• 04.05.2020, 10:32:13
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„Im Reich der wilden Bienen“: „Universum“ gibt Einblick in die wenig bekannten Lebensweisen der heimischen Wildbienen

Am 5. Mai um 20.15 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 5. Mai um 20.15 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Spricht der Mensch von Bienen, ist meist die Honigbiene
gemeint. Sie zählt zu den kleinsten Nutztieren der Welt, gilt als
fleißig und nützlich. Weit weniger Aufmerksamkeit bleibt für die
wilden Verwandten der Honigbiene, von denen weltweit rund 20.000
Arten bekannt sind, immerhin etwa 690 davon sind in Österreich
heimisch. Viele dieser Arten leben als Einzelgänger, sie liefern
keinen Honig, sind aber bei Weitem keine nutzlosen Brummer – denn sie
leisten den Großteil der gesamten Bestäubungsarbeit aller Wild- und
Kulturpflanzen. Ihr Beitrag zur Landwirtschaft ist damit
beträchtlich. Doch die Zahl der Wildbienen schwindet. Ursache ist
einmal mehr: der Mensch.

Die „Universum“-Dokumentation „Im Reich der wilden Bienen“ von
Regisseur Jan Haft (ORF-Bearbeitung: Doris Hochmayr) gibt am
Dienstag, dem 5. Mai 2020, um 20.15 Uhr in ORF 2 einen umfangreichen
Einblick in die wenig bekannten Lebensweisen der heimischen
Wildbienen. Der Film verdeutlicht die unschätzbare Rolle der
Wildbienen als Erhalter natürlicher Kreisläufe innerhalb ihrer
Lebensräume. Sie sind zähe Arbeiter, clevere Kämpfer und kreative
Baukünstler. Nahaufnahmen entführen in die Wohnstuben der
Sandbienenvölker, in die kunstvoll errichteten Brutzellen der
Mauerbienen, beobachten Mohnbienen bei ihren unermüdlichen
Arbeitseinsätzen und Wollbienen bei mutigen Kämpfen gegen
übermächtige Gegner.

Die Lebensweisen der sogenannten Wildbienen sind so vielfältig wie
ihr Aussehen. Unter ihnen gibt es Zwerge, die gerade einmal drei
Millimeter lang sind, ebenso wie Riesen, die vier Zentimeter groß
werden können. Einige bilden Staaten mit mehreren tausend Individuen,
andere brüten in losen Kolonien oder bilden kleine
Brutgemeinschaften. Die meisten jedoch leben als Einzelgänger. Die
Weibchen übernehmen die Fürsorge der Nachkommenschaft. In Erdböden,
Hölzern und Halmen konstruieren sie aus unterschiedlichsten
Materialien teils komplizierte Bauwerke, um der nächsten Generation,
die im Frühjahr darauf schlüpft, den bestmöglichen Start ins Leben zu
ermöglichen. Blattschneiderbienen bauen zum Beispiel Röhren aus
präzise zurechtgeschnittenem Blattwerk. Eine heimische Mauerbienenart
verwendet Schneckenhäuser als Nistplatz, die in mühsamer Kleinarbeit
kunstvoll unter Zweigen und Halmen versteckt werden. Mohn- und
Leinbienen tapezieren ihre Brutröhren mit knallbunten Blütenblättern.
Doch nicht alle Bienen sind so fleißig. Es gibt auch Arten, die das
Arbeiten anderen überlassen und sich sprichwörtlich ins „gemachte
Nest“ setzen.

Auf ihrer Suche nach Nektar und Pollen, der als Proviant für den
Nachwuchs in den Brutlöchern deponiert wird, kann eine einzelne
Wildbiene bis zu 5.000 Blüten pro Tag anfliegen. Wildbienen haben
daher im Naturhaushalt eine Schlüsselrolle inne. Ihre
Bestäubungsleistung bei Kulturpflanzen hat für die weltweite
Landwirtschaft einen geschätzten Wert von mindestens 200 Milliarden
Euro pro Jahr – gratis. Sie sind ein wesentliches Fundament unserer
Lebensmittelproduktion. Würden sie fehlen, gäbe es
Versorgungsengpässe bei zahlreichen Grundnahrungsmitteln. Ihr
tatsächlicher Wert geht allerdings noch weit darüber hinaus. Bienen
sichern auch den Fortbestand vieler Wildpflanzen, die Lebensgrundlage
unzähliger Tierarten sind. Die Früchte der Natur auf Bäumen und
Feldern könnten ohne die Wildbienen nicht in dieser Vielfalt und
Menge genutzt werden.

Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen als Pollenspender
spezialisiert. Wird die Pflanze immer seltener, verschwindet auch die
Biene. Artenvielfalt und Zahl der Individuen sind heute in hohem Maße
bedroht, weil Lebensräume vielfach verloren gegangen sind und der
Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu erheblichen
Bestandsverlusten geführt hat. Wildbienen zu erhalten ist ganz
besonders im Interesse des Menschen, soll die Fülle an Obst und
Gemüse in den Supermarktregalen weiter zur Verfügung stehen.

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