Darüber hinaus begleitet und unterstützt der Verein Schutzsuchende, die mit aufwendigen Verfahren und Vorurteilen konfrontiert sind. „Das Quartett Andrea Mayrwöger, Doro Blancke, Wolfgang Salm und Jutta Lang setzt sich in außergewöhnlicher Weise für die Rechte von Schutzsuchenden ein. Sie legen den Finger auf brennende Wunden in der Asylpolitik und sind binnen kürzester Zeit zu einer wichtigen Anlaufstelle für Menschenrechte geworden“, nennt Affenzeller die Gründe für die Auszeichnung des Vereins.

Solidarität und Fairness als Gebot der Stunde

SOS Mitmensch weist mit der Preisvergabe auf die Wichtigkeit des fairen Umgangs mit Schutzsuchenden und die dringende Notwendigkeit grenzüberschreitender Solidarität hin. „Hinschauen, handeln und Menschen in Not über soziale und nationale Grenzen hinweg helfen ist ein Gebot der Stunde. Ohne Fairness und Solidarität werde wir die aktuellen Krisen nicht bewältigen können“, betont Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Laudationes von Esra Özmen und Thomas Stipsits

Die Preisreden halten die Rapperin Esra Özemn (aka Esrap) und der Kabarettist Thomas Stipsits. Der Zivilcourage-Preis wird von SOS Mitmensch-Obmann Max Koch überreicht. Der Preis ist heuer mit 4.000 Euro dotiert. SOS Mitmensch dankt für diese Dotierung der RD Foundation Vienna von Ingrid und Christian Reder.

Ute-Bock-Preis und bisherige PreisträgerInnen

Der Ute-Bock-Preis für Zivilcourage wurde 1999 von SOS Mitmensch ins Leben gerufen, um überdurchschnittliche Zivilcourage auszuzeichnen und mutigen Personen und Initiativen Rückhalt zu geben. Die erste Preisträgerin war die Flüchtlingshelferin Ute Bock, ihr folgten Gertrude Hennefeld, Vinzipfarrer Wolfgang Pucher, der Sozialarbeiter Bülent Öztöplu, die Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague, LEFÖ, Ehe ohne Grenzen, die Bleiberechtsplattform Oberösterreich, Elias Bierdel, fünf junge Anti-AbschiebeaktivistInnen, der Polizist Uwe Sailer, die Refugees in der Votivkirche, Siegfried Stupnig, die Initiative „Flucht nach vorn“, die Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann, die Initiative „Refugee-Convoy“, die beiden Holocaust-Überlebenden Helga Feldner-Busztin und der inzwischen verstorbene Rudolf Gelbard, die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg sowie der Verein „maiz/das kollektiv“.

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