• 29.04.2020, 12:37:54
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  • OTS0148

Anderl fordert Arbeitsmarktoffensive: Arbeitslosigkeit macht Menschen arm - das geht nicht!

Wien (OTS) - Durch die Coronakrise herrscht Rekordarbeitslosigkeit,
mehr als eine halbe Million Menschen sind derzeit ohne Arbeit – eine
riesige, auch gesellschaftspolitische, Herausforderung. Das von den
Sozialpartnern verhandelte Kurzarbeitsmodell hat hunderttausende
Arbeitsplätze und Existenzen gesichert. „Aber das ist nicht genug.
Ziel muss sein, die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahre auf das
Niveau vor der Coronakrise zu senken – und ich sage das ganz bewusst
in diesen Worten: Koste es was es wolle“, sieht AK Präsidentin Renate
Anderl die Politik dringend gefordert und verlangt die Umsetzung der
Arbeitsmarktoffensive der AK. Menschen, die jetzt arbeitslos geworden
sind, brauchen wieder Chancen auf gute Arbeitsplätze. Dafür müssen
alle Anstrengungen unternommen werden. „Eine Verschärfung der
Zumutbarkeitsbestimmungen kann aber sicher nicht die Antwort sein.“
Auch die Unternehmen nimmt die AK Präsidentin in die Pflicht: „Wenn
die Wirtschaft jetzt hochgefahren wird, sollen alle wieder
zurückgeholt werden, die wegen der Krise ihre Arbeit verloren haben.
Das ist gerecht!“

Die Arbeitsmarktoffensive der AK im Detail:
Sofortmaßnahmen:

+ Aufstockung des AMS-Personals um mindestens 500 neue
MitarbeiterInnen, um Arbeitssuchende gut und schnell vermitteln zu
können, insbesondere ältere Arbeitslose und mit Gesundheitsproblemen
brauchen Vermittlungsunterstützung, gezielte Förderungen, jedoch
brauch es auch Anreize bei Unternehmen wie ein bonus-malus-Modell bei
den Älteren.

+ Konsum sichern: Erhöhung des Arbeitslosengeldes; die Erhöhung zum
Beispiel auf 70 Prozent des letzten Nettogehaltes würde ca. 1 Mrd
Euro kosten.

+ Möglichkeit zur Verlängerung der Covid19-Kurzarbeit, also ein
Ausgleiten für die Betriebe und ArbeitnehmerInnen mit einer
Verkürzung der Arbeitszeit ist anzudenken.

+ Corona Weiterbildungsoffensive für Arbeitslose: Ziel für 2021
40.000 Personen in beruflicher Umschulung oder Höherqualifizierung,
damit es auch im digitalen und ökologischen Strukturwandel genug
FacharbeitnehmerInnen in Österreich gibt. Ein besonderer Schwerpunkt
muss dabei auf den Gesundheits- und Pflegebereich gelegt werden.

+ Fachkräftestipendium mit 100 Millionen Euro ermöglichen und
unbefristet einsetzen
Ausbildungsschwerpunkt Pflege- und Gesundheitsberufe: Neue
Jobperspektive für besonders betroffene Branchen wie Tourismus.

Mittelfristige Maßnahmen:

+ Chance 45 (die verbesserte Version der Aktion 20.000 für ältere
Arbeitssuchende) ab 2021, Planung muss jetzt beginnen.

+ Beruflicher Neuanfang durch Qualifizierungsgeld: Durch verbessertes
Qualifizierungsgeld könnten 30.000 Personen ganzjährige
Weiterbildungen machen.

+ Chancen für Geflüchtete: Integrationsjahr wiedereinführen, um nach
Österreich Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Aus der Krise herausinvestieren:

+ 10-Jahres-Plan gegen die Klimakrise:
Massiver Ausbau des öffentlichen Verkehrs
Thermische Sanierung forcieren
Ausstieg aus fossilen Heizsystemen
Betriebliche Umweltförderung (Verbesserung der Energieeffizienz in
Betrieben)
Ausbau der Radinfrastruktur
Mehr Geld für Klima- und Energieforschung
Einführung einer LKW-Maut
Erhöhung der Flugabgabe
Pendlerpauschale ökologischer und sozial gerechter ausgestalten
Goldene Investitionsregel, die eine Kreditfinanzierung öffentlicher
(Netto-) Investitionen ermöglicht, was besonders den
Finanzierungsspielraum für Klimaschutzinvestitionen erhöhen würde.

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