Gewerkschaft vida fordert Aussetzung diesjähriger Pflichtpraktika

vida-Tusch: „Chancengleichheit für die Schülerinnen und Schüler nicht gegeben.“

Wien (OTS) - „Wenn die Gastronomie demnächst wieder hochgefahren wird, muss darauf geachtet werden, dass die Betriebe zuerst jene zurück in Beschäftigung bringen, die wegen der Coronakrise unverschuldet ihren Job verloren haben“, sagt Berend Tusch, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida. „Nur das sichert nachhaltig die Inlandsnachfrage ab und ist daher das Gebot der Stunde.“ Tusch vermisst nach wie vor klare Maßnahmen und Regeln der Bundesregierung, um die hohe Arbeitslosenzahl zu verringern.++++

Zusätzlich zu den üblichen Beschäftigten im Tourismus, kommen in den Sommermonaten nämlich immer noch Schülerinnen und Schüler aus den Tourismusschulen, die ein oder sogar mehrere Pflicht-Praktika erfüllen müssen. „Diese Praktikantinnen und Praktikanten sind auch deswegen gerne gesehen, weil sie es möglich machen, dass Betriebe ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch im Sommer Urlaub konsumieren lassen können“, so der vida-Gewerkschafter Tusch. „Heuer braucht es aber aufgrund von Corona eine Aussetzung dieser Praktika im Sinne der Schülerinnen und Schüler und der derzeit Arbeitslosen. Es braucht einen Generaldispens.“

Hintergrund ist auch die aus Sicht der Gewerkschaft vida nicht gegebene Chancengleichheit für die SchülerInnen. „Die Schülerinnen und Schüler haben schon 50 Prozent Absagen auf bereits zugesagte Praktika erhalten“, so der Fachbereichsvorsitzende für Tourismus in der Gewerkschaft vida, der ergänzt, dass die „Praktika für die Auszubildenden sehr wichtig sind. Die Jugendlichen lernen sehr viel dabei. Sie lernen den Umgang mit dem Gast kennen, verstehen Abläufe in den Betrieben und vieles mehr“.

Tusch verdeutlicht aber, dass „das heuer alles nicht wichtig ist. Heuer geht es darum, so viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung zu bringen und damit wieder Perspektiven zu schaffen“. Auch der Anfang der Woche ausgestellte Erlass des Bildungsministeriums ist in keiner Weise hilfreich. „Er zwingt vielmehr die Schülerinnen und Schüler, sich weiter um kaum vorhandene Praktikumsplätze zu bewerben“, stellt der Gewerkschafter klar und betont: „Das Unterrichtsministerium sollte in diesen schwierigen Zeiten seinen Beitrag leisten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben und den Schülerinnen und Schülern einen Generaldispens für das heurige Schuljahr aussprechen, um so den Druck zu nehmen.“

Der Gewerkschafter freut sich über eine Unterstützung der Wirtschaftskammer aber auch der verschiedenen Schulstandorte in dieser Angelegenheit im „Namen der Schülerinneninnen und Schüler“ und lädt alle ein, seinen Aufruf zu einem Dispens zu unterstützen.

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